Korschenbroich: Flüchtlinge – Anworten auf bereits öffent­lich gestellte Fragen

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Robert Schilken, Herausgeber



Korschenbroich – (Stadt Korschenbroich) Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nut­zen das Angebot von Politik und Verwaltung, sich wäh­rend der fünf Bürgerinfoabende in den ein­zel­nen Ortsteilen über die Lebenssituation der Flüchtlinge in Korschenbroich zu informieren. 

Als nächs­tes Infoangebot für jeder­mann steht der Tag der offe­nen Tür im noch zu bau­en­den Übergangswohnheim „Weißer Weg” an. Der Termin wird an die­ser Stelle ver­öf­fent­licht, sobald die Fertigbauteile gelie­fert sind und das Ende der Montage abseh­bar ist.

Wir haben für Sie schon ein­mal eine Auswahl von Antworten auf die bei Bürgerinfoabenden gestell­ten Fragen zusammengestellt.

Grundsätzliches zur Gesamtsituation in der gan­zen Stadt:
Hat sich jemand vor der Ankunft der Flüchtlinge in Korschenbroich um deren Gesundheit geküm­mert?
Ja, diese Aufgabe über­nimmt, wer eine Erstaufnahmeeinrichtung führt. So soll mög­lichst schnell Hilfe gewährt wer­den und die Verbreitung mög­li­cher­weise anste­cken­der Krankheiten ein­ge­grenzt wer­den. In Korschenbroich gibt es zur­zeit keine Erstaufnahmeeinrichtung. Der Rhein-​Kreis Neuss hat diese Koordination für seine acht Städte und Gemeinden über­nom­men. Eine Erstaufnahme exis­tiert unter ande­rem in Grevenbroich.

Wie küm­mert sich die Stadt um die Flüchtlingskinder?
Ziel ist es, die Jungen und Mädchen schnell in Kontakt mit Gleichaltrigen zu brin­gen und so auch das Lernen der deut­schen Sprache zu erleich­tern. Für Nachwuchs im Kita-​Alter bie­ten Ehrenamtler Spielgruppen für Mutter und Kind an, da Kita-​Plätze grund­sätz­lich stark nach­ge­fragt sind. Die Realschule hat ein eige­nes Zusatz-​Angebot für Flüchtlingskinder ein­ge­rich­tet: Schülerinnen und Schüler jeder Altersgruppe ler­nen pro Tag zusam­men 2 Stunden Deutsch bei einer Lehrerin, die auf Integration spe­zia­li­siert ist. Ansonsten gehen die Flüchtlingskinder in ihren Jahrgangsstufen zum regu­lä­ren Fachunterricht. Jedes Kind im Schulalter, das in Korschenbroich ankommt, wird im Sozialamt gelis­tet, des­sen MitarbeiterInnen die Familie dann an das kom­mu­nale Integrationszentrum des Rhein-​Kreises Neuss ver­wei­sen. Die Experten dort tes­ten, wel­che Jahrgangsstufe und Schulform die rich­ti­gen sind.

Speziell zu Pesch: Bürger fra­gen – die Verwaltung ant­wor­tet
Wie viele Flüchtlinge leben in der Turnhalle der Grundschul-​Dependance Pesch?
Maximal 15 Menschen kön­nen hier in der Notunterkunft leben. Zum Einzug Ende Oktober 2015 fan­den zwei Familien und ein Ehepaar hier ein Dach über dem Kopf. Auch künf­tig sol­len hier Familien unter­ge­bracht werden.

Wie reagie­ren die Pescher Grundschulkinder auf die neuen Nachbarn?
Schulleiter Wolfgang Grüe erzählte bei der Bürgerversammlung im Ratssaal, dass Jungen und Mädchen der Grundschule Bilder für die Flüchtlinge gemalt haben. Pescher Familien hät­ten schon Tornister für die Flüchtlingskinder gespen­det. Der Leiter der Andreasschule (und ihrer Dependance in Pesch) berich­tete zudem, wie begeis­tert sich andere bereits ein­ge­schulte Flüchtlingskinder am Unterricht betei­li­gen. Ende Oktober ist bei allen Kindern natür­lich St. Martin im Schulalltag das große Thema, die Flüchtlingskinder bekä­men nun seine Geschichte erzählt und wür­den in das Fest ein­ge­bun­den. Die in der Turnhalle leben­den Flüchtlinge seien sehr zurück­hal­tend und vor­sich­tig. Der Kontakt soll noch wei­ter aus­ge­baut wer­den. Wer sich ehren­amt­lich enga­gie­ren will, kann sich gern im Sozialamt bei Petra Köhnen mel­den, die einen Kontakt her­stellt: Tel. 02161/613–169. So soll zum Beispiel nach dem Kleinenbroicher Vorbild in Pesch ein „Café International“ auf­ge­baut wer­den, in dem sich Flüchtlinge und Pescher regel­mä­ßig austauschen.

Wann beginnt der Bau des Übergangswohnheims am Weißen Weg in Pesch?
Der Fertigbauteile sol­len Ende November bis Anfang Dezember 2015 ankom­men. Allerdings kön­nen die Firmen auf­grund der gro­ßen Nachfrage die Termine nicht genau nen­nen. Die vor­be­rei­ten­den Arbeiten an Leitungen und Fundament hat die Stadtverwaltung davon unab­hän­gig schon abge­schlos­sen bezie­hungs­weise begon­nen, um vor­be­rei­tet zu sein. Der Beigeordnete Thomas Dückers kün­digte schon ein­mal einen „Tag der offe­nen Tür“ für den Weißen Weg an, an dem die Pescher Nachbarn gern die Einrichtung besu­chen kön­nen. Das ver­gleich­bare Angebot in Neersbroich an der Rheydter Straße sei Ende Juni 2015 gut von den Nachbarn ange­nom­men worden. 

Wie wer­den die Fertigbauteile am Weißen Weg aus­ge­rich­tet?
Sie wer­den so auf­ge­baut, dass der übli­che im Alltag ent­ste­hende Lärm wie Stimmen, Staubsaugergeräusche, Musik und ande­res aus den Fenstern eher auf das Feld hin­aus­schallt. Für lang­jäh­rige Pescher zum Vergleich: Anders als in den 90er Jahren wäh­rend des Balkankrieges.

Welches Bauprojekt steht zusätz­lich zum Weißen Weg?
Nein. Am Waldfriedhof sol­len 30 wei­tere Plätze in Fertigbauweise ent­ste­hen. In den bis­he­ri­gen Räumen des städ­ti­schen Eigenbetriebs leben bereits Flüchtlinge. Die Mitarbeiter sind nach Glehn an den Hauptstandort der Stadtpflege ausgewichen.

Speziell zu Steinforth-​Rubbelrath und Liedber: Bürger fra­gen – die Verwaltung ant­wor­tet
Wie viele Flüchtlinge leben in Steinforth-​Rubbelrath und Liedberg?
Am 4. November 2015 leb­ten 12 Personen in Steinforth-​Rubbelrath und 90 in Liedberg. Zu die­sem Stichtag wohn­ten im gesam­ten Stadtgebiet 592 Flüchtlinge.

Wie viele Flüchtlingskinder besu­chen die Grundschule vor Ort?
3 der 104 Jungen und Mädchen an der Grundschule Liedberg kom­men aus Flüchtlingsfamilien. Schulleiter Peter Walter bedankte sich wäh­rend der Veranstaltung in Liedberg öffent­lich bei allen aus dem Ortsteil, die ganz unkom­pli­ziert hel­fen und aktiv wer­den. So hät­ten zum Beispiel die Kinder Schulmaterial gespen­det bekommen.

Was tut die Stadt für den Sport in Steinforth-​Rubbelrath?
80 % des Vereinssports, der sonst in der Turnhalle Steinforth-​Rubbelrath statt­fand, konn­ten in andere Hallen im Stadtgebiet Korschenbroich ver­legt wer­den. Die Halle war von Anfang an auf der vom Stadtrat dis­ku­tier­ten und nach dem Beschluss ver­öf­fent­lich­ten Liste städ­ti­scher Objekte, die als Notunterkunft belegt werden.

Sind in Steinforth-​Rubbelrath bereits Ehrenamtliche aktiv?
Ja. Die hei­mi­schen Schützenbrüder haben bereits einen Brief ins Rathaus geschickt, um ihre Unterstützung anzu­bie­ten und erste Pläne gefasst. Petra Köhnen aus dem Sozialamt hatte bereits kurz nach Einzug fünf Helfer zur Unterstützung für die Eingewöhnung gewin­nen kön­nen. Nach dem Bürgerinfoabend setzte sie sich im Sandbauerhof direkt mit wei­te­ren Interessierten zusam­men. Wer sich den Aktionen anschlie­ßen will, kann sich gern bei Petra Köhnen mel­den: Tel. 02161/613–169.

Speziell zu Korschenbroich/​Neersbroich/​Trietenbroich/​Herrenshoff/​Raderbroich/​Fragenhütte: Bürger fra­gen – die Verwaltung ant­wor­tet
Was kann ein ein­zel­ner für die Integration der Neuankömmlinge z.B. in Neersbroich tun?
Ende Juni 2015 schau­ten sich zahl­rei­che Neersbroicher Nachbarn die gerade auf­ge­stell­ten Fertigbauten an der Rheydter Straße an, in denen ca. 48 Menschen ein Dach über dem Kopf fin­den kön­nen. Schon am 1. Juli 2015 tra­fen sich die ers­ten Ehrenamtlichen mit Petra Köhnen aus dem Sozialamt und Sozialdezernent Thomas Dückers im „Clubhaus der Sportsfreunde Neersbroich“ zum Ideenaustausch. Heute tref­fen sich regel­mä­ßig Ehrenamtliche und Flüchtlinge zum Deutschkursus im Clubhaus und der Verein sucht über den Sport den unkom­pli­zier­ten Austausch über die Sprachgrenzen hin­weg. Wer hier ein­stei­gen möchte, kann sich im Sozialamt mel­den: petra.koehnen@korschenbroich.de.

Gibt es das Café International auch in Korschenbroich?
Ja, Kinder und Erwachsene aus allen Ländern tref­fen sich seit 16. November 2015 alle 2 Wochen von 16 bis 18 Uhr in der evan­ge­li­schen Kirche (Freiheitsstr.13). Das Jugendcafé zum Kennenlernen öff­net im Wechsel im evan­ge­li­schen Jugendzentrum Klärwerk (Freiheitsstr. 13) und im katho­li­schen Jugendzentrum St. Andreas (Adolph-Kolping-Str.2). Von 17 bis 19 Uhr ist das jewei­lige Café geöffnet.

Welches gerade an der Reihe ist, steht auf der Homepage der Treffs (Links set­zen).
Wer zu die­sen Zeiten in sei­nem Ortsteil lei­der keine Zeit hat, kann natür­lich auch in den ande­ren bei­den Internationalen Cafés vor­bei­schauen: Die Pescher laden für don­ners­tags von 15 bis 17 Uhr in die kath. Kirche (An der Kapelle 4) – seit 19. November 2015 alle zwei Wochen. Die Kleinenbroicher tau­schen sich alle zwei Wochen frei­tags von 15 bis 17 Uhr mit Flüchtlingen beim Kaffee in Räumen an der Mehrzweckhalle aus (Am Hallenbad 66). Das nächste Mal am 20.11.2015.

Wer noch wei­tere Fragen hat, kann diese gern an die unten auf­ge­lis­te­ten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Rathaus sen­den: http://​www​.kor​schen​broich​.de/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​w​e​_​o​b​j​e​c​t​I​D​=​1​9​256

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