Neuss: Totenmesse zum run­den Geburtstag – Marienchor singt Fauré-​Requiem

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Neuss – Zum Geburtstag eine Totenmesse? Was auf den ersten Blick wie ein makaberer Scherz anmutet, ist beim Neusser Marienchor Wirklichkeit – und das in frommer Absicht:

Das 120-jährige Bestehen des Chors begehen die Sängerinnen und Sänger, indem sie die Messfeier des Allerseelentages musikalisch gestalten.

Am 2. November 2016, abends um 18 Uhr, singt der Chor in der Marienkirche das Requiem von Gabriel Fauré. Ausführende sind der mit Gästen verstärkte Marienchor mit seinem Interims-Leiter Dominik Tukaj sowie Solisten und Musiker. Tukaj, der an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln studiert, hat junge Musiker von dort gewonnen, welche die Solopartien und Instrumentalstimmen übernehmen. Die Messe liest Monsignore Wilfried Korfmacher, Pfarrvikar in Neuss-Mitte.

Das Requiem von Gabriel Fauré – ein französischer Komponist der Zeit um 1900 – ist das einzige größere Werk dieses Musikers, das einen religiösen Text als Basis hat. Es kommt in einer bearbeiteten Fassung für Chor, Solisten, Orgel und Violine zur Aufführung. Knapp ein halbes Jahr lang hat der Chor dafür geprobt.

„Der Marienchor als Kirchenchor sieht seine primäre Aufgabe in der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste, weswegen wir uns für eine Messe und gegen ein Konzert entschieden haben“, erklärt Tukaj die etwas unübliche Art, den runden Geburtstag zu feiern. Weil es aber ein besonderer Gottesdienst sein sollte und keine gewöhnliche Sonntagsmesse, fiel die Wahl auf den Allerseelentag.

Da nun ein Requiem – die Messfeier für die Verstorbenen – dem Ursprung nach kein Grund zum fröhlichen Feiern ist, holt der Chor die weltliche Geburtstagsfeier nach: Zum Cäcilienfest, dem traditionellen Patronatstag der Kirchenchöre, findet am 20. November eine Feierstunde statt. Dazu sind in diesem Jahr auch alle ehemaligen Sänger herzlich eingeladen.

 

Hintergrundinformationen:

An Allerseelen, das immer am 2. November gefeiert wird, begeht die katholische Kirche das Gedächtnis ihrer Verstorbenen. Vielerorts werden dazu besondere Gottesdienste veranstaltet, in denen beispielsweise die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres verlesen werden. Viele Katholiken besuchen anlässlich des Allerselen-Tages die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen; aus Gründen der Praktikabilität findet dies aber oft schon am arbeitsfreien 1. November (Allerheiligen) statt.

Ein Requiem ist der katholischen Kirche die heilige Messe für Verstorbene. Der Begriff bezeichnet sowohl die Liturgie der heiligen Messe bei der Begräbnisfeier als auch kirchenmusikalische Kompositionen für das Totengedenken. Er leitet sich vom ersten Wort des lateinischen Gesanges zum Einzug ab: „Requiem aeternam dona eis, Domine“ – das heißt übersetzt: „Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr“. Die Gebets- und Schrifttexte der Liturgie des Requiems entsprechen dem des Allerseelentages.

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