Neuss: Prinzenproklamation 2015

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Auch in die­sem Jahr konnte man in Neuss nur dann offi­zi­ell Prinz und Novesia wer­den, wenn man vom Bürgermeister, die­ses Jahr zum ers­ten Mal Reiner Breuer, die dafür not­wen­di­gen Insignien in Empfang genom­men hatte.

Bevor es aber so weit war, begann pünkt­lich die Veranstaltung in der gut gefüll­ten Stadthalle. Auch in die­sem Jahr gab es wie­der ein neues und bun­tes Bühnenbild und mit die­sem im Hintergrund begrüßte Reiner Franzen alle Anwesenden im Saal.

Jakob Beyen, der Präsident des Karnevalausschusses hielt dann die Eröffnungsrede. Dabei galt es zuerst ein­mal 3 Gesellschaften zu gra­tu­lie­ren, die in die­sem Jahr beson­dere Jubiläen fei­ern. Den Närrischen Sprötztrupp aus Gustorf gibt es seit 132 Jahren und KG Möllekolk und Grün-​Weiß-​Gelb fei­ern när­ri­sche 66 Jahre. Der Präsident wies dar­auf hin, dass ohne Unterstützung der Stadt Neuss und der Sponsoren Brauchtum in Neuss nicht mach­bar ist, er aber guten Mutes sei, dass auch in Zukunft die Unterstützung da sein wird.

Danach über­nahm wie­der Reiner Franzen die Moderation und kün­digte quasi als Eisbrecher Titschy, der Nüsser Jung, mit dem dies­jäh­ri­gen Mottolied an. Zack, zack, mer hant kinn Ziet, so beginnt der rockige Song und der ganze Saal rockte begeis­tert mit. Als dann noch zum Schluss sei­ner Vorstellung „Minge Fründ de Quirin“ erklang, hatte das Publikum seine not­wen­dige Betriebstemperatur erreicht.

2015-11-28-Ne_ProklamationDanach erzählte der Flachland-​Tiroler Ralf Gerresheim von sei­nen chao­ti­schen Urlaubsreisen mit und ohne seine Gattin, die man nach sei­nen Erzählungen („Ist das ihre Frau? – Antwort: „Klar, glau­ben Sie denn, mit sowas habe ich ein Verhältnis.“) nicht wirk­lich ken­nen ler­nen möchte. Der Vortrag endete nicht nur mit don­nern­dem Applaus son­dern auch mit einem end­lo­sen Jodler, den man von einem Flachland-​Tiroler so nicht erwar­tet hätte.

Im Anschluss musste Reiner Franzen ein­ge­ste­hen, dass ihm ein pro­mi­nen­ter Stargast lei­der abge­sagt habe, er am Neusser Bahnhof aber einen Straßenmusiker auf­ge­tan hätte, der aber lei­der nur ein Lied im Repertoire habe. Der Mann hieß Harry Borgner und tat­säch­lich konnte er nur das Lied: „Sag mir wo die Blumen sind“ anstim­men. Allerdings ver­mochte er das in ver­schie­de­nen Versionen von Joan Baez über Heino, Gilbert Becaud bis zu Roger Whittaker zum Besten zu geben. Auch Udo Lindenberg und Helge Schneider hat­ten eine indi­vi­du­elle Version des Liedes. Wenn man die Augen schloss, hatte man das Gefühl, das der jewei­lige Künstler tat­säch­lich auf der Bühne stand. Der Saal tobte, ver­langte Zugaben und wollte den armen Straßenmusiker gar nicht mehr gehen lassen.

Nach den ers­ten drei Darbietungen war das Publikum nun auch bereit für den Einmarsch des noch desi­gnier­ten Prinzenpaars. Leichtfüßig schweb­ten sie in den Saal und es dau­erte ein Weilchen, bis sie es auf die Bühne geschafft hat­ten. Jakob Beyen erin­nerte daran, dass in der letz­ten Session Prinz Rolf den Beinamen „der Mann mit den elas­ti­schen Beinen“ hatte. In die­sem Jahr hatte Novesia Sabine sich ihren Spitznamen „Bützebienchen“ red­lich ver­dient. Es kam dann, wie es kom­men musste, Marco bekam aus der Hand es Bürgermeisters Feder, Zepter und Halsorden über­reicht und wurde damit offi­zi­ell zu Prinz Marco I. Seine Frau hatte ihr Diadem schon ange­steckt, wohl um zu ver­mei­den, dass der Präsident hier Unheil anrich­tet, und bekam des­halb „nur“ ihren Halsorden und ver­wan­delte sich somit in Novesia Sabine I. Damit die Novesia sich auch in Zukunft ohne Diadem und Halsorden an die jecke Ziet erin­nert, bekam sie von ihrem Prinzen einen Ring geschenkt.

Da die Novesia auch in die­sem Jahr für wohl­tä­tige Zwecke sam­melt, bekam sie von der Stadt und dem Rat eine Spende über­reicht. Das Prinzenpaar nahm nun sei­nen Platz auf der Bühne ein und das Programm ging dann mit der Tanzgarde der Gesellschaft Grün-​Weiß-​Gelb, der das Prinzenpaar ja ange­hört, weiter.

Dann wurde es dun­kel im Saal und Ruud Koedooder und seine Fantastic Lightshow ver­blüffte das Publikum mit irren Lichteffekten. Oli der Köbes erzählte dann aus sei­nem Berufsleben und nach sei­nen Erzählungen ist nur zu hof­fen, dass in sei­nem Brauhaus noch aus­rei­chend Kollegen vor­han­den sind, die seine eigent­li­che Aufgabe, das kell­nern näm­lich, für ihn mit übernehmen.

Dann kamen De Fetzer, die ihr 40 jäh­ri­ges Bühnenjubiläum in die­sem Jahr fei­ern und rock­ten die Bühne in ihrer unnach­ahm­li­chen Art. Den Abschluss bil­de­ten dann die Mädels der katho­li­schen Tanzjugend aus Düsseldorf, kurz KAKAJU, mit ihrem Puppentheater. Eine tolle Tanzshow, die die Gäste im Saal noch kurz vor Ende begeisterte.

Zum Abschluss bedankte sich Jakob Beyen bei sei­nem Vize Reiner Franzen, der mit sei­ner Arbeitsgruppe die­ses tolle Programm zusam­men­ge­stellt hatte. Die Proklamation war eine tolle Einstimmung in den Sitzungskarneval und es ist zu hof­fen, dass viele Närrinnen und Narren den Weg in die vie­len Sitzungen fin­den. Die Session mag ja kurz sein, aber dadurch kann sie durch­aus inten­siv werden.

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