Neuss: Abnahme erfolgt – Regelbetrieb läuft – Windräder produzieren Strom

Neuss – Nach mehrjähriger Planung und einem umfangreichen Genehmigungsverfahren sind die beiden in den vergangenen Monaten errichteten Windenergieanlagen der Stadtwerke Neuss auf einem Feld südlich von Neuss-Hoisten in Betrieb gegangen.

Die beiden Windräder sollen nach erfolgreicher Beendigung des Probebetriebs C02-freien Strom zur Versorgung von rund 3.100 Haushalten erzeugen. „Die Fragen rund um die Machbarkeit hinsichtlich der von den Gesellschaftern gewünschten Errichtung von Windrädern in der insgesamt dicht besiedelten Stadt Neuss sind von den Stadtwerken Neuss sehr verantwortungsvoll und gründlich geprüft worden.

Für die Sorgen und Nöten der Menschen habe ich größtes Verständnis. Die Windräder sind der Beitrag der Stadtwerke Neuss zur Umsetzung der Energiewende vor Ort. Nach Expertenmeinung sind damit keine weiteren Standorte für Windkraft in Neuss realisierbar. Hätten die Stadtwerke nicht gebaut, dann hätten es andere Investoren machen können.

OVG bestätigte Genehmigung des Rhein-Kreises Neuss

Die konkrete Planung für den Bau der beiden Windräder südlich von Hoisten wurde nach dem Bescheid des Oberverwaltungsgerichts Münster (OVG) im Eilverfahren vom 6.5.2016 forciert. Die Richter am OVG hatten die bereits Anfang 2015 erteilte Genehmigung des Rhein-Kreises Neuss vollumfänglich bestätigt und den zwischenzeitlich vom Verwaltungsgericht Düsseldorf aufgehobenen sofortigen Vollzug wieder hergestellt.

„In der Aufsichtsratssitzung im Juni vergangenen Jahres haben wir dann eine aktuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung vorgelegt. Die Wirtschaftlichkeit ist auch angesichts der veränderten Bedingungen durch die Anpassung der Vergütungen nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) weiterhin gegeben“, fasst Stephan Lommetz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Neuss, die damaligen Beratungen zusammen.

Bau und Inbetriebnahme innerhalb weniger Monate

Die Geschäftsführung hatte nach der Aufsichtsratssitzung im Juni 2016 alle erforderlichen Schritte zum Bau der 7,2 Millionen Euro teuren Windräder eingeleitet. „Wir konnten nach der endgültigen Entscheidung recht schnell in die Umsetzung gehen, weil alle erforderlichen Schritte vorbereitet bzw. bereits vertraglich geregelt waren. Aufstell- und Kranflächen waren durch Vorverträge gesichert. Das galt auch für die Abstandsflächen sowie die nötigen Kabeltrassen, die Baustraße und den Netzanschluss. Dieser erfolgt über die Einspeiseanlage Am Steinacker“, erläutert Stadtwerke-Projektleiter Johannes Steinhauer.

Die Windräder haben Nabenhöhen von 108 bzw. 138 Meter Höhe. Hersteller ist der deutsche Marktführer für Windenergieanlagen, die Firma Enercon aus Aurich. Nach der erfolgreichen Abnahme in der Vorwoche ist die Übertragung der Windräder auf die Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH erfolgt. „In unmittelbarer Nähe der Windräder wird in Kürze eine Streuobstwiese von 3,5 Hektar Größe als Ausgleichsfläche neu angelegt“, so Steinhauer weiter. Rund 2.100 Volllaststunden mit etwa 6.500 Betriebsstunden pro Jahr und Anlage sollen einen Bruttoertrag von rund 10 Gigawattstunden jährlich erbringen.

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