Schulministerium legt Auswertung von Arbeitsunfällen bei Lehrern vor

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Robert Schilken, Herausgeber



VBE: Hohe Dunkelziffer bei Gewalt gegen Lehrkräfte. 73 Fälle „Aggressivität gegen Lehrkräfte“ in 2015.

Die Daten der Landesregierung und das Eingeständnis einer hohen Dunkelziffer bestä­ti­gen die Einschätzung des Verbands Bildung und Erziehung, dass Gewalt gegen Lehrer ein Tabuthema ist, zu des­sen Verhinderung mehr getan wer­den muss“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des VBE NRW anläss­lich einer aktu­el­len Auswertung von aner­kann­ten Dienstunfällen von Lehrkräften. Die Daten, die das Schulministerium als Antwort auf eine CDU-​Anfrage dem Landtag vor­legte, stam­men aus dem Jahr 2015.

Nach den Zahlen sind von 1.800 aner­kann­ten Dienstunfällen 73 Fälle auf „Aggressivität gegen Lehrkräfte“ zurück­zu­füh­ren. Aufgeschlüsselt nach Schulformen fin­det man in Berufskollegs, Weiterbildungskollegs und Studienseminare keine Fälle. Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen wei­sen je einen Fall auf, bei Gymnasien, Gesamt- und Realschulen sind jeweils drei Fälle ver­zeich­net, vier Fälle bei den Hauptschulen, und bei den Grundschulen beträgt die Fallzahl 16. Die höchste Fallzahl von 42 besteht bei den Förderschulen.

Darüber hin­aus geht die Landesregierung von einer Dunkelziffer bei Lehrkräften aus, die ihre Erfahrungen aus ver­schie­de­nen Gründen nicht wei­ter­lei­ten und nur in weni­gen Fällen Anzeigen nach § 194 StGB (Beleidigungstatbestände) erstat­ten. „Gewalt gegen Lehrkräfte wird oft­mals zum Privatproblem erklärt.

Die vom VBE in Auftrag gege­bene Umfrage hat deut­lich gemacht, dass feh­lende Unterstützung der Verantwortlichen, Zweifel an der Erfolgsaussicht und die Angst vor Konsequenzen die kon­se­quente Meldung und Verfolgung von psy­chi­schen und phy­si­schen Angriffen ver­hin­dern. Der Dienstherr muss sich klar schüt­zend vor und vor allem unter­stüt­zend hin­ter die Lehrkräfte stel­len: das ist bis­her nicht erkenn­bar der Fall“, kri­ti­siert Beckmann.

Der VBE hatte im November die erste große Umfrage zu Gewalt gegen Lehrer vor­ge­legt hat. Demnach berich­ten zwei Drittel der Lehrkräfte von psy­chi­scher oder phy­si­scher Gewalt gegen Lehrkräfte an Ihrer Schule. Der VBE unter­stützt daher aus­drück­lich die aktu­elle Bundesratsinitiative NRW zur Verschärfung des Strafrechts bei Straftaten gegen Personen die für die Funktionsfähigkeit des Gemeinwesens bedeut­same Aufgaben wahr­neh­men – wie Lehrer.

Der VBE for­dert dar­über hinaus:

  • Die Dokumentation von Vorfällen hat ver­pflich­tend zu erfolgen.
  • Statistiken müs­sen geführt und ver­öf­fent­licht werden.
  • Die Lehrkraft muss die volle Unterstützung des Dienstherrn erhalten.
  • Entwicklung kla­rer Strukturen, an wen sich Lehrkräfte wen­den kön­nen und was
    nach einem Übergriff zu tun ist.
  • Unterstützung der Schulen durch mul­ti­pro­fes­sio­nelle Teams.
  • Ein brei­tes Fortbildungsangebot.
  • Vermittlung von Medienkompetenz als Prävention gegen Cybermobbing.

Hier fin­den Sie die Antwort der Landesregierung auf die kleine Anfrage. (pdf)

Quelle: VBE – Pressemitteilung 2–2017

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