Dormagen: Zum 25-​jährigen Bestehen des Kinderparlaments kommt auch Rita Süssmuth

Dormagen – Im Hallenbad hängen die Haartrockner zu hoch. In der Fußgängerzone könnten Tischtennisplatten aufgestellt werden. Und Dormagen braucht endlich auch eine Skateboardbahn.

Das waren die Themen, um die es 1991 in der ersten Sitzung des Kinderparlaments ging. Dormagen gehörte damals landesweit zu den ersten zwölf Städten, die ein solches Abgeordnetenhaus für die Jugend schufen. „Im Rhein-Kreis Neuss sind wir bis heute nicht nur die ersten, sondern auf städtischer Ebene auch die einzigen“, sagt Klaus Güdelhöfer vom Kinder- und Jugendbüro im Rathaus, der das Kinderparlament seit 25 Jahren betreut.

Eingerichtet wurde die Jugendvertretung, um auch die jüngsten Bürger schon an allen für sie wichtigen Belangen zu beteiligen und ihnen eine demokratische Mitsprache zu sichern. „Dieses Recht auf Partizipation ist in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonven­tion festgelegt“, erklärt der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers. Er initiierte seinerzeit als Dormagener Bürgermeister die Einführung des Kinderparlaments. Rund 50 Abgeordnete aus allen Grundschulen und den ersten beiden Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen kommen seither regelmäßig in dem Gremium zusammen. In ihren Sitzungen beschäftigen sie sich mit zahlreichen Themen von der Spielplatzgestaltung über den Busverkehr bis hin zur Schulwegsicherung.

„Die Vorschläge der Abgeordneten werden von der Verwaltung wie Bürgeranträge behandelt. Jedes Kind erhält dazu von uns eine detaillierte Stellungnahme“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. Eins der größten Projekte, die durch die Initiative des Kinderparlaments verwirklicht werden konnten, war die Öffnung der Schulhöfe als öffentliche Spielplätze. Auch die in der Gründungssitzung geforderte Skateboardbahn gibt es längst.

Am Montag, 14. November, um 15 Uhr feiert das Kinderparlament seinen runden Geburtstag. Zu der Jubiläumssitzung im Ratssaal sind auch alle Abgeordneten der ersten Stunde eingeladen. „Da sich die Namen und Adressen vielfach geändert haben, können wir die ehemaligen Mitglieder leider nicht schriftlich einladen, sondern bitten sie, sich bei uns zu melden“, sagt Güdelhöfer.

Eine hochkaratig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema Kinderrechte folgt dann am Dienstag, 15. November, um 17.30 Uhr in der Aula des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden. Mit dabei sind die frühere Bundestagspräsidentin und Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth, Regierungspräsidentin Anne Lütkes als Vorstandsmitglied von Unicef Deutschland sowie Dormagens Ehrenbürger Heinz Hilgers. Die Moderation übernimmt Jugendhilfeausschussvorsitzender Johannes Deußen. „Mit dieser Runde erfährt das Kinderparlament als Schule der Demokratie in Dormagen eine passende Würdigung“, sagt Bürgermeister Lierenfeld, der ebenfalls auf dem Podium sitzen wird. Zu der Veranstaltung können sich neben Ratsmitgliedern und Fachkräften alle interessierten Bürger anmelden. Das Kinder- und Jugendbüro ist telefonisch unter 02133/257-247 erreichbar.

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