Grevenbroich: Millionen gegen Personalmangel bei der Freiwilligen Feuerwehr

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Robert Schilken, Herausgeber



Grevenbroich – Fußgänger und Autofahrer in Grevenbroich ent­de­cken in die­sen Tagen in allen Teilen der Stadt Erstaunliches: 

Ob am Rittergut in Noithausen oder an der Kurze Straße in Kapellen, auf der Frimmersdorfer Straße oder am Hammerwerk in Elsen – wo sonst Supermärkte für Sonderangebote, Autohersteller für ihre Karossen oder Tabakproduzenten für ihre Glimmstängel Reklame machen, pran­gen seit kur­zem rie­sige Plakate, die fürs Engagement bei der Feuerwehr werben.

Foto: Ffw Grevenbroich

Die Megaposter unter dem Motto „Freiwillige Feuerwehr. Für mich. Für alle.” sind Teil einer bis­lang ein­zig­ar­ti­gen, immer­hin 1,3 Millionen Euro teu­ren Imagekampagne mit der das Land NRW und der Verband der Feuerwehren in Nordrhein-​Westfalen einer gefähr­li­chen Entwicklung ent­ge­gen­steu­ern wol­len: Dem dro­hen­den Rückgang der Helferzahlen. Bundesweit schrumpfte die Zahl der ehren­amt­li­chen Helfer laut Feuerwehr-​Statistik alleine in den ver­gan­ge­nen gut fünf Jahren um etwa fünf Prozent.

In NRW, wo in fast drei Viertel aller Kommunen aus­schließ­lich ehren­amt­li­che Helfer bei Brand, Unfall oder Hochwasser aus­rü­cken, liegt die Zahl der Aktiven der­zeit noch bei rund 81.000. Weil aber unter ande­rem auf­grund der altern­den Gesellschaft künf­tig deut­lich mehr Helfer alters­be­dingt aus­schei­den, als aus den Jugendfeuerwehren nach­rü­cken, wol­len die Verantwortlichen nun erst­mals mit einer groß­an­ge­leg­ten Imagekampagne bei Bürgerinnen und Bürgern auf unge­wohnte Weise die Neugier fürs Engagement als Retter.

In Grevenbroich zählt Feuerwehrchef Udo Lennartz aktu­ell 206 aktive ehren­amt­li­che Helfer in den acht Löscheinheiten. Hinzu kom­men ins­ge­samt 49 haupt­amt­li­che Kräfte, die in 24-​Stunden Schichten mit je neun Kräften von der Wache an der Lilienthalstraße aus­rü­cken. Die Zahl der Helfer sei zwar kon­stant „doch gerade wäh­rend der Tagesstunden, wenn viele frei­wil­lige aus­wärts arbei­ten, wäre jeder zusätz­li­che Helfer für uns ein Gewinn”, sagt Lennartz. 

Grevenbroich ist eine von 165 Städten und Gemeinden, die die Initiatoren aus den ins­ge­samt knapp 400 Kommunen im Land als Standort für die Kampagne aus­ge­wählt haben. „Der mas­sive Werbeauftritt ist eine tolle Unterstützung für unsere eige­nen Bemühungen, neue frei­wil­lige Mitglieder für Löscheinheiten zu gewin­nen”, freut sich Lennartz.

Mit der aktu­el­len Kampagne wer­den gezielt Interessenten unter­schied­li­chen Alters, Geschlechts und beruf­li­cher Interessen ange­spro­chen. „Wir hof­fen natür­lich sehr,dass das den einen oder die andere hier in Grevenbroich tat­säch­lich auf die Idee brin­gen könnte, sich als Feuerwehrmann oder ‑frau für die Mitmenschen zu enga­gie­ren” sagt Lennartz, der zugleich hofft, dass auch Arbeitgeber die Kampagne zum Anlass neh­men könn­ten, unter ihren Beschäftigten für das ehren­amt­li­che Engagement zu wer­ben. „Schließlich pro­fi­tier­ten ja auch die Unternehmen von rascher, kom­pe­ten­ter Hilfe im Schadensfall”, wirbt er.

Wer sich ­- egal ob als Privatperson oder als Unternehmensverantwortlicher – zunächst all­ge­mein infor­mie­ren will, fin­det die wich­tigs­ten Fakten zur Arbeit in der Feuerwehr auf der Webseite zur Imagekampagne www​.frei​wil​lige​-feu​er​wehr​.nrw. Alternativ kön­nen sich Interessenten auch tele­fo­nisch unter 02181/​23010 in der Einsatzzentrale der Grevenbroicher Wehr melden.

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