Dormagen: Erklärung der Religionsgemeinschaften für ein fried­li­ches und siche­res Zusammenleben

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – „Die sexu­elle Gewalt, die in der Silvesternacht in Köln und ande­ren Städten gegen Frauen ver­übt wurde, hat uns alle ver­un­si­chert und abgestoßen.

Solches Verhalten ver­stößt gegen unser Grundgesetz und die all­ge­meine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und wird in unse­rem Land nicht gedul­det. Wer sol­che Straftaten begeht und sich gleich­zei­tig um Asyl in Deutschland bewirbt, kann kein Bleiberecht genießen.

Auch bei uns in Dormagen haben vie­len Menschen nach die­sen Ereignissen Angst. Dies ist ver­ständ­lich. Allerdings darf das nicht dazu füh­ren, dass wir Flüchtlingen künf­tig nur noch mit Vorbehalten begeg­nen und sie pau­schal als Kriminelle ver­däch­ti­gen. Nach allen vor­lie­gen­den Erkenntnissen ist der Anteil von Straftätern unter ihnen wei­ter­hin gering, wenn man von ein­zel­nen Gruppen z.B. aus Nordafrika absieht. Gerade von rechts­ge­rich­te­ten Kreisen wird jedoch ver­sucht, die aktu­el­len Geschehnisse für frem­den­feind­li­che Parolen zu instrumentalisieren.

Es wird ein all­ge­mei­nes Gefühl der Bedrohung geschürt. Über die so genann­ten „sozia­len Medien“ ver­brei­ten sich auch in unse­rer Stadt Gerüchte und halb­wahre Aussagen. Es häu­fen sich Kommentare, in denen Flüchtlinge dis­kri­mi­niert und beschimpft wer­den. Dies berei­tet uns eben­falls Sorge und ist nicht zu akzeptieren.

Kein Mensch ver­lässt ohne schwer­wie­gen­den Grund seine Heimat. Wenn Flüchtlinge zu uns kom­men, geschieht dies in der Regel infolge Krieg, Not und Verfolgung – und weil die Betroffenen die allzu mensch­li­che Hoffnung auf ein bes­se­res Leben haben. Wären wir hier in Deutschland in einer ver­gleich­ba­ren Situation, hät­ten viele von uns die glei­chen Hoffnungen und wür­den hil­fe­su­chend in andere Länder zie­hen. Jedoch kann die­ser Wunsch nicht immer erfüllt und nicht jeder Flüchtling dau­er­haft bei uns auf­ge­nom­men werden.

Unser Rechtsstaat muss auf die Ereignisse in Köln reagie­ren und darf sich in Zukunft nicht mehr so wehr­los zei­gen. Wir sind nicht blind gegen­über Problemen. Zu unse­rem Rechtsstaat gehört aber auch, kei­nen Menschen im Vorfeld zu ver­ur­tei­len. Dies ist im Übrigen genauso Bestandteil aller Weltreligionen, die das Gute im Menschen sehen. Würden wir den Glauben daran ver­lie­ren, wäre dies ent­setz­lich. Denn wie könn­ten wir uns ein Zusammenleben dann über­haupt noch vorstellen.

Lassen Sie uns in Dormagen des­halb bitte wei­ter an der offe­nen Begegnung mit Flüchtlingen fest­hal­ten. Unsere Stadt hat bis­her über­ra­gende Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft gezeigt. Die per­sön­li­che Begegnung ist immer wie­der auch der beste Weg, um Ängste abzu­bauen. Wir for­dern von den Zuwanderern die Bereitschaft zur Integration sowie die Achtung unse­rer Gesetze und unse­rer Kultur. Jeder, der in unse­rem Land lebt, muss die im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ver­an­ker­ten Grund- und Menschenrechte ach­ten. Diese ver­fas­sungs­mä­ßige Ordnung bil­det seit 67 Jahren die Grundlage unse­res gesell­schaft­li­chen Wirkens und Handelns. Sie ist nicht ver­han­del­bar. Dies gilt für Zuwanderer, aber auch für all jene Mitbürger, die jetzt Hass und Gewalt gegen Flüchtlinge schüren.

Mit Geduld, Toleranz, Vorsicht und Achtsamkeit kön­nen wir das bür­ger­schaft­li­che Leben in Dormagen gestal­ten und Probleme meis­tern. Es liegt an uns allen. Bitte sor­gen Sie mit dafür und tra­gen Sie dazu bei, dass wir den sozia­len Frieden erhal­ten und gemein­sam in unse­rer Stadt sicher leben können.”

Erik Lierenfeld Mehmet Güneysu 
Bürgermeister Dormagener Integrationsrat 

Pfarrer Peter Stelten Pfarrer Frank Picht 
Kath. Kirchengemeinde St. Michael Ev. Kirchengemeinde Dormagen 

Dursun Pekdemir Pastor Roger McCloy Fiona Missaghian-Moghaddam

DITIB Dormagen Baptistenkirche Dormagen Baháí-​Gemeinde Dormagen

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