Kommentar: Chefredakteur vom Neuss Werbeanzeiger schasst Unschuldigen?

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Am Samstag, den 07. Mai 2016, stürzte sich der Chefredakteur des Neusser Werbeanzeigers in sei­ner unnach­ahm­li­chen Art, die Ihm schon eine rechts­kräf­tige Verurteilung wegen „pole­mi­scher Berichterstattung” ein­bracht, auf ein neues „Machwerk”.

Mit einer ent­spre­chen­den Schlagzeile (auf der Titelseite) erschien das „Machwerk” am Samstag, den 07. Mai 2016: „Vergewaltigung mit Messer: Afrikaner zwingt junge Frau in seine Wohnung ...”.

Die opu­lent auf­be­rei­te­ten Ausführungen des Chefredakteurs, ergänzt mit einem Foto einer in pani­scher Auflösung befind­li­chen Frau, zeu­gen von einer auf­ge­bausch­ten Dramaturgie. Was hilft es da noch, wenn gute Mitarbeiter eine jour­na­lis­tisch seriöse Arbeit ablie­fern: Dieser Mann reißt alles ins Bodenlose.

Der Aufmacher: (Zitate)

Der bru­tale Vergewaltiger, ein Migrant aus Liberia (Afrika), lebt schon seit 20 Jahren in Neuss. Der 45-​jährige Drogenkonsument war­tete mit einem Messer auf sein Opfer. Aus einem Horrorfilm wurde bit­tere Realität.”

Jetzt soll in der Dramaturgie eine posi­tive Verbindung zum Opfer auf­ge­baut werden:

Eine junge Frau hat für die Redaktion die­ser Zeitung gear­bei­tet, eine andere für einen Stadt-​Kurier-​Redakteur Musik gemacht und ihm manch­mal die Haare geschnit­ten.

Spannung wird auf­ge­baut und der „böse, schwarze Mann” kommt ins Spiel.

Eine Heimfahrt, die für Martina S. (25) in einem Albtraum endete.
Gegen 1.30 Uhr, kurz vor ihrer Haltestelle, wird laut Polizei ein Schwarzafrikaner (45) aus Neuss auf die hüb­sche Frau auf­merk­sam.

Der Tatverlauf, mit aus­führ­li­chen Schilderungen durch Dritte.

Der Täter hat unsere Freundin mit einem Messer bedroht. Er hat sie gezwun­gen, ihm zu sei­ner Wohnung zu fol­gen”, so Martinas beste Freundin gegen­über dem Stadt-​Kurier. Auf der
Uerdinger Straße steht das Horror-​Haus. Direkt an der Haltestelle.

Die junge Frau konnte sich nach der bru­ta­len Vergewaltigung befreien und schrieb sofort eine Whatsapp-​Nachricht an ihre Freundinnen, die sie dann auf der Flucht – sie war völ­lig ver­stört – auf­grif­fen. Das Opfer wird in einer Spezialklinik behan­delt.

Zurück zu einer sach­lich und fak­tisch kor­rek­ten Berichterstattung. Ob und was an die­ser Nacht tat­säch­lich vor­ge­fal­len ist, bleibt unbe­kannt. Ob und was der jun­gen Frau wider­fah­ren ist, wis­sen wir nicht.

Auf Nachfrage der Redaktion Klartext​-NE​.de äußerte sich der bear­bei­tende Staatsanwalt, Oberstaatsanwalt Axel Stahl, zum Stand der Ermittlungen am heu­ti­gen Dienstag, den 21. Juni 2016.

Kurzfassung:

Das Verfahren gegen den Tatverdächtigen wurde ein­ge­stellt, zumal es ent­las­tende Indizien zuguns­ten des Verdächtigen gab.


ots – POL-​KR: Vergewaltigung am Samstagmorgen – 01.05.2016 – 14:33

Hier der Originalwortlaut des Staatsanwaltes an die Redaktion:

Das auf­grund des von Ihnen benann­ten Lebenssachverhalts ein­ge­lei­tete Ermittlungsverfahren des Staatsanwaltschaft Krefeld ist durch Verfügung vom 7. Juni 2016 gemäß § 170 Abs. 2 StPO ein­ge­stellt wor­den, weil nach Ausschöpfung aller Ermittlungsansätze nicht mit der für eine Anklageerhebung erfor­der­li­chen Wahrscheinlichkeit nach­ge­wie­sen wer­den konnte, dass es durch den die Tatvorwürfe bestrei­ten­den Beschuldigten zum Nachteil der Anzeigenerstatterin zu einer ver­folg­ba­ren Straftat gegen deren sexu­elle Selbstbestimmung gekom­men ist. 

Diese Sachentscheidung erfolgte vor dem Hintergrund, dass die Ermittlungen auch den Beschuldigten ent­las­tende Indizien erge­ben haben und im Übrigen eine Aussage gegen Aussagesituation vor­lag, die dadurch gekenn­zeich­net war, dass der Beschuldigte den Tatvorwurf bestrit­ten hat und wei­tere unmit­tel­bare Tatzeugen – abge­se­hen von der ihn belas­ten­den Anzeigenerstatterin – nicht vor­han­den sind. 

Bei einer sol­chen Beweislage konnte nach den durch die ober­ge­richt­li­che Rechtsprechung defi­nier­ten Maßstäben nicht von der für die Anklageerhebung erfor­der­li­chen Verurteilungswahrscheinlichkeit aus­ge­gan­gen wer­den. Mithin musste nach dem Legalitätsprinzip das Verfahren ein­ge­stellt werden. 

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