Jüchen: Bodendenkmal „Rederhof“

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Jüchen-​Bedburdyck – In Ergänzung der bis­he­ri­gen Berichterstattung in den Medien infor­miert die Gemeinde Jüchen über den aktu­el­len Sachverhalt. 

Hierfür hat sich die Gemeinde mit den zustän­di­gen Behörden, der Unteren Bauaufsicht des Rhein-​Kreises Neuss, dem LVR-​für Bodendenkmalpflege in Bonn und dem LVR-​Amt für Denkmalpflege in Brauweiler abgestimmt.

Durch die Untere Bauaufsicht des Rhein-​Kreises Neuss wurde der Abbruch der ein­sturz­ge­fähr­de­ten Hofanlage ange­ord­net. Fragen bezgl. eines even­tu­el­len Baudenkmals bzw. des Vorhandenseins von Bodenbefunden wur­den an die bei­den zustän­di­gen Ämter des Landschaftsverbandes Rheinland gestellt.

Seitens des LVR-​Amtes für Denkmalpflege im Rheinland mit Sitz in Brauweiler wurde mit­ge­teilt, dass die mitt­ler­weile abge­bro­chene Hofanlage zwi­schen 1830 und 1865 errich­tet wurde. Demnach han­delt es sich nicht um den Ursprungshof „Rederhof“ aus dem Jahre 802. Dieser soll aller­dings auf die­sem Grundstück gestan­den haben. Die neuere Hofanlage wurde nach Inkrafttreten des Denkmalschutzgesetzes im Jahr 1980 nicht als denk­mal­wer­tes Objekt ein­ge­tra­gen, da die Fassade des Wohnhauses bereits vor 1980 ver­än­dert wor­den war und somit keine Hinweise auf die Hofanlage des 19. Jahrhundert mehr erkenn­bar waren. 

Seitens des LVR-​Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland mit Sitz in Bonn wurde mit­ge­teilt, dass die mitt­ler­weile abge­bro­chene Hofanlage im Bereich der his­to­ri­schen Hofanlage von 802 stand und des­halb davon aus­ge­gan­gen wer­den muss, dass im Boden noch erhal­tene Befunde der Vorgängerbebauungen vor­han­den sind. Daher wur­den und durf­ten beim Abbruch der Hofanlage auch keine Bodenplatten oder Pflasterungen bzw. vor­han­dene Fundamente etc. ent­fernt wer­den. Das LVR-​Amt für Bodendenkmalpflege berei­tet momen­tan die end­gül­tige Unterschutzstellung des Grundstückes als Bodendenkmal vor.

Die Gemeinde Jüchen hat des­halb als Untere Denkmalbehörde das Grundstück der ehe­ma­li­gen Hofanlage bereits im November 2016 vor­läu­fig als Bodendenkmal ein­ge­tra­gen. Hierdurch ist ein ange­mes­se­ner Schutz der im Boden des Grundstückes ver­mu­te­ten Befunde gewähr­leis­tet. So kön­nen bis zur end­gül­ti­gen Eintragung alle uner­laub­ten und nicht bean­trag­ten Bodeneingriffe ord­nungs­be­hörd­lich ver­folgt werden.

Für die beab­sich­tigte Eintragung als Bodendenkmal ist hier­bei ein angeb­li­cher Brunnenfund auf dem Grundstück nicht aus­schlag­ge­bend. So lie­gen den zustän­di­gen Stellen bis­her weder eine Fundmeldung noch ein Antrag auf Bodensondierung oder für wei­tere Bodeneingriffe vor. Auch sind momen­tan keine Untersuchungen zur Bestimmung des Alters von Funden ange­dacht. Ebenfalls sind aktu­ell keine archäo­lo­gi­schen Grabungen zwecks Erforschung des Grundstücks geplant. Dies würde frü­hes­tens der Fall sein, wenn jemand das Grundstück bebauen möchte.

(36 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)