Neuss: Totenmesse zum run­den Geburtstag – Marienchor singt Fauré-Requiem

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Zum Geburtstag eine Totenmesse? Was auf den ers­ten Blick wie ein maka­be­rer Scherz anmu­tet, ist beim Neusser Marienchor Wirklichkeit – und das in from­mer Absicht: 

Das 120-​jährige Bestehen des Chors bege­hen die Sängerinnen und Sänger, indem sie die Messfeier des Allerseelentages musi­ka­lisch gestalten.

Am 2. November 2016, abends um 18 Uhr, singt der Chor in der Marienkirche das Requiem von Gabriel Fauré. Ausführende sind der mit Gästen ver­stärkte Marienchor mit sei­nem Interims-​Leiter Dominik Tukaj sowie Solisten und Musiker. Tukaj, der an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln stu­diert, hat junge Musiker von dort gewon­nen, wel­che die Solopartien und Instrumentalstimmen über­neh­men. Die Messe liest Monsignore Wilfried Korfmacher, Pfarrvikar in Neuss-Mitte.

Das Requiem von Gabriel Fauré – ein fran­zö­si­scher Komponist der Zeit um 1900 – ist das ein­zige grö­ßere Werk die­ses Musikers, das einen reli­giö­sen Text als Basis hat. Es kommt in einer bear­bei­te­ten Fassung für Chor, Solisten, Orgel und Violine zur Aufführung. Knapp ein hal­bes Jahr lang hat der Chor dafür geprobt.

Der Marienchor als Kirchenchor sieht seine pri­märe Aufgabe in der musi­ka­li­schen Gestaltung der Gottesdienste, wes­we­gen wir uns für eine Messe und gegen ein Konzert ent­schie­den haben“, erklärt Tukaj die etwas unüb­li­che Art, den run­den Geburtstag zu fei­ern. Weil es aber ein beson­de­rer Gottesdienst sein sollte und keine gewöhn­li­che Sonntagsmesse, fiel die Wahl auf den Allerseelentag.

Da nun ein Requiem – die Messfeier für die Verstorbenen – dem Ursprung nach kein Grund zum fröh­li­chen Feiern ist, holt der Chor die welt­li­che Geburtstagsfeier nach: Zum Cäcilienfest, dem tra­di­tio­nel­len Patronatstag der Kirchenchöre, fin­det am 20. November eine Feierstunde statt. Dazu sind in die­sem Jahr auch alle ehe­ma­li­gen Sänger herz­lich eingeladen.

Hintergrundinformationen:

An Allerseelen, das immer am 2. November gefei­ert wird, begeht die katho­li­sche Kirche das Gedächtnis ihrer Verstorbenen. Vielerorts wer­den dazu beson­dere Gottesdienste ver­an­stal­tet, in denen bei­spiels­weise die Namen der Verstorbenen des ver­gan­ge­nen Jahres ver­le­sen wer­den. Viele Katholiken besu­chen anläss­lich des Allerselen-​Tages die Gräber ihrer ver­stor­be­nen Angehörigen; aus Gründen der Praktikabilität fin­det dies aber oft schon am arbeits­freien 1. November (Allerheiligen) statt.

Ein Requiem ist der katho­li­schen Kirche die hei­lige Messe für Verstorbene. Der Begriff bezeich­net sowohl die Liturgie der hei­li­gen Messe bei der Begräbnisfeier als auch kir­chen­mu­si­ka­li­sche Kompositionen für das Totengedenken. Er lei­tet sich vom ers­ten Wort des latei­ni­schen Gesanges zum Einzug ab: „Requiem aeter­nam dona eis, Domine“ – das heißt über­setzt: „Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr“. Die Gebets- und Schrifttexte der Liturgie des Requiems ent­spre­chen dem des Allerseelentages.

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