Die digi­ta­len Stromzähler kom­men – Austausch und teils Vernetzung der Geräte vorgeschrieben

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Robert Schilken, Herausgeber



vz​-nrw​.de – In so man­chen Zählerschrank könnte in den kom­men­den Monaten Bewegung kommen: 

Bis 2032 sol­len flä­chen­de­ckend digi­tale Stromzähler in Betrieb sein, im Fachjargon moderne Messeinrichtungen genannt. Deshalb schreibt der Gesetzgeber den schritt­wei­sen Austausch der ana­lo­gen Zähler vor.

Und für einige Haushalte mit sehr hohem Stromverbrauch oder grö­ße­rer Solaranlage geht die Umstellung noch wei­ter: Sie erhal­ten zusätz­lich zum digi­ta­len Zähler ein soge­nann­tes Gateway das ist eine Kommunikationseinheit, die Daten ver­sen­den und emp­fan­gen kann. Damit haben sie dann ein intel­li­gen­tes Messsystem, auch bekannt als Smart Meter.

Intelligente Messsysteme wer­den dann künf­tig nach und nach zum Standard für immer grö­ßere Verbrauchergruppen. Das birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Die wich­tigs­ten Informationen rund um digi­tale Zähler und Smart Meter hat die Verbraucherzentrale NRW zusammengestellt:

  • Digitale Stromzähler sind allein noch keine Smart Meter. Erst kom­bi­niert mit soge­nann­ten Gateways, die die Datenübertragung ermög­li­chen, erge­ben sich intel­li­gente Messsysteme.
  • Digitale Zähler allein ver­sen­den also keine Daten, kön­nen diese aber spei­chern und Haushalten so theo­re­tisch hel­fen, ihren Verbrauch zu steuern.
  • Moderne Messeinrichtungen spei­chern Tages‑, Wochen‑, Monats- und Jahreswerte für 24 Monate.

Veranlasst wird die Installation von Messeinrichtungen und ‑sys­te­men durch den Messstellenbetreiber. Dabei han­delt es sich nicht um den Stromanbieter, mit dem der Stromliefervertrag besteht, son­dern um ein wei­te­res Unternehmen, in der Regel den ört­li­chen Netzbetreiber. Drei Monate vor dem geplan­ten Einbau müs­sen betrof­fene Verbraucher infor­miert wer­den. Widersprechen kön­nen diese der Installation nicht. Sie kön­nen aber prü­fen, ob der theo­re­tisch mög­li­che Wechsel zu einem ande­ren Messstellenbetreiber ihnen güns­ti­gere Konditionen bringt.

Den Einbau von Smart Metern dul­den müs­sen der­zeit Haushalte, die im Durchschnitt der ver­gan­ge­nen drei Jahre jähr­lich mehr als 10.000 Kilowattstunden Strom ver­braucht haben, ab 2020 sinkt diese Grenze auf 6.000 kWh. Auch für Betreiber von Solaranlagen oder Blockheizkraftwerken ab sie­ben Kilowatt elek­tri­scher Leistung besteht bereits Einbaupflicht.

Über den Zählereinbau bei klei­ne­ren Anlagen oder gerin­ge­ren Verbräuchen, ent­schei­det der Messstellenbetreiber ab 2018 bezie­hungs­weise 2020 selbst. Theoretisch kann jeder Haushalt betrof­fen sein. Eine Übersicht dazu gibt es unter www​.ver​brau​cher​zen​trale​.nrw/​s​m​a​r​t​-​m​e​ter.

Für die jähr­li­chen Kosten gel­ten gesetz­li­che Obergrenzen, die vom Stromverbrauch oder der strom­erzeu­gen­den Anlage abhän­gen. Ein Vier-​Personen-​Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.600 kWh kann zum Beispiel für einen Smart Meter mit bis zu 40 Euro zur Kasse gebe­ten wer­den. Ein digi­ta­ler Zähler allein darf unab­hän­gig vom Verbrauch bis zu 20 Euro kosten.

Zum Vergleich: Derzeit lie­gen die jähr­li­chen Zählerkosten in NRW bei durch­schnitt­lich rund 13 Euro. Ebenfalls von den Verbrauchern bezahlt wer­den müs­sen gege­be­nen­falls not­wen­dige Umbauten am Zählerschrank.

Die Stromverbrauchswerte, die intel­li­gente Messsysteme erhe­ben kön­nen, las­sen theo­re­tisch Rückschlüsse auf Alltag, Gewohnheiten und Lebensstandard der Bewohner zu und dür­fen nicht in fal­sche Hände gera­ten. Deshalb stellt das Gesetz hohe Anforderungen an die Datensicherheit. Der gesetz­lich ab 2017 vor­ge­se­hene Smart-​Meter-​Einbau ver­zö­gert sich der­zeit, da das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) noch keine drei Systeme als daten­si­cher zuge­las­sen hat das aber ist Voraussetzung für den Start.

Nicht alle Daten flie­ßen auto­ma­tisch über die Leitungen: Von Haushalten mit einem Jahresverbrauch unter 10.000 kWh erhal­ten Versorger und Netzbetreiber im Regelfall nur den Jahreswert als Summe. Liegt der Verbrauch aber höher oder wird Strom erzeugt, erhal­ten sie von intel­li­gen­ten Messsystemen täg­lich ein Verbrauchs- bezie­hungs­weise Einspeiseprotokoll in 15-​Minuten-​Intervallen vom jewei­li­gen Vortag.

Mehr Informationen zu moder­nen Messeinrichtungen und intel­li­gen­ten Messsystemen gibt es unter www​.ver​brau​cher​zen​trale​.nrw/​s​m​a​r​t​-​m​e​ter.

Die Verbraucherzentrale NRW hilft in ihren Beratungsstellen sowie direkt bei Ratsuchenden zu Hause bei Fragen rund um die Energie wei­ter. Terminvereinbarungen sind mög­lich unter 0211/​339 996 555, mehr Informationen dazu gibt es unter www​.ver​brau​cher​zen​trale​.nrw/​e​n​e​r​g​i​e​b​e​r​a​t​ung.

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