Meerbusch: Feuerwehr Meerbusch – Jahresbilanz der Einsätze 2015

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Mit 464 Einsätzen been­det die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch das Einsatzjahr 2015. Das sind 170 Einsätze weni­ger als noch im Vorjahr.

Der Leiter der Feuerwehr Meerbusch hat aber eine ganz plau­si­ble Erklärung für diese Entwicklung. „Meerbusch wurde 2015 von star­ken Unwettern, wie z.B. der Pfingststurm Ela 2014, ver­schont“, so Herbert Derks rück­bli­ckend auf die Bilanz. „Nicht die Quantität son­dern die Intensität der Einsätze ist das, was viel län­ger nach­hält“, resü­miert er einige grö­ßere Einsätze.

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Brand Moerser Straße

Beispielweise der Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus auf der Moerser Straße im November mit einem Brandtoten oder der über­aus tra­gi­sche Straßenbahnunfall, bei dem Anfang Dezember ein jun­ges Mädchen töd­lich ver­letzt wurde sind Einsätze, die län­ger in den Köpfen unse­rer Einsatzkräfte haf­ten blei­ben. Das Erlebte legen unsere Frauen und Männer oft­mals nicht so ein­fach ab wie ihre Uniform.“

Zu den Personal- und Material for­dern­den Einsätzen zählte der Unfall eines Sattelschleppers im Meerbuscher Kreuz, bei dem im Mai der Fahrer des LKWs lei­der ums Leben kam. Neben der Menschenrettung musste die Feuerwehr sich um grö­ßere Mengen aus­ge­lau­fe­nen Treibstoff kümmern.

A57 - Tödlicher LKW Unfall
A57 – Tödlicher LKW Unfall

Ein Blick in die Bilanz zeigt, dass 53% aller Alarmierungen Technische Hilfe Einsätze sind. In nur 21% der Fälle brannte es und fast jeder vierte Einsatz war ein Fehlalarm.

Zum Glück sehr sel­ten kom­men Havarien auf dem Rhein vor. Doch in die­sem August kam es mal wie­der zu einem Unglück mit glück­li­cher­weise recht glimpf­li­chen Ausgang. Ein Passagierschiff und ein Stückgutfrachter tou­chier­ten sich auf dem Rhein zwi­schen dem Fähranleger in Langst-​Kierst und der Flughafenbrücke. Das Passagierschiff setzte seine Fahrt bewusst in Richtung Düsseldorf fort um dort die wei­te­ren Rettungsmaßnahmen für die leicht­ver­letz­ten Passagiere bes­ser durch­füh­ren zu kön­nen. Der Stückgutfrachter drehte sich auf dem Rhein und machte in Höhe Langst-​Kierst strom­auf­wärts fest. Den letz­ten grö­ße­ren Einsatz auf dem Rhein hatte die Feuerwehr Meerbusch vor 17 Jahren im Mai 1998, als zwei Schiffe in Höhe des Campingplatzes im Dichten Neben zusam­men­stie­ßen und für einen Großalarm der Meerbuscher Wehr sorgten.

Kellerbrand Büderich
Kellerbrand Büderich

Zu den häu­figs­ten Alarmierungsgründen der 99 Brandeinsätze zähl­ten die Nachkontrolle nach einem unge­woll­ten Feuer (21 Mal), Wohnungs‑, Keller- oder Dachstuhlbrände (12 Mal), Gestrüpp und Flächenbrände (11 Mal) und PKW-​Brände (9 Mal). Zwei LKW- bzw. Busbrände zähl­ten eben­falls zu den grö­ße­ren Brandereignissen.

Bei den 245 Technische Hilfeeinsätzen sind Situationen mit in Not gera­te­nen Personen und Ölspuren an der Spitze der Statistik. Insgesamt 43 Mal rückte die Feuerwehr als „Schlüsselnotdienst“ aus, um Wohnungstüren schnell für den Rettungsdienst zu öff­nen. „Vielfach wur­den dann hilf­lose oder ver­letzte Personen in den Wohnungen vor­ge­fun­den, denen die Feuerwehr auf diese Weise mit das Leben geret­tet hat“ lobt der Stadtbrandinspektor die haupt­amt­li­chen Kräfte der Osterather Feuerwache stolz, die über­wie­gend für diese Einsätze alar­miert wer­den. Fünf Personen befreite die Feuerwehr über das Jahr hin­weg aus ihren ver­un­fall­ten Fahrzeugen und bei 32 wei­te­ren Verkehrsunfällen wurde sie tätig.

28 Mal rückte die Wehr zu Sturmeinsätzen und 12 Mal zu Wasserschäden aus.

Etwas unnö­tig, aber den­noch ein fes­ter Bestandteil des Einsatzgeschehens, sind die Fehlalarme. 120 Mal fuh­ren die Einsatzkräfte in 2015 raus ohne wirk­lich hel­fen zu müs­sen. Der Leiter der Feuerwehr: „Mir ist es aber lie­ber jemand wählt in guter Absicht ein­mal zu viel den Notruf 112, weil er der Meinung ist ein ande­rer befin­det sich in einer Notlage, als dass wir zu spät oder gar nicht zu einem Brand oder Verletzten geru­fen werden.

Mit 296 Einsätzen waren die Mitarbeiter der haupt­amt­li­chen Feuerwache in Osterath an den meis­ten Einsätzen betei­ligt. Der Löschzug Büderich rückte 114 Mal zu Einsätzen aus, gefolgt von den Osterather (103) und Lanker Kollegen (99). Der Löschzug Strümp wurde 48 Mal geru­fen. Die Löschgruppe Langst-​Kierst brachte es auf 28 Einsätze, die Einheit aus Nierst auf 22 und die Löschgruppe Ossum-​Bösinghoven wurde bei neun Einsätzen aktiv.

Mit 87 Einsätzen ist der Dienstag der ein­satz­reichste Wochentag. Mittwochs wurde die Feuerwehr sta­tis­tisch gese­hen „nur“ 51 Mal geru­fen. Alles in Allem dau­er­ten die 464 Einsätze 388 Stunden (16 Tage) und for­der­ten im Schnitt 14 Einsatzkräfte.

Auf die Frage hin, was Herbert Derks sich für seine Feuerwehr im kom­men­den Jahr am meis­ten wünscht hat er direkt eine Antwort parat: „Das Wichtigste ist, dass unsere 250 ehren­amt­lich täti­gen Frauen und Männer sowie ihre 15 haupt­amt­li­chen Kollegen immer kör­per­lich unver­sehrt und ohne trau­ma­ti­sche Eindrücke aus ihren Einsätzen zurück­keh­ren und dass sie eine wür­dige Anerkennung aus der Bevölkerung sowie von Rat und Verwaltung für ihr Engagement erfahren.“

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