Meerbusch: Flüchtlingsunterkünfte sol­len ver­klei­nert wer­den – Am Strümper Busch 12 Reihenhäuser

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Auf Einladung von Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage sind am Dienstagabend die Spitzen der Ratsfraktionen zusam­men­ge­kom­men, um erneut über die anste­hen­den Baumaßnahmen im Rahmen des Flüchtlingsunterbringungskonzeptes zu beraten. 

Dabei ging es auch darum, die Anregungen aus dem jüngs­ten Bürger-​Informationsabend in Lank und die Sorgen der Anwohner rund um den Kalverdonksweg in Osterath Bovert aufzunehmen.

Als Ergebnis des Treffens besteht Einigkeit, die Reihenhausbebauung an der Kierster Straße /​Am alten Teich in Lank auf­zu­lo­ckern. Statt der bis­her geplan­ten preis­güns­ti­ge­ren Riegelbebauung mit 16 Reihenhäusern sol­len nun­mehr 2 von­ein­an­der getrennte Baukörper mit jeweils 7 Reihenhäusern, die teil­weise ver­setzt sind, errich­tet wer­den. Die Belegung der Häuser soll auf maxi­mal 12 Personen begrenzt werden.

Am Kalverdonksweg sol­len statt der geplan­ten 21 nur noch 19 Reihenhäuser für jeweils maxi­mal 12 Flüchtlinge ent­ste­hen, die in drei Fünfer- und eine Vierergruppe auf­ge­glie­dert sind. Wie im Ortsteil Lank soll die Bewohnerzahl pro Haus auf 12 begrenzt wer­den. Generell erfolgt für alle Flüchtlingsunterkünfte ein „Belegungsmanagement“, bei der auch Staatsangehörigkeit und Familienstand eine Rolle spie­len. Eine völ­lige Ausschöpfung der Platzverhältnisse ist des­halb nicht zwin­gend gegeben.

Die Häuser in Osterath sol­len unmit­tel­bar angren­zend an das rück­wär­tige Hauptschulgelände gebaut wer­den. Nochmals wurde klar­ge­stellt, dass die der­zeit in Bovert kur­sie­ren­den Unterschriftenlisten, die von zwei­mal 21 Reihenhäusern aus­ge­hen, jeder Grundlage entbehren.

Ein Ausgleich für die Auflockerung in Lank-​Latum und Bovert soll in Strümp geschaf­fen wer­den. Hier ist daran gedacht, im Gebiet Am Strümper Busch zwi­schen Feuerwache und Lärmschutzwall 12 Reihenhäuser mit je maxi­mal 12 Bewohnern zu errichten.

Der Standort Strümp war bis­lang nicht ins Kalkül gezo­gen wor­den, weil im Meerbusch-​Gymnasium neben dem Pfarrheim mit 60 Plätzen, noch die Notunterkunft des Landes für 400 Flüchtlinge in Betrieb ist. Ziel ist es aber, diese Notunterkunft im Herbst auf­ge­ben zu können.

Die über­ar­bei­te­ten Planungen für Lank und Osterath sowie die ange­dachte Planung für Strümp sol­len im Planungsausschuss am 5. April, 17.30 Uhr, in der Realschule in Osterath vor­ge­stellt wer­den, ein wei­te­rer Infoabend für die Vorhaben in Osterath soll am 14. April, 19.30 Uhr, in der Hauptschule am Wienenweg stattfinden.

In Büderich soll zusätz­lich zum Flüchtlingsheim an der Cranachstraße, den neuen Gemeinschaftsunterkünften Am Eisenbrand mit 200 Plätzen (Baubeginn Juni) und an der Moerser Straße mit 40 Plätzen (Baubeginn ca. Anfang 2. Halbjahr) sowie der Errichtung von rd. 120 Sozialwohnungen auf dem städt. Areal des alten Stadtbauhofes, das städ­ti­sche Grundstück neben dem Hallenbad-​Gelände an der Hermann-​Unger-​Allee mit mehr­ge­schos­si­gem Sozialwohnungsbau über­plant werden.

Der feh­lende preis­güns­tige Wohnraum in Meerbusch belas­tet zuneh­mend das Unterbringungskonzept der Stadt. 68 Flüchtlinge, deren Asylanträge bereits aner­kannt sind, fin­den der­zeit keine Wohnung und müs­sen des­halb in Gemeinschaftsunterkünften blei­ben, die eigent­lich für Neuankömmlinge gedacht sind.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage machte zudem noch­mals deut­lich, dass ange­sichts der vor­aus­sicht­li­chen Veränderungen des Asylverfahrens und einer Wohnsitzauflage für aner­kannte Asylbewerber kein wei­te­rer Ausbau von Plätzen in Gemeinschaftsunterkünften (Bestand inkl. der beauf­trag­ten Maßnahmen 810 Plätze) ange­zeigt sei. Bund und Länder pla­nen, so genannte „Ankunftszentren auf­zu­bauen“, in denen Asylverfahren deut­lich zügi­ger abge­wi­ckelt wer­den kön­nen als bis­her. Als Folge sol­len Kommunen im Wesentlichen nur noch Flüchtlinge mit Aussicht auf Bleiberecht zuge­wie­sen wer­den. Gerade vor die­sem Hintergrund sei eine nach­hal­tige Bebauung mit Reihenhäusern, die spä­ter ver­äu­ßert wer­den kön­nen, eine zukunfts­fä­hige Lösung. An städ­te­bau­lich pas­sen­den und bau­lich bes­ser aus­nutz­ba­ren Standorten – wie zum Beispiel auf dem Bauhofgelände, am Hallenbad und der Insterburger Straße – sei schlüs­si­ger­weise Geschosswohnungsbau ange­zeigt, der eben­falls benö­tigt wird.

Alle Fraktionen waren darin einig, dass die Unterbringung der Flüchtlinge für die Stadt eine unaus­weich­li­che Verpflichtung ist, der sie nach­kom­men muss. Betont wurde auch, dass die Flüchtlinge in ihren Unterkünften – auch dies ist eine Sorge der Anwohner – aus­rei­chend betreut wer­den müs­sen, wie es an ande­ren Standorten bereits der Fall ist. Dazu gehört eine sozi­al­päd­ago­gi­sche Betreuung, Betreuung durch Mitarbeiter der städ­ti­schen Sozialverwaltung und durch die Ehrenamtler der Meerbuscher Organisationen.

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