Neuss: Ehrenamtliches Engagement stär­ken – zen­trale Anlaufstelle im Rathaus schaffen

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Die CDU-​geführte Koalition will das ehren­amt­li­che Engagement der Neusserinnen und Neusser stär­ken und dafür eine zen­trale Anlaufstelle im Rathaus einrichten.

Diese soll ehren­amt­lich Engagierte bei der Bewältigung von recht­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Fragestellungen bera­ten. So mehr­heit­lich beschlos­sen im Sozialausschuss in der Sitzung am 10.11.2016.

Hauptaufgabe die­ser Stelle soll die Koordination von Ansprechpartnern inner­halb der Stadtverwaltung und ggf. den städ­ti­schen Tochterunternehmen sein. „Wer etwa ein Straßenfest oder einen Sportwettkampf orga­ni­siert, soll sich nicht mehr am Telefon die Finger wund wäh­len und ver­schie­dene Ansprechpartner suchen, son­dern Hilfe aus einer Hand erhal­ten“, bringt der Initiator der Idee, Thomas Kaumanns, ein Beispiel. Darüber hin­aus soll diese Stelle auf bestehende Angebote zur Beratung und Qualifizierung ver­wei­sen. Im Laufe der Zeit ist auch eine Handreichung ange­dacht, in der die Antworten auf häu­fig gestellte Fragen zusam­men­ge­fasst wer­den („FAQ-​Liste“).

Ehrenamtliches Engagement hat in unse­rer Stadt eine große Tradition und Bedeutung. Tausende von Neusserinnen und Neussern enga­gie­ren sich in Kirchen, Vereinen oder Initiativen. Sie sind das Rückgrat der Gesellschaft“, erklä­ren Anne Holt und Thomas Kaumanns, beide Mitglieder des Sozialausschusses und sel­ber in ver­schie­de­nen Ehrenämtern tätig.

Das Ehrenamt unter­liegt jedoch einem Wandel, wobei sich ins­be­son­dere zwei Tendenzen fest­stel­len lassen:

Erstens wird das ehren­amt­li­che Engagement des Einzelnen fle­xi­bler. Menschen enga­gie­ren sich oft­mals pro­jekt­be­zo­gen oder nur für eine kurze Zeit; oder sie zie­hen Initiativen den klas­si­schen Organisationsformen vor. Viele Engagierte kön­nen auf­grund ihres Berufs nur wenig Zeit inves­tie­ren; „Fulltime-​Ehrenamtler“ wer­den immer weni­ger. All diese Entwicklungen füh­ren dazu, dass wich­ti­ges Know-​how im ehren­amt­li­chen Engagement ver­lo­ren geht bzw. immer wie­der neu erar­bei­tet wer­den muss.

Zweitens wer­den die recht­li­chen Anforderungen an ehren­amt­li­ches Engagement immer höher. Nur bei­spiel­haft seien Sicherheitskonzepte oder Hygienevorschriften genannt. Die Struktur einer Kommunalverwaltung mit ihren Ämtern und Zuständigkeiten hin­ge­gen ist für Laien oft­mals unver­ständ­lich. Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Vorgaben füh­ren oft zu Frustration und Demotivation.

Mit der zen­tra­len Anlaufstelle wol­len wir auf diese Entwicklungen reagie­ren und ehren­amt­lich enga­gier­ten Neusserinnen und Neussern nach dem Prinzip eines „one-​stop-​shops“ hel­fen, damit sie sich voll und ganz auf ihre eigent­li­che Aufgabe kon­zen­trie­ren kön­nen“, erklä­ren Holt und Kaumanns abschließend.

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