Weltverbrauchertag 2016 – Abzocke per Smartphone – Schutz und Hilfe rund um unge­wollte Abos

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Robert Schilken, Herausgeber



(vz​-nrw​.de) Smartphone-​Nutzer haben mit einem Mobilfunkunternehmen einen Vertrag zum Telefonieren und Surfen im Netz. Im Hintergrund kas­sie­ren jedoch viel­fach unse­riöse Dritte mit Hilfe des soge­nann­ten WAP Billings kräf­tig mit. 

Die Masche: Unerkannte Firmen schal­ten Werbebanner in Apps, um ahnungs­lo­sen Smartphone-​Besitzern mit einem Klick dar­auf ein kos­ten­pflich­ti­ges Abo anzu­dre­hen. Anbieter sol­cher Abzocke-​Apps kom­men an ihr Geld, weil Mobilfunkbetreiber fäl­lige Beträge für Serviceleistungen von Drittfirmen über die Telefonrechnung ihrer Kunden abbuchen.

Nutzer von Smartphones kön­nen sich vor unge­woll­ten Abo-​Abbuchungen bis­lang nur schüt­zen, indem sie ihren Mobilfunkanbieter beauf­tra­gen, eine Sperre gegen Drittanbieter zu ver­hän­gen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Damit sich dubiose Firmen nicht län­ger mit ihrem ver­deck­ten Treiben ins Fäustchen lachen, nutzt die Verbraucherzentrale NRW den dies­jäh­ri­gen Weltverbrauchertag am 15. März, um über die weit­ver­brei­tete Smartphone-​Abzocke auf­zu­klä­ren und ihre Hilfe zur Abhilfe anzubieten:

  • App-​Abzocke über unge­fragte Abos: Apps auf dem Handy mit Wettervorhersagen, Rezepten oder Spielen ver­sor­gen Nutzer mit Infos, Service und Unterhaltung. Im Eifer des Anwendens gera­ten ihre flin­ken Finger nicht nur auf die bereit­ge­stell­ten Angebote, son­dern auch leicht auf ein­ge­blen­dete Werbebanner im jewei­li­gen Anwendungsprogramm. Wer durch eine unbe­dachte Berührung ein im Hintergrund lau­ern­des Abo akti­viert, dem wer­den zum Beispiel 4,99 Euro wöchent­lich berech­net. In der monat­li­chen Abrechnung taucht dann meist eine Summe dar­aus als Posten unbe­kann­ter Herkunft auf. Die Verwunderung dar­über ver­wan­delt sich spä­tes­tens ab der nächs­ten Rechnung in Dauerärger.
  • Abrechnung nur mit Klick auf Bestell-​Button kor­rekt: Wirksam zustande kommt ein Vertrag jedoch erst dann, wenn Handybesitzer den Abschluss eines kos­ten­pflich­ti­gen Abos aus­drück­lich durch den Druck auf einen deut­lich erkenn­ba­ren Bestell-​Button bestä­tigt haben. Ein sol­cher Button muss nicht nur optisch sofort ins Auge sprin­gen, son­dern auch mit dem Hinweis „zah­lungs­pflich­tig bestel­len“ oder einer ande­ren ein­deu­ti­gen Formulierung beschrif­tet sein. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, brau­chen Handynutzer die unge­wollt auf“gedrückten“ Rechnungsposten nicht zu zah­len. Dieser Hinweis hilft aber Handykunden, die bereits über undurch­sich­tige Abbuchungen kla­gen, allein nicht wei­ter. Denn das Herauswinden aus einer Abo-​Falle durch WAP-​Billing-​Missbrauch bleibt auf­wän­dig und kompliziert.
  • Klarheit ver­schaf­fen: Erscheint Kunden eine Handyrechnung zu hoch, soll­ten sie sich zunächst die unkla­ren Abbuchungsposten von ihrem Mobilfunkunternehmen erklä­ren las­sen. Bei unbe­grün­de­ten Zahlungsforderungen von frem­den Firmen müs­sen deren Name und die Adressdaten ermit­telt wer­den. Die Crux hier­bei: Abo-​Anbieter geben meist von sich aus ihre Identität nicht preis, son­dern bedie­nen sich eines wei­te­ren Dienstleisters, der in der Rechnung auf­ge­führt ist. Dieser fun­giert als Puffer und über­nimmt die Abwicklung. Die drin­gend benö­tig­ten Kontaktdaten des Abo-​Anbieters kön­nen Betroffene den­noch über die Kundendienstnummer auf der Rechnung bei ihrem Mobilfunkunternehmen erfragen.
  • Ungewollte Abos sofort kün­di­gen: Wer in eine Abo-​Falle getappt ist, kann wei­tere Abbuchungen nur ver­hin­dern, wenn der unfrei­wil­lige Abo-​Vertrag mit dem dubio­sen Drittanbieter so schnell wie mög­lich online gestoppt wird. Um Scherereien zu ver­mei­den, akzep­tie­ren sie eine Aufkündigung des Abos in der Regel anstands­los. Für eine Beanstandung der Rechnung muss die Drittfirma inner­halb von acht Wochen ange­schrie­ben wer­den. Die Abo-​Firmen igno­rie­ren oder ver­wei­gern aller­dings meist die Rückzahlung von bereits gezahl­ten Beträgen. Gibt’s kein Geld zurück, soll­ten sich getäuschte Kunden an ihren Mobilfunkbetreiber wen­den, um bei ihm auf eine Erstattung ihrer Ansprüche zu pochen.
  • Vorsorglich Drittanbietersperre ein­rich­ten: Sicher von vorn­her­ein und auf Dauer kön­nen sich Smartphone- und Tablet-​Nutzer nur vor die­ser per­fi­den Abo-​Masche schüt­zen, wenn sie ihre Handynummer für die Abbuchung von Diensten frem­der Firmen von ihrem Mobilfunkunternehmen sper­ren lassen.

Wer mehr dar­über erfah­ren will, wie die ver­deckte App-​Abzocke auf ihrem Smartphone funk­tio­niert und wie man sich wir­kungs­voll vor den per­fi­den Machenschaften schüt­zen kann, kann sich am heu­ti­gen Weltverbrauchertag zum Thema „Abzocke per Smartphone“ aus­führ­lich infor­mie­ren. Beim per­sön­li­chen Besuch und im Internet unter www​.ver​brau​cher​zen​trale​.nrw/smart­pho­ne­ab­zo­cke zei­gen die Verbraucherschützer, wie Ratsuchende bei der Errichtung der Drittanbietersperre tech­nisch ein­wand­frei Hand anle­gen kön­nen. Erläutert wurde außer­dem, mit wel­chen Maßnahmen und Musterbriefen sich Betroffene von einer Abbuchungsplage befreien.

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