Verbraucherzantrale NRW: Rettung fürs Weihnachtsgeld – 500 Euro pfän­dungs­frei aber nur auf Antrag

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Weihnachten hält für alle, die wegen Kontopfändungen nur ein mage­res Budget ver­wal­ten kön­nen, ein Präsent bereit: 

Vom Weihnachtsgeld blei­ben bis zu 500 Euro pfän­dungs­frei. „Den Schutz für das Weihnachtsgeld gibt es nur auf einem Pfändungsschutz-​Konto (P‑Konto)“, weiß die Verbraucherzentrale NRW. „Doch auch wer ein P‑Konto führt, auf dem der Schutz sonst ja (fast) auto­ma­tisch geht, darf sich nicht in Sicherheit wiegen.

Denn der geschützte Sockelbetrag und wei­tere schon beschei­nigte Freibeträge wer­den in der Regel nicht aus­rei­chen, um das Plus beim Weihnachtsgeld zu sichern“, warnt die Verbraucherzentrale NRW vor vor­weih­nacht­li­cher Sorglosigkeit. P‑Konto-​Inhabern rät sie drin­gend, beim Vollstreckungsgericht oder bei der Vollstreckungsstelle des öffent­li­chen Gläubigers (z.B. bei einer Pfändung durch das Finanzamt) einen Antrag auf Schutz die­ser außer­plan­mä­ßi­gen Zahlung zu stel­len. „Denn ist das Geld erst ein­mal an die Gläubiger gezahlt, lässt sich nichts mehr ret­ten“, gibt die Verbraucherzentrale NRW fol­gende Tipps:

Automatischer Schutz: Beim P‑Konto läuft in Sachen Pfändungsschutz eigent­lich (fast) alles auto­ma­tisch. Unabhängig von der Art des Einkommens ist ein Sockelbetrag von 1.073,88 Euro immer geschützt – zuzüg­lich wei­te­rer Freibeträge für Unterhaltsverpflichtungen und bestimm­ter ande­rer gesetz­lich geschütz­ter Gutschriften wie zum Beispiel das Kindergeld. Vorausgesetzt, der Bank liegt eine Bescheinigung des Arbeitgebers, der Familienkasse, des Sozialamts/​Jobcenters oder einer Schuldnerberatungsstelle vor, dass es sich um sol­che geschütz­ten Geldeingänge handelt.

Schutz nur auf Antrag: Weihnachtsvergütungen bis zur Hälfte des monat­li­chen Arbeitseinkommens, höchs­tens bis zum Betrag von 500 Euro, sind unpfänd­bar (§ 850 a Zivilprozessordnung). Das Weihnachtsgeld lässt sich jedoch nicht wie die geschütz­ten Geldeingänge beschei­ni­gen, son­dern die Freigabe muss umge­hend beim jewei­li­gen Vollstreckungsgericht oder der Vollstreckungsstelle, die den Pfändungsbeschluss aus­ge­stellt hat, sepa­rat bean­tragt werden.

Einen Musterbrief hierzu gibt es unter www​.ver​brau​cher​zen​trale​.nrw/​w​e​i​h​n​a​c​h​t​s​g​e​l​d​-​p​-​k​o​nto.

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