Rhein‐​Kreis Neuss: Museumsleiterin Angelika Riemann ver­ab­schie­det

Rhein‐​Kreis Neuss – Nach rund 27 Jahren Museumsarbeit, davon knapp 10 Jahre als Leiterin des Kreismuseums, ist Angelika Rieman zum Jahresende in den Ruhestand getre­ten.

Zahlreiche Gäste waren jetzt ins Kulturzentrum des Rhein‐​Kreises Neuss in Dormagen‐​Zons gekom­men, um Riemann gemein­sam mit Landrat Hans‐​Jürgen Petrauschke und Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes zu ver­ab­schie­den – dar­un­ter der Dormagener Bürgermeister Erik Lierenfeld und Vertreter ande­rer Museum in der Region. Das musi­ka­li­sche Rahmenprogramm gestal­tete die Jagdhornbläsergruppe Zons.

Den Gedanken von „Kontinuität und Wandel“ in Riemanns Arbeit betonte Landrat Petrauschke. Er attes­tierte der lang­jäh­ri­gen Kreisbediensteten: „Sie haben unse­rem Museum gut­ge­tan. Sie haben sei­nen aus­ge­zeich­ne­ten Ruf über unsere Kreisgrenzen hin­aus gefes­tigt und aus­ge­baut. Sie hin­ter­las­sen ein bes­tens bestell­tes Haus.“ Den Dank des Vereins der Freunde und Förderer des Museums über­brachte des­sen Vorsitzender Georg Uhlenbroich.

Bei der Verabschiedungsfeier im Kreiskulturzentrum Zons (v.l.n.r.): Bürgermeister Erik Lierenfeld, Kreisdirektor Dirk Brügge, Kulturdezernent Tillmann Lonnes, Angelika Riemann, Landrat Hans‐​Jürgen Petrauschke und Anna Karina Hahn. Foto: S. Büntig/​Rhein‐​Kreis Neuss

Als stu­dierte Historikern mit kunst­ge­schicht­li­chem Background begann Angelika Riemann ihren Dienst beim Rhein‐​Kreis Neuss zunächst mit einem Praktikum im Kreismuseum, das 1989 in eine Festanstellung als wis­sen­schaft­li­che Mitarbeiterin mün­dete. Neben der Museumspädagogik, die sie dort auf­ge­baut hat, war sie für die Bereiche PR und Marketing zustän­dig. Hinzu kamen Ausstellungen, die sie oft mit Publikationen beglei­tete.

Anfang 2007 über­nahm die 1951 im ber­gi­schen Lennep gebo­rene Wahldüsseldorferin von ihrer Vorgängerin Helene Blum‐​Spicker die Museumsleitung. Insgesamt orga­ni­sierte und kura­tierte sie 85 Ausstellungen zu Themen der Angewandten Kunst und Kulturgeschichte. Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Jugendstilkunst und Textil. Viele der Ausstellungen fan­den in Zusammenarbeit mit inter­na­tio­na­len Projektpartnern statt, wie etwa die Ausstellung „Olga de Amaral. Zeitgenössische Textilkunst aus Kolumbien“, die erst­mals als Einzelausstellung in Europa gezeigt wurde.

Stets war es Angelika Riemann auch ein Anliegen, mit ihren Ausstellungen den Blick auf das Besondere im Gewöhnlichen, das ver­meint­lich Unscheinbare, zu len­ken. Zu den Themen gehör­ten „Wa(h)re Engel“, „Schlitten“, „Der Schneemann“ oder „Kofferwelten“. Oft ver­band sie auch Vergangenes und Gegenwärtiges wie in der Ausstellung „Du Flasche!“ in der sich his­to­ri­sche und visio­näre Bierflaschen der Zukunft begeg­ne­ten.

Neue Wege ging Sie 2009 auch mit der Präsentation „Vielfalten. Die Kunst des Serviettenbrechens“ – eine Ausstellung, in der aus­schließ­lich Rekonstruktionen, aber kein ein­zi­ges Original gezeigt wurde. Die Ausstellung wurde mit knapp 10.000 Besuchern ein vol­ler Erfolg und ver­ur­sachte zumin­dest eine kurz­fris­tige Neubelebung der Serviettenfaltkunst im Rhein‐​Kreis Neuss.

Seit 2011 berei­chert eine Katagami‐​Sammlung die Dauerbestände des Kreismuseums. Die Katagami – das sind japa­ni­sche Papierschablonen zum Färben von Stoffen – fan­den durch die Organisation von Angelika Riemann ihren Weg von Japan nach Zons. Dieser Sammlungsaspekt stellte seit­her einen neuen Bezug zur Jugendstilzinnsammlung und zum Sammlungsschwerpunkt Textil her.

Die Nachfolge von Angelika Riemann tritt Anna Karina Hahn an, die zuvor bereits an ihrer Seite als wis­sen­schaft­li­che Mitarbeiterin gear­bei­tet hat.

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