VBE: Ablehnung des Masterplans – Schlag ins Gesicht der Grundschulen

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Verband Bildung und Erziehung – Schulausschuss im Landtag lehnt Masterplan für Grundschulen ab. Die Arbeit in den Grundschulen ist aus Sicht des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) aus der Balance geraten.

Diese haben die Grundschulumfragen des VBE von Mai und November 2016 gezeigt. „Vor die­sem Hintergrund und den Ergebnissen der Anhörung im Landtag vom 7. Dezember 2016 ist es für die Lehrkräfte an den Grundschulen ein Schlag ins Gesicht, dass Rot-​Grün den Masterplan Grundschule heute im Schulausschuss mit ihrer Mehrheit vom Tisch gewischt hat“, erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender des VBE NRW.

Die Umfragen des VBE haben mehr als deut­lich gemacht, dass die Schulen vor vie­len unge­lös­ten Problemen ste­hen. Es feh­len Lehrkräfte, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, sozi­al­päd­ago­gi­sche Fachkräfte, und Lehrkräfte mit einer Qualifikation für Deutsch als Zweitsprache. Die Klassen sind zu groß.

Laut Blitz-​VBE-​Umfrage von Mitte November wer­den in 60 Prozent der Klassen 24 Kinder und mehr unter­rich­tet, rund 13 Prozent der Klassen umfas­sen 28 und mehr Kinder. (Anmerk. d. Red.: Erlaubt sind bis 32)

In kei­ner Schulform feh­len mehr Schulleitungen. Um die Attraktivität des Amtes zu stär­ken, wer­den die Schulleitungen jetzt höher besol­det. Bedauerlich aber ist, dass die Stellvertretungen in ihrer bis­he­ri­gen Besoldungsstufe ver­blei­ben. Mit Blick auf die vie­len unbe­setz­ten Stellen für stell­ver­tre­tende Schulleitungen ein fata­les Signal.

Es gibt zu wenig Zeit für Aufgaben neben dem Unterricht, wie etwa Elternberatungen, um Konzepte für das digi­tale Lernen zu erar­bei­ten oder die Gestaltung des Ganztags.

Zum Vergleich: Eine Grundschule mit 200 Schülern erhält dafür zwei Anrechnungsstunden für das gesamte Kollegium. Ein Gymnasium mit 200 Schülern in der Sekundarstufe II erhält hin­ge­gen 19 Anrechnungsstunden.

Das System muss vom Kopf auf die Füße gestellt wer­den“, ver­langte der Vorsitzende des VBE, Udo Beckmann, anläss­lich der Anhörung. „Gerade Kinder im Grundschulalter benö­ti­gen eine zeit­auf­wen­dige Betreuung und Begleitung für einen gelin­gen­den Einstieg in unser Bildungssystem und die Lehrkräfte dafür aus­rei­chende zeit­li­che Ressourcen.“

Der VBE for­dert daher erneut:

  • Die Schaffung einer Vertretungsreserve für jede Grundschule.
  • Ein Schulleitungsteam aus Rektor und Konrektor für jede Grundschule, die beide deut­lich bes­ser besol­det wer­den als Lehrkräfte.
  • Eine Doppelbesetzung in allen inklu­si­ven Klassen.
  • Mehr Ressourcen für qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Ganztagsangebote.
  • Drastische Absenkung der Klassengröße.
  • Die Anpassung der Unterrichtsverpflichtung an das Niveau der Schulen des län­ge­ren gemein­sa­men Lernens, auch an Grundschulen.
(31 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)