Initiative gegen Ackergift: Europäische Bürgerinitiative zum Verbot von Glyphosat gestartet

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Robert Schilken, Herausgeber



BUND​.net – Berlin: Umwelt- und Bewegungsorganisationen aus 13 EU-​Ländern star­ten eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) zum Verbot des Pestizids Glyphosat. 

Bis Ende Juni wol­len sie mehr als eine Million Unterschriften sam­meln. Danach ent­schei­den EU-​Kommission und Mitgliedstaaten über die erneute Zulassung des Pestizids. In Deutschland wird die Initiative vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Bürgerbewegung Campact, dem Pestizid-​Aktions-​Netzwerk (PAN Germany), dem Umweltinstitut München und WeMove​.EU getra­gen. Parallel lau­fen Proteste gegen Glyphosat in Rom, Paris, Barcelona, Madrid und Wien.

Die Bürger Europas wer­den der Lobbymacht von Monsanto die Stirn bie­ten. Ein Pestizid, das im Verdacht steht Krebs aus­zu­lö­sen, hat in einer moder­nen, bäu­er­li­chen Landwirtschaft nichts zu suchen. Mit der Europäischen Bürgerinitiative set­zen die Menschen auf ein demo­kra­ti­sches Europa mit hohen Umwelt- und Gesundheitsstandards”, sagte Christoph Bautz, Geschäftsführer von Campact.

Glyphosat tötet alles Grün auf dem Acker und zer­stört die Nahrungspflanzen von Schmetterlingen, Bienen und Vögeln. Glyphosat ist maß­geb­lich ver­ant­wort­lich für das Artensterben in der Agrarlandschaft und das ist auch der EU-​Kommission bekannt. Die Kommission muss den Schutz unse­rer Lebensgrundlagen klar über die Profitinteressen der Pestizidhersteller stel­len. Für Glyphosat darf es keine Wiederzulassung geben“, sagte der BUND-​Vorsitzende Hubert Weiger.

Ein Report von PAN International zeigt, wel­che Risiken für Natur, Umwelt und Mensch durch den mas­sen­haf­ten Einsatz des Agrargiftes von Monsanto und Co. bestehen. Jährlich wer­den welt­weit rund 800.000 Tonnen gly­pho­sat­hal­ti­ger Spritzmittel her­ge­stellt. „Harte Fakten spre­chen dafür, Glyphosat als krebs­er­re­gend ein­zu­stu­fen. Die Gegenargumente der Behörden ste­hen auf töner­nen Füßen. Hinzu kommt, dass Glyphosat im Körper nicht gleich ver­teilt wird. In bestimm­ten Organen sind die Konzentrationen zehn- bis hun­dert­fach höher als im Blut. Es muss ver­bo­ten wer­den“, sagte der Toxikologe Peter Clausing, einer der Autoren des PAN-Reports.

Eine Europäische Bürgerinitiative ist ein Verfahren der EU für mehr Bürgerbeteiligung. Die EU-​Kommission hat die Initiative offi­zi­ell zuge­las­sen. Von der Kommission for­dert die EBI das Verbot von Glyphosat, EU-​weite obli­ga­to­ri­sche Pestizid-​Reduktionsziele und eine von der Industrie unab­hän­gige wis­sen­schaft­li­che Bewertung von Pestiziden. Bisher tra­gen NGOs aus 13 Ländern den Protest gegen Glyphosat mit. „Die Breite des Bündnisses zeigt ein kla­res Bekenntnis zu einem Europa, das seine Bevölkerung mit hohen Standards schützt. Die Reaktion der Europäischen Kommission wird zei­gen, wem sie mehr Gehör schenkt: den Agrarkonzernen oder uns Bürgerinnen und Bürgern”, sagte Jörg Rohwedder von WeMove​.EU.

Der EBI-​Appell gegen Glyphosat ist unter www​.aktion​.bund​.net/​s​t​o​p​g​l​y​p​h​o​sat zu finden.

Quelle: BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

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