Meerbusch: In Kreisverkehr oder Sackgasse – Neue Regeln bie­ten auch neue Chancen

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Die Stadt Meerbusch arbei­tet wei­ter inten­siv an ihrer Fahrradfreundlichkeit. Das Thema „Sicherheit“ spielt dabei eine zen­trale Rolle. Dazu gehört auch, aktu­elle Veränderungen in der Straßenverkehrsordnung (StVO) vor Ort rad­fah­rer­freund­lich umzusetzen.

Alle Verkehrsteilnehmer müs­sen umden­ken und sich hier und da von ver­trau­ten Verhaltens- und Fahrweisen ver­ab­schie­den“, sagt Manfred Weigand, Fahrradbeauftragter der Stadt Meerbusch.

Auslöser für die Veränderungen sind die jüngs­ten „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (kurz ERA), die die Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) her­aus­ge­ge­ben hat. Die Empfehlungen und die dar­aus fol­gende Novellierung der Straßenverkehrsordnung sehen unter ande­rem vor, dass Radfahrer in klei­nen Kreisverkehren (Außendurchmesser 26 bis 40 Meter) auf der Fahrbahn fah­ren sol­len. Wegen der annä­hernd glei­chen Geschwindigkeit von Rad und Auto in sol­chen Bereichen sei dies für Radfahrer siche­rer. „Radfahrer ver­schwin­den dann nicht mehr irgendwo im toten Winkel, und es gibt auch keine gefähr­li­chen Begegnungsverkehre an Schnittstellen mehr“, so Manfred Weigand.

Erstes Beispiel: Kreisverkehr Ostara-Gelände

Wie das funk­tio­niert, zeigt der neue Kreisverkehr im Ostara-​Gelände in Osterath. „Auf dem Winklerweg füh­ren wir den Radverkehr über Schutzstreifen am Fahrbahnrand ganz bewusst direkt in den Kreisverkehr hin­ein“, erklärt Ekkehard Deussen, Abteilungsleiter im Fachbereich Straßen und Kanäle der Stadtverwaltung.. „Die Radfahrer gelan­gen so direkt ins Blickfeld des Autofahrers und bewe­gen sich im Kreisverkehr gleichberechtigt.“

Genauso ver­halte es sich mit Radfahrern auf der Fahrbahn. „Unfalluntersuchungen haben gezeigt, dass Radfahrer inner­orts auf der Fahrbahn sicher sind. In vie­len Städten geht der Trend des­halb zur­zeit dahin, die Benutzungspflicht der Radwege auf­zu­he­ben“, weiß Manfred Weigand. So habe der Radfahrer die Wahl, ent­we­der auf der Fahrbahn oder auf einem Gehweg mit dem Zusatz „Radfahrer-​frei” zu fahren.

Allerdings wird es auch wei­ter­hin Benutzungspflichten auf Radwegen geben. „Die Radwege an unse­ren Hauptverkehrsstraßen sind sehr gut aus­ge­baut und in gutem Zustand“, so Deussen. Würden Radfahrer – zum Beispiel auf der Moerser und Düsseldorfer Straße in Büderich – zusam­men mit den Autos die Fahrbahn nut­zen, sei dies ein­fach zu gefähr­lich. Anders sehe das in Tempo-​30 Zonen aus, die in Meerbusch neben den „Hauptschlagadern” vor­herr­schende Straßenart sind. „Hier ist das gleich­be­rech­tigte Miteinander von Fahrrad und Auto ver­kehrs­recht­lich fest­ge­schrie­ben und schon seit lan­gem realisiert.“

2016-02-22_Mee_sackgasse
Foto: Stadt

Sackgasse mit „Durchfahr-​Service”

In den letz­ten Wochen hat die Stadtverwaltung bereits wei­tere Verbesserungen für Radfahrer umge­setzt. Die Anregungen dazu kamen vom Fahrradbeauftragten und dem eigens ein­ge­rich­te­ten „Arbeitskreis Radverkehr“. So wur­den zum Beispiel klas­si­sche Sackgassen-​Schilder dort ersetzt, wo es am Ende der Sackgasse noch eine Durchfahrt für Radfahrer gibt. Das ent­spre­chende Schild sieht die Straßenverkehrsordnung bereits seit eini­gen Jahren vor.

Die Radwegeverbindung von der Gonellastraße in Lank zum Herrenbusch hin wurde am Kreisverkehr im süd­li­chen Ortseingang aus­ge­baut. Zusätzliche Piktogramme auf dem Asphalt die­nen Radfahrern als Querungshilfe. „Auch haben wir Radwegmarkierungen erneu­ert und Bordsteine abge­senkt, wo der Radverkehr bevor­rech­tigt ist´“, so Ekkehard Deussen. „Das macht Querungsstellen für Radfahrer siche­rer und attraktiver.“

Auf ihrer Internetseite www​.meer​busch​.de hat die Verwaltung „Regeln für Radfahrer” und wei­tere Hinweise für das rich­tige Verhalten im Straßenverkehr zusam­men­ge­stellt. Klimaschutzmanagerin Johanna Neumann unter­stützt die Initiative: „Erklärtes Klimaschutzziel der Stadt ist es, das Radfahren in Meerbusch attrak­ti­ver zu machen – nicht nur für Freizeittouren, son­dern auch für all­täg­li­che Wegstrecken von A nach B.“ Dazu gehöre auch, Radfahrer mit aktu­el­len Hinweisen zu Neuerungen der Straßenverkehrsregeln zu ver­sor­gen. „So wird Radfahren bei uns siche­rer und kom­for­ta­bler. Und den einen oder ande­ren wird es ermun­tern, öfters ein­mal das Auto ste­hen zu las­sen und aufs Rad umzusteigen.“

(3 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)