Mönchengladbach: Festnahme des bun­des­weit bekann­ten Islampredigers Sven Lau

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Karlsruhe (ots) – Die Bundesanwaltschaft hat heute (15. Dezember 2015) auf­grund Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 11. Dezember 2015 den 35-​jährigen deut­schen Staatsangehörigen Sven L. fest­neh­men lassen.

Der bun­des­weit bekannte sala­fis­ti­sche Prediger Sven L. soll 2013 von Deutschland aus als ver­län­ger­ter Arm der in Syrien akti­ven Terrororganisation „Jaish al-​muhajirin wa-​l-​ansar” (Armee der Auswanderer und Helfer, kurz: JAMWA) agiert haben. Er ist daher drin­gend ver­däch­tig, in vier Fällen eine aus­län­di­sche ter­ro­ris­ti­sche Vereinigung unter­stützt zu haben (§ 129b Abs. 1 i.V.m. § 129a Abs. 1 und 5, § 53 StGB).

Die aus­län­di­sche ter­ro­ris­ti­sche Vereinigung JAMWA grün­dete sich im März 2013 und war spä­tes­tens seit Mitte 2013 eng an die Terrororganisation „Islamischer Staat Irak und Großsyrien” ange­bun­den. Nach der Spaltung der JAMWA Ende 2013 schloss sich der von Sven L. unter­stützte Flügel dem „Islamischen Staat Irak und Großsyrien” (ISIG) an. Beide Vereinigungen ver­fol­gen das Ziel, die gegen­wär­tige syri­sche Regierung zu stür­zen und einen allein auf isla­mi­schem Recht (Scharia) basie­ren­den Gottesstaat zu errich­ten, wobei der ISIG hier­bei auch vor der Begehung von Kriegsverbrechen, wie Massenexekutionen und Verbrennen von Gefangenen oder medial insze­nierte Enthauptungen, nicht zurückschreckt.

Nach dem Ergebnis der bis­he­ri­gen Ermittlungen war Sven L. eine Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige ins­be­son­dere aus der sala­fis­ti­schen Szene im Großraum Düsseldorf. Er soll als Bindeglied zu der in Syrien agie­ren­den JAMWA fun­giert und hierzu mit einem dort auf­häl­ti­gen deut­schen Konvertiten in engem Kontakt gestan­den haben. Konkret ver­mit­telte der Beschuldigte den bis­he­ri­gen Erkenntnissen zufolge im Spätsommer 2013 den ander­wei­tig Verurteilten Ismail I. (vgl. Pressemitteilung Nr. 15 vom 4. Juni 2014) sowie eine wei­tere Person an eine in Syrien sta­tio­nierte Kampfeinheit der JAMWA. Jedenfalls Ismail I. schloss sich in der Folge der JAMWA an (vgl. Pressemitteilung des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 27. März 2015). Ende September 2013 reiste Sven L. so die Ermittlungen selbst nach Syrien und über­brachte Ismail I. Bargeld in Höhe von 250 Euro. Bei die­ser Gelegenheit soll der Beschuldigte den Auftrag erhal­ten haben, Nachtsichtgeräte für die JAMWA zu beschaf­fen. Zurück in Deutschland kaufte Sven L. nach dem gegen­wär­ti­gen Erkenntnisstand dar­auf­hin über eine Kontaktperson drei Nachtsichtgeräte im Gesamtwert von 1.440 Euro und ver­brachte sie Ende Oktober 2013 ent­we­der selbst oder über eine isla­mis­ti­sche Hilfsorganisation in das Basislager der JAMWA nach Syrien.

Der Beschuldigte wird im Laufe des heu­ti­gen Tages dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vor­ge­führt, der ihm den Haftbefehl eröff­nen und über den Vollzug der Untersuchungshaft ent­schei­den wird.

Anmerk. d. Red.: Es muss wei­ter ermit­telt wer­den, ob Kontakte auch in den Rhein-​Kreis Neuss bestan­den. In sei­ner Heimatstadt Mönchengladbach lei­tete er eine Moschee.

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