Rhein-​Kreis Neuss: Styropor-​Entsorgung – Kreisdezernent inter­ve­niert beim Umweltministerium

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Rhein-​Kreis Neuss – HBCD-​haltige Dämmstoffe wie Styropor gel­ten jetzt unter bestimm­ten Voraussetzungen als Sonderabfälle. 

Nach einer neuen EU-​Regel kön­nen diese Materialien, wenn sie älter als zwei Jahre sind, der­zeit fak­tisch nicht mehr ent­sorgt wer­den. Für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und Bauherren hat das bereits fatale Folgen: Abbrucharbeiten kön­nen nicht mehr statt­fin­den, Baustellen lie­gen still.

Für die Abfallentsorgung ist der Rhein-​Kreis Neuss zustän­dig. Umweltdezernent Karsten Mankowsky ver­steht die Sorgen der Bauherren und Betriebe: „Ich kann der­zeit weder unse­ren Gewerbetreibenden noch unse­ren Privatbürgern eine Entsorgungsmöglichkeit anbie­ten – und das, obwohl sich die Zusammensetzung des Abfalls gegen­über frü­her nicht geän­dert hat.“

Mankowsky erläu­tert, dass durch eine EU-​Verordnung eine neue Abfallschlüsselnummer für die Styropor-​Abfälle gilt. Diese sei aber an den vom Rhein-​Kreis Neuss genutz­ten Entsorgungseinrichtungen wie der Müllverbrennungsanlage in Krefeld nicht zuge­las­sen und per Satzung von der Entsorgungspflicht aus­ge­schlos­sen. Mankowsky: „Meine große Sorge gilt der Baubranche, die nun über keine aus­rei­chen­den Entsorgungsmöglichkeiten mehr ver­fügt. Die aktu­elle Lage birgt die Gefahr, dass die wilde Entsorgung von Dämmplatten stark zunimmt.“ Der zustän­dige Dezernent kann der Branche daher nur emp­feh­len, vor­läu­fig keine Renovierungs- und Abbrucharbeiten durch­zu­füh­ren, bei denen Dämmplatten aus Styropor anfal­len, die vor 2014 instal­liert wor­den sind.

Mankowsky hat sich bereits am 10. Oktober an das Umweltministerium in Düsseldorf gewandt und dar­auf auf­merk­sam gemacht, dass der­ar­tige Dämmstoffe in Hausmüllverbrennungsanlagen des Landes Nordrhein-​Westfalen eigent­lich ord­nungs­ge­mäß und schad­los ver­wer­tet wer­den könn­ten. Die Dämmstoffe soll­ten aller­dings wegen ihres hohen Heizwerts nicht als soge­nannte Monochargen, son­dern nur ver­mischt mit ande­ren Abfällen ver­brannt werden.

Mankowsky kennt Auslegungsvorschriften von ande­ren Bundesländern wie Sachsen-​Anhalt oder Baden-​Württemberg, die die EU-​Verordnung bereits ent­spre­chend inter­pre­tiert haben. Eine ähn­li­che Auslegung erwar­tet er auch von Nordrhein-​Westfalen. Darin könnte gere­gelt wer­den, ob und in wel­chem Umfang HBCD-​haltige Dämmstoffe mit ande­ren Abfällen ver­mischt wer­den dür­fen und wel­che Abfallschlüsselnummern dabei zu ver­wen­den sind.

Ohne eine sol­che Regelung bleibt die Situation im Land pre­kär. Es kann nicht sein, dass Bauherren in Nordrhein-​Westfalen Styropor als Sondermüll teuer ent­sor­gen müs­sen. Dann müss­ten sie womög­lich über zehn Mal mehr bezah­len als Bauherren in Sachsen-​Anhalt oder Baden-​Württemberg“, so Mankowsky. 

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