Meerbusch: Jetzt sind die Radfahrer gefragt – Was kann wo ver­bes­sert wer­den?

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Meerbusch – Seit Ende September ist Meerbusch neues Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS) in NRW.

Für die Stadt hat der Beitritt in die Arbeitsgemeinschaft handfeste Gründe: Das Auto ist in Meerbusch mit Abstand das bevorzugte Verkehrsmittel. Zum 1. Januar 2016 waren in Meerbusch 39.800 motorisierte Fahrzeuge angemeldet – davon 35.130 Pkw. Die Pkw-Dichte liegt damit bei 0,63 Pkw pro Einwohner, landesweit sind es nur 0,54. Die täglichen Staus – gerade jetzt im Herbst - zeigen die Auswirkungen eindrucksvoll.

In der Meerbuscher Energiebilanz, die im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes erstellt wurde, macht sich das entsprechend bemerkbar: 41 Prozent der im Stadtgebiet verbrauchten Endenergie frisst der Kfz-Verkehr, auf die privaten Haushalte entfallen 39 Prozent, auf die Wirtschaft lediglich 18 Prozent. Dringend verbesserungswürdig ist eine weitere statistische Zahl: Rund 50 Prozent der Autofahrten in Meerbusch dienen dazu, Kurzstrecken von 100 Meter bis einem Kilometer zurückzulegen.

„Die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte bedeutet nicht, dass Meerbusch bereits jetzt fahrradfreundlich ist“, so Stadtsprecher Michael Gorgs. "Die Mitgliedschaft ist eher ein Arbeitsauftrag und eine freiwillige Selbstverpflichtung." Zwei seien bereits eine ganze Reihe von Aufgaben erledigt, die Arbeit aber beginne erst jetzt richtig. Das Radfahren im Stadtgebiet müsse komfortabler und attraktiver werden, um das Fahrrad langfristig als erst zu nehmende Alternative zum Auto zu etablieren – zum Beispiel für den Weg zur Arbeit oder zur nächsten Bus- oder Bahnhaltestelle.

Im Vordergrund des Vorhabens steht die sichere Führung des Radverkehrs auf wichtigen Wegeverbindungen von A nach B im gesamten Stadtgebiet. Das Planungsbüro PGV-Alrutz aus Hannover erarbeitet derzeit in engem Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung ein modernes Meerbuscher Radverkehrsnetz, das alle wichtigen Ziele des Radverkehrs berücksichtigt. „Dabei prüfen wir intensiv die Qualität bzw. die Befahrbarkeit der bestehenden Wegeverbindungen und zeigen dann auf, wo Handlungsbedarf besteht“, erklärt Heike Prahlow, Ingenieurin bei PGV.

Die Planung soll aber nicht allen in Händen der Profis bleiben. Jetzt sind auch die Meerbuscherinnen und Meerbuscher aufgerufen, Ihre Anregungen und Ideen zur Verbesserung des Radverkehrs zu benennen. Unter der Mail-Adresse radverkehr@meerbusch.de können Radfahrer ihre Anregungen direkt an den Fachbereich Straßen und Kanäle im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung schicken. Die E-Mails werden dort gesammelt und an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

Das Planungsbüro wertet alle Stellungnahmen aus und veröffentlicht sie zum Abschluss der Aktion mit einer gutachterlichen Stellungnahme. Im kommenden Frühjahr sollen die Ergebnisse vorliegen.

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