Neuss: Shakespeare Festival 2017 – Programm

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Ein Festival, tau­send Momente: Am 9. Juni 2017 beginnt das 27. Shakespeare Festival im Globe Neuss. 

Bis zum 8. Juli ste­hen 33 Veranstaltungen auf dem Plan, deren Spektrum vom „Shakespeare für Anfänger“ bis zu den anspruchs­volls­ten Inszenierungen und Musikdarbietungen reicht; spe­zi­ell für Kinder ist ein prall gefüll­ter Tag voll (Schau-)Spiel kon­zi­piert und par­al­lel zum Festival wer­den erst­mals drei legen­däre Shakespeare-​Verfilmungen im Kino gezeigt. „Ich bin hin­ge­ris­sen von dem Programm, wel­ches die­ses Jahr wie­der an Qualität und Heterogenität auf die Beine gestellt wurde. Es gibt viele neue Facetten und Inszenierungen zu ent­de­cken“, so Kulturdezernentin Dr. Christiane Zangs.

Das Rheinische Landestheater begibt sich, ganz „Wie es Euch gefällt“, in die Tiefen des Waldes von Arden, die bre­mer shake­speare com­pany prä­sen­tiert „Shakespeare durch die Blume“, und das Neue Globe Theater Potsdam wird sich mit den Fehlern aus­ein­an­der­set­zen, die „König Lear“ bei der Erziehung sei­ner Töchter gemacht hat. Als NRW-​Première bringt die Münchner Otto-​Falckenberg-​Schule ihr „Pony Camp: Troilus & Cressida“ nach Neuss – eine junge, fre­che Betrachtung der Helden, die inzwi­schen genug von dem sinn­lo­sen Trojanischen Krieg haben.

Aus England kom­men sechs Highlights: Gleich zu Beginn des Festivals zeigt Richard Twyman, der ehe­ma­lige Associate Director des Royal Court Theatre in London, sei­nen fas­zi­nie­ren­den „Othello“, den er mit der Tobacco Factory und dem English Touring Theatre auf die Bühne bringt. Stephen Jameson und seine Mountview Productions hal­ten in die­sem Jahr dem Protagonisten des Festivals einen einst­mals berühm­ten Kollegen ent­ge­gen: Ben Jonson, der sich vor allem mit sei­nen geist­rei­chen Komödien einen Namen gemacht hat. Sein „Alchemist“ von 1610 ist eine Satire auf alles, was im London der spä­ten Renaissance en vogue war.

Erfreuliche Kunde erreichte uns aus Newbury: Paul Hart, der einst als stell­ver­tre­ten­der Direktor der Propeller Company wirkte, hat im letz­ten Jahr die künst­le­ri­sche Leitung des Watermill Theatre über­nom­men – der ehe­ma­li­gen Residenz der Propellers. Mit sei­nem Debüt konnte er einen ver­hei­ßungs­vol­len Erfolg fei­ern, der nun auch in Neuss zu sehen sein wird: Eine „Romeo & Juliet“-Inszenierung, die trotz ihrer Rasanz nicht ohne magi­sche Momente ist und ganz beson­ders beim jun­gen Publikum viel Anklang fin­den dürfte, wie ein eng­li­scher Premierenkritiker meinte. Sicher wird auch die „Twelfth Night“ des Watermill Theatre, die neben der tur­bu­len­ten Veroneser Tragödie auf dem aktu­el­len Programm der Kompanie steht, ein Hingucker.

Sehr bri­tisch sind natür­lich auch die unwi­der­steh­li­chen Lectures von Patrick Spottiswoode, der wie­der mit einem rest­los über­füll­tem Haus wird rech­nen dür­fen, wenn er seine unterhaltsam-​lehrreichen Betrachtungen vor­stellt. Und wenn schließ­lich die HandleBards aus London ins Globe ein­rol­len, steht uns ein „Sommernachtstraum“ bevor, wie wir ihn seit Irina Brooks „En atten­dant le songe“ nicht gese­hen haben: Die vier pas­sio­nier­ten Radfahrer – in HandleBards ver­mi­schen sich der „Fahrradlenker“ (engl. hand­le­bar) und der Barde – füh­ren auf kleins­tem Raum alle nöti­gen Requisiten mit sich, mit denen sie sich für Oberon und Titania, für Zettel und Schnauz, für Pyramus und Thisbe abstrampeln.

Herrlich ver­rückt wird es auch bei der Companhia do Chapitô aus Lissabon mit „Macbeth, die Komödie“. Dass dies trotz aller Hexereien, fins­te­ren Prophezeiungen und Mordkomplotte funk­tio­niert, zei­gen die drei Schauspieler zunächst in einer eng­li­schen und dann in einer por­tu­gie­si­schen Aufführung. Wer das „Scottish Play“ in einer klassisch-​stilisierten Version vor­zieht, sollte sich kei­nes­falls den sen­sa­tio­nel­len „Macbeth“ des Tang Shu-​Wing Theatre Studio aus Hongkong ent­ge­hen las­sen. Nach ihrem unglaub­li­chen „Titus Andronicus“ (2013) wer­den die chi­ne­si­schen Akteure auch in die­sem Jahr mit ihrer zeit­lo­sen, enorm inten­si­ven Spielweise die Zuschauer in Bann schlagen.

Ein wei­te­rer Höhepunkt kommt vom Atelier Théâtre Actuel aus Paris: „Le Cid“ von Pierre Corneille, einem der fran­zö­si­schen Klassiker schlecht­hin. Zwanzig Jahre nach Shakespeares Tod urauf­ge­führt, befasst sich diese Tragikomödie mit dem unver­wüst­li­chen Konflikt zwi­schen Liebe und Ehre – paar­weise gereimt in Alexandrinern und mit Happy End!

Mit dem Gastspiel des bel­gi­schen Ensembles Scherzi Musicali wird die Bühne des Globe zum Schauplatz zweier berühm­ter „Semi-​Operas“ nach William Shakespeare: Henry Purcells „Fairy Queen“ und „Tempest“ bil­den die Grundlage eines beson­de­ren Konzertereignisses für alle Menschen, die Musik in sich haben.

Ein musi­ka­li­sches Vergnügen beschließt auch das 27. Shakespeare Festivals: Caroll Vanwelden stellt ihren drit­ten „Shakespeare in Jazz“ vor, mit dem sie an die bei­den Programme anknüpft, die das Publikum des Neusser Globe in frü­he­ren Jahren begeis­tert haben. Auch die neue Kollektion ver­spricht eine unver­wech­sel­bare, unver­gess­li­che Mischung aus rasan­ter Virtuosität und ergrei­fend sen­si­bler Lyrik – und wenn Petrus auch die­ses Mal mit­spielt, erfüllt sich in die­sem Finale der Satz All’s well that end’s well.

Die Karten (zuzüg­lich zwölf Prozent Vorverkaufsgebühr) gibt es ab Samstag, 25. März 2017, neun Uhr, bei den bekann­ten Vorverkaufsstellen, tele­fo­nisch unter 02131/​52699999 (mon­tags bis frei­tags, 8 bis 20 Uhr, sams­tags, 9 bis 18 Uhr, sowie sonn­tags und an Feiertagen, 10 bis 16 Uhr) oder im Internet unter www​.shake​speare​-fes​ti​val​.de.

Alle Theaterfans und Shakespeare-​Begeisterte haben die Gelegenheit, sich am Samstag, 1. Juli 2017, im Rahmen von „Discover Shakespeare“ inten­siv mit Shakespeare zu befassen.

In Zusammenarbeit mit dem Shakespeare Globe Zentrum Deutschland bie­tet das Shakespeare Festival mit „Globe Neuss Education 2017“ ver­schie­dene Programme an, wie den „Kinder-​Shakespeare-​Tag“ oder „Behind The Scene“, eine Interaktive Führung im Globe.

Veranstaltungsort der Aufführungen ist das Globe Neuss an der Rennbahn, Stresemannallee, 41460 Neuss. Die Shakespeare-​Verfilmungen wer­den in ver­schie­de­nen Kinos gezeigt.

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