Meerbusch: Fluglärm macht krank – Gesundheit muss maß­geb­lich für die Entscheidung sein

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Meerbusch – Bürgermeisterin schickt drin­gen­den Appell Verkehrsminister Groschek .

In einem Brief an NRW-​Verkehrsminister Michael Groschek hat Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage jetzt noch­mals ein­dring­lich darum gebe­ten, bei der Entscheidung über die bean­tragte Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf einen fai­ren Ausgleich zwi­schen den Interessen des Airports auf der einen und der „heute schon äußerst lärm­ge­plag­ten Bevölkerung” auf der ande­ren Seite zu gewährleisten.

flugzeugDie fach­li­chen, tech­ni­schen und juris­ti­schen Argumente haben wir in der Stellungnahme der Stadt hin­rei­chend dar­ge­stellt”, so Mielke-​Westerlage. „Jetzt geht es mir ganz kon­kret um die Gesundheit unse­rer Bürgerinnen und Bürger und um einen mensch­li­chen Appell an den Minister.” Zahlreiche Studien hät­ten den Zusammenhang zwi­schen Fluglärm und gesund­heit­li­chen Beeinträchtigungen zwei­fels­frei belegt. Nicht sel­ten seien chro­ni­scher Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Schlaganfälle direkte oder mit­tel­bare Folgen. „Bei Kindern ist zudem nach­ge­wie­sen, dass Fluglärmbelastung zu Verzögerungen in der Entwicklung und zu schlech­te­ren schu­li­schen Leistungen füh­ren kann”, so Mielke-​Westerlage in ihrem Brief. Gerade die Schulen in der Büdericher Einflugschneise seien schon jetzt stark belastet.

Neben Ratingen seien die Menschen in Meerbusch unzwei­fel­haft die Hauptleidtragenden des Flugverkehrs. 80 Prozent der Starts und 20 Prozent der Landungen wer­den über der Meerbuscher Stadtgebiet abge­wi­ckelt. „Bei Starts über­flie­gen die Maschinen die Ortsmitte unse­res größ­ten Stadtteils Büderich in einer Höhe von 650 Meter, bei Landungen sind es nur 250 Meter.” Dank grö­ße­rer Maschinen sei die Anzahl der koor­di­nier­ten Flugbewegungen am Düsseldorfer Airport in den letz­ten Jahren trotz stei­gen­der Fluggastzahlen gesun­ken. Im Interesse der Anwohner im Umland müsse der Flottenumbau der Fluggesellschaften des­halb kon­se­quent fort­ge­setzt wer­den. Das Vorhaben des Flughafens, die Kapazitäten wei­ter aus­zu­bauen, stehe dem „dia­me­tral entgegen”.

Auch neben der aktu­el­len Diskussion um die Kapazitätserweiterung gebe es von Seiten des Flughafens immer wie­der Veränderungen und Versuche, die die Anwohner wei­ter belas­ten. So sei durch die Einführung des so genann­ten „Flachstartverfahrens”, das den Spritverbrauch der Jets sen­ken soll, seit 2014 auch der Zentralbereichs des Stadtteils Lank mit Krankenhaus, Grundschule und zwei Kitas noch mehr in Mitleidenschaft gezo­gen. „Das sind Dinge, die zusätz­lich für Ärger in der Bevölkerung sorgen.”

Abschließend zitiert die Bürgermeisterin in ihrem Brief an Michael Groschek die Vereinbarungen der nordrhein-​westfälischen Regierungsparteien zum Flugverkehr. Darin heißt es unter ande­rem: „Den Anforderungen , die Klimawandel und Lärmschutz an den Flugverkehr stel­len, kann nur durch ein ent­schie­de­nes Handeln der Landesregierung Genüge getan wer­den. Lärm macht krank und ist ins­be­son­dere in den Städten und Ballungsräumen eines der größ­ten Umweltprobleme.” Mielke-​Westerlages Fazit: „Deutlicher kann man es nicht formulieren.”

Den Brief an den Minister im Wortlaut fin­den Sie hier (pdf).

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