Kreisleitstelle setzt Rettung eines in Seenot gera­te­nen Flüchtlingsbootes in Gang

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Rhein-​Kreis Neuss – Rund 300 000 Notrufe gehen jähr­lich bei der Leitstelle der Rhein-​Kreises Neuss ein. 

Doch auch für die spe­zi­ell aus­ge­bil­de­ten und rou­ti­nier­ten Einsatzbearbeiter am Hammfelddamm in Neuss gibt es immer wie­der Situationen, die beson­ders in Erinnerung blei­ben. So auch als sich jetzt ein ara­bisch spre­chen­der Anrufer mel­dete, der eine Einsatzkette bis ins ferne Griechenland auslöste.

Als der Handy-​Anruf aus der Zentralen Flüchtlingsunterkunft des Landes im ehe­ma­li­gen St. Alexius-​Krankenhaus in der Kreisleitstelle ein­ging, war das mit den übli­chen Vorgehensweisen nicht zu regeln. Denn der sicht­lich auf­ge­regte Mann sprach nur ara­bisch – eine Verständigung war unmöglich.

Die Kreisleitstelle des Rhein-Kreises Neuss ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Foto: Rhein-Kreis Neuss
Die Kreisleitstelle des Rhein-​Kreises Neuss ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Foto: Rhein-​Kreis Neuss

Kreativität war also gefragt, um die das Team um Leitstellen-​Leiter Thomas Dilbens nicht ver­le­gen war. Es zog umge­hend die Außenstelle der Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate in Bonn hinzu, um zu erfah­ren, was hin­ter dem Anruf steckt. Ergebnis: Der Anrufer war von einem Angehörigen per Handy infor­miert wor­den, dass ein Flüchtlingsboot mit rund 50 Insassen in grie­chi­schen Gewässern zu sin­ken droht.

Kurzerhand schal­tete die Kreisleitstelle in Neuss das grie­chi­sche Konsulat in Düsseldorf ein. Von dort aus wur­den die ent­spre­chen­den Einsatzkräfte in Griechenland infor­miert. Parallel wurde mit Hilfe des Anrufers aus Neuss und der Emirate-​Botschaft in Bonn ver­sucht, den Angehörigen im Flüchtlingsboot zu bewe­gen, vor Ort die euro­pä­isch ein­heit­li­che Notrufnummer 112 anzu­ru­fen, damit die grie­chi­schen Behörden das Boot auch übers Handy orten können.

Genau 30 Minuten nach dem Erstanruf kam schließ­lich über die Botschaft der Vereinten Arabischen Emirate die erlö­sende Nachricht in die Kreisleitstelle nach Neuss: „Rettungsaktion in der Ägäis ange­lau­fen”. Über den guten Ausgang freut sich auch Kreisdirektor Dirk Brügge: „Die Leitstelle für Rettungsdienst und Brandschutz des Rhein-​Kreises Neuss ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Von hier aus wur­den allein in die­sem Jahr rund 76.000 Einsätze ver­an­lasst. Und es ist gut zu wis­sen, dass unsere Leitstelle auch in außer­ge­wöhn­li­chen Situationen so gezielt und zuver­läs­sig arbeitet.”

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