Korschenbroich: Jodtabletten für den Fall eines Atom-​Unfalls lagern in der Feuerwache

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Robert Schilken, Herausgeber



Korschenbroich – Für den Fall eines ato­ma­ren Störfalls hat die Stadt Korschenbroich nun 30.000 Kaliumjodid-​Tabletten erhal­ten, die in der Feuerwache Korschenbroich gela­gert werden.

Hiermit könn­ten Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Schwangere im Stadtgebiet ver­sorgt wer­den. „Wir gehen von 6.000 Berechtigten aus“, erklärt Michael Beyer, Leiter des Amtes für Recht, Ordnung und Feuerschutz, der das Konzept zur Verteilung erstellt hat.

Demnach soll die Ausgabe der Tabletten im Falle eines Atomunfalls dezen­tral an den sechs Standorten der Feuerwehr in den ein­zel­nen Ortsteilen – Korschenbroich, Kleinenbroich, Glehn, Herrenshoff, Pesch und Liedberg – mit Hilfe der Feuerwehrleute erfol­gen. Um einen Missbrauch zu ver­mei­den, wür­den die Tabletten dann anhand von Ausgabelisten aus dem Einwohnermelde-​Register verteilt.

(v.l.) Bürgermeister Marc Venten, Feuerwehr-​Chef Frank Baum und der zustän­dige Beigeordnete Thomas Dückers inspi­zie­ren die gelie­fer­ten Kaliumjodid-​Tabletten nebst Beipackzettel, die in der Feuerwache Korschenbroich gela­gert wer­den. Foto: Stadt

Entscheidend für die Einnahme der Tabletten ist das Zeitfenster“, erläu­tert der zustän­dige Beigeordnete Thomas Dückers. „Nach dem Eintreffen der ato­ma­ren Wolke blie­ben maxi­mal acht Stunden, in denen die Einnahme der Tablette noch eine gewisse Wirkung zeigt.“

Weitere Informationen zum Thema gibt es in der Sitzung des Hauptausschusses am 11. Mai. Dort wird der Nuklearmediziner Prof. Dr. Dr. Lutz Freudenberg einen Vortrag hal­ten, der unter der Überschrift steht: „Jodblockade der Schilddrüse bei kern­tech­ni­schen Unfällen: Warum? Wer? Wie?“

Im Juli 2016 hatte sich der Rat der Stadt Korschenbroich ein­stim­mig gegen den wei­te­ren Betrieb des Atomkraftwerkes im bel­gi­schen Tihange aus­ge­spro­chen. Die Resolution ging auf einen gemein­sa­men Antrag aller Fraktionen zurück.

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