Rhein-​Kreis Neuss: Kreisjugendamt warnt vor Alkoholmissbrauch – Jugendschutz gilt auch im Karneval

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Kinder und Jugendliche grei­fen beson­ders wäh­rend der Karnevalstage ver­mehrt zur Flasche. Diesen Trend beob­ach­tet das Kreisjugendamt seit meh­re­ren Jahren. 

Dabei bleibt es für viele Jugendliche nicht beim „Probieren”, son­dern ihr Umgang mit Alkohol ver­ur­sacht oft ernste gesund­heit­li­che Schäden und macht medi­zi­ni­sche Hilfe erfor­der­lich. Die Begriffe „Koma-​Saufen” und „Binge-​Drinking“ beschrei­ben auf dras­ti­sche Weise die­ses fehl­ge­lei­tete Konsumverhalten.

Bevor die Karnevalssession zu Altweiber am 23. Februar in die heiße Phase geht, wei­sen Polizei, Ordnungsämter und das Kreisjugendamt auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes hin und appel­lie­ren an die Verantwortlichkeit der Erwachsenen. Während der när­ri­schen Tage legen die Behörden ein beson­de­res Augenmerk auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen.

In Verantwortung ste­hen die Veranstalter von Umzügen oder ande­rer „Events” und die Gewerbetreibenden im Bereich Getränke und Genussmittel. Aber auch Eltern sowie alle Erwachsenen soll­ten in die­ser Zeit dazu bei­tra­gen, dass Kinder und Jugendliche – ent­ge­gen gesetz­li­cher Bestimmungen – nicht zum Konsum alko­ho­li­scher Getränke ver­lei­tet wer­den. Dies gilt ins­be­son­dere für pri­vate Karnevalspartys, bei denen Kinder und Jugendliche oft allzu leicht mit Alkohol in Kontakt kommen.

Dazu merkt Kreisjugendamtsleiterin Marion Klein an: „Erwachsene, ins­be­son­dere die Eltern, spie­len mit Ihrem Vorbild eine ganz wesent­li­che Rolle für Verhaltensmuster von Kindern und Jugendlichen. Sie soll­ten vor­le­ben, dass Freude am Feiern und an der Ausgelassenheit auch ohne Alkohol mög­lich ist.“

Das Jugendamt des Rhein-​Kreis Neuss sowie die Caritas Neuss und die Kreispolizeibehörde mit ihrer Sucht- und Drogenprävention als Kooperationspartner des Rhein-​Kreises Neuss leis­ten seit vie­len Jahren Präventionsarbeit. Projekte wie „ProJugend statt ProMille“, Suchtpräventionsprojekte an Schulen, schu­li­sche Angebote für Lehrer, Schüler und Eltern, Präventionsmaßnahmen auf Veranstaltungen wie Schützenfesten und Karneval mit dem PrEvent-​Mobil der Caritas sol­len auf die Gefahren auf­merk­sam machen und Jugendliche mit dem Umgang mit Alkohol und Sucht stärken.

Das Jugendamt und seine Kooperationspartner sind in die­sem Jahr unter ande­rem bei der Karnevalsveranstaltung am Donnerstag, 23. Februar, im RedHot in Jüchen vor Ort.

Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes zur Alkoholabgabe

Sogenannte „harte Alkoholika” wie Schnäpse, Liköre, Rum oder Whisky dür­fen gene­rell nicht an Minderjährige unter 18 Jahren abge­ge­ben wer­den. Dies gilt auch für die brand­wein­hal­ti­gen Mixgetränke, die soge­nann­ten Alcopops. Bier oder Wein dür­fen bereits an 16-​Jährige abge­ge­ben wer­den und wenn die Eltern dabei sind, sogar schon an 14-​Jährige. Rauchen in der Öffentlichkeit und Abgabe von Tabakwaren an Minderjährige unter 18 ist nicht mehr erlaubt. Dies gilt seit letz­tem Jahr auch für niko­tin­freie Erzeugnisse wie elek­tro­ni­sche Zigaretten oder elek­tro­ni­sche Shishas.

An Tanzveranstaltungen – wie z. B. der Karnevalsdisko eines gewerb­li­chen Veranstalters – dür­fen Jugendlichen unter 16 Jahren nur in Begleitung der Eltern teil­neh­men. 16- bis 17-​Jährige dür­fen nur bis 24 Uhr mitfeiern.

Wer sich als Veranstalter oder Gewerbetreibender in beson­de­rer Weise für den Kinder- und Jugendschutz enga­gie­ren möchte und dies auch sicht­bar nach außen doku­men­tie­ren will, erhält kos­ten­los vom Kreisjugendamt einen spe­zi­ell für Karneval ent­wi­ckel­ten Aushang mit den wich­tigs­ten Bestimmungen.

Weitere Informationen gibt es bei Michael Hackling unter Telefon 02161 6104–5133 sowie per E‑Mail unter michael.hackling@rhein-kreis-neuss.de.

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