Meerbusch: Jetzt sind die Radfahrer gefragt – Was kann wo ver­bes­sert werden?

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Seit Ende September ist Meerbusch neues Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahr­rad­freund­li­cher Städte (AGFS) in NRW

Für die Stadt hat der Beitritt in die Arbeitsgemeinschaft hand­feste Gründe: Das Auto ist in Meerbusch mit Abstand das bevor­zugte Verkehrsmittel. Zum 1. Januar 2016 waren in Meerbusch 39.800 moto­ri­sierte Fahrzeuge ange­mel­det – davon 35.130 Pkw. Die Pkw-​Dichte liegt damit bei 0,63 Pkw pro Einwohner, lan­des­weit sind es nur 0,54. Die täg­li­chen Staus – gerade jetzt im Herbst – zei­gen die Auswirkungen eindrucksvoll.

In der Meerbuscher Energiebilanz, die im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes erstellt wurde, macht sich das ent­spre­chend bemerk­bar: 41 Prozent der im Stadtgebiet ver­brauch­ten Endenergie frisst der Kfz-​Verkehr, auf die pri­va­ten Haushalte ent­fal­len 39 Prozent, auf die Wirtschaft ledig­lich 18 Prozent. Dringend ver­bes­se­rungs­wür­dig ist eine wei­tere sta­tis­ti­sche Zahl: Rund 50 Prozent der Autofahrten in Meerbusch die­nen dazu, Kurzstrecken von 100 Meter bis einem Kilometer zurückzulegen.

Die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahr­rad­freund­li­cher Städte bedeu­tet nicht, dass Meerbusch bereits jetzt fahr­rad­freund­lich ist“, so Stadtsprecher Michael Gorgs. „Die Mitgliedschaft ist eher ein Arbeitsauftrag und eine frei­wil­lige Selbstverpflichtung.” Zwei seien bereits eine ganze Reihe von Aufgaben erle­digt, die Arbeit aber beginne erst jetzt rich­tig. Das Radfahren im Stadtgebiet müsse kom­for­ta­bler und attrak­ti­ver wer­den, um das Fahrrad lang­fris­tig als erst zu neh­mende Alternative zum Auto zu eta­blie­ren – zum Beispiel für den Weg zur Arbeit oder zur nächs­ten Bus- oder Bahnhaltestelle.

Im Vordergrund des Vorhabens steht die sichere Führung des Radverkehrs auf wich­ti­gen Wegeverbindungen von A nach B im gesam­ten Stadtgebiet. Das Planungsbüro PGV-​Alrutz aus Hannover erar­bei­tet der­zeit in engem Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung ein moder­nes Meerbuscher Radverkehrsnetz, das alle wich­ti­gen Ziele des Radverkehrs berück­sich­tigt. „Dabei prü­fen wir inten­siv die Qualität bzw. die Befahrbarkeit der bestehen­den Wegeverbindungen und zei­gen dann auf, wo Handlungsbedarf besteht“, erklärt Heike Prahlow, Ingenieurin bei PGV.

Die Planung soll aber nicht allen in Händen der Profis blei­ben. Jetzt sind auch die Meerbuscherinnen und Meerbuscher auf­ge­ru­fen, Ihre Anregungen und Ideen zur Verbesserung des Radverkehrs zu benen­nen. Unter der Mail-​Adresse radverkehr@meerbusch.de kön­nen Radfahrer ihre Anregungen direkt an den Fachbereich Straßen und Kanäle im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung schi­cken. Die E‑Mails wer­den dort gesam­melt und an die zustän­di­gen Stellen weitergeleitet.

Das Planungsbüro wer­tet alle Stellungnahmen aus und ver­öf­fent­licht sie zum Abschluss der Aktion mit einer gut­ach­ter­li­chen Stellungnahme. Im kom­men­den Frühjahr sol­len die Ergebnisse vorliegen. 

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