Jüchen: Bodendenkmal „Rederhof“

Jüchen-Bedburdyck – In Ergänzung der bisherigen Berichterstattung in den Medien informiert die Gemeinde Jüchen über den aktuellen Sachverhalt.

Hierfür hat sich die Gemeinde mit den zuständigen Behörden, der Unteren Bauaufsicht des Rhein-Kreises Neuss, dem LVR-für Bodendenkmalpflege in Bonn und dem LVR-Amt für Denkmalpflege in Brauweiler abgestimmt.

Durch die Untere Bauaufsicht des Rhein-Kreises Neuss wurde der Abbruch der einsturzgefährdeten Hofanlage angeordnet. Fragen bezgl. eines eventuellen Baudenkmals bzw. des Vorhandenseins von Bodenbefunden wurden an die beiden zuständigen Ämter des Landschaftsverbandes Rheinland gestellt.

Seitens des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland mit Sitz in Brauweiler wurde mitgeteilt, dass die mittlerweile abgebrochene Hofanlage zwischen 1830 und 1865 errichtet wurde. Demnach handelt es sich nicht um den Ursprungshof „Rederhof“ aus dem Jahre 802. Dieser soll allerdings auf diesem Grundstück gestanden haben. Die neuere Hofanlage wurde nach Inkrafttreten des Denkmalschutzgesetzes im Jahr 1980 nicht als denkmalwertes Objekt eingetragen, da die Fassade des Wohnhauses bereits vor 1980 verändert worden war und somit keine Hinweise auf die Hofanlage des 19. Jahrhundert mehr erkennbar waren.  

Seitens des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland mit Sitz in Bonn wurde mitgeteilt, dass die mittlerweile abgebrochene Hofanlage im Bereich der historischen Hofanlage von 802 stand und deshalb davon ausgegangen werden muss, dass im Boden noch erhaltene Befunde der Vorgängerbebauungen vorhanden sind. Daher wurden und durften beim Abbruch der Hofanlage auch keine Bodenplatten oder Pflasterungen bzw. vorhandene Fundamente etc. entfernt werden. Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege bereitet momentan die endgültige Unterschutzstellung des Grundstückes als Bodendenkmal vor.

Die Gemeinde Jüchen hat deshalb als Untere Denkmalbehörde das Grundstück der ehemaligen Hofanlage bereits im November 2016 vorläufig als Bodendenkmal eingetragen. Hierdurch ist ein angemessener Schutz der im Boden des Grundstückes vermuteten Befunde gewährleistet. So können bis zur endgültigen Eintragung alle unerlaubten und nicht beantragten Bodeneingriffe ordnungsbehördlich verfolgt werden.

Für die beabsichtigte Eintragung als Bodendenkmal ist hierbei ein angeblicher Brunnenfund auf dem Grundstück nicht ausschlaggebend. So liegen den zuständigen Stellen bisher weder eine Fundmeldung noch ein Antrag auf Bodensondierung oder für weitere Bodeneingriffe vor. Auch sind momentan keine Untersuchungen zur Bestimmung des Alters von Funden angedacht. Ebenfalls sind aktuell keine archäologischen Grabungen zwecks Erforschung des Grundstücks geplant. Dies würde frühestens der Fall sein, wenn jemand das Grundstück bebauen möchte.

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