Dormagen: Undichtes Fass in Speditionsbetrieb – ABC-​Alarm für Feuerwehr

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen-​Delrath – (FW Dormagen) Durch einen Unfall kam es ges­tern auf dem Gelände eines Speditionsbetriebes in der Delrather Edisonstraße zum Austritt von Gefahrgut:

Ein Gabelstapler hatte bei Verladearbeiten ein 200 l‑Fass ange­sto­chen. Infolge lief nahezu der gesamte Fassinhalt, bestehend aus Dimethylether, auf die Ladefläche des Aufliegers.

Fotos(2): FW Dormagen
Fotos(2): FW Dormagen

Dimethylether wird in flüs­si­ger Form als Lösemittel ein­ge­setzt. Der Stoff ist zwar ungif­tig, an sich aber brenn­bar und bil­det beim Verdampfen ein hoch­ent­zünd­li­ches Gas. Die spe­zi­elle Einsatztaktik der Feuerwehr sah daher vor, den Gefahrenbereich auf dem Betriebsgelände in einem 50 m‑Radius zunächst abzu­sper­ren und Löschmaßnahmen vor­zu­be­rei­ten. Vorsorglich wur­den Kanaleinläufe auf dem Betriebsgelände abge­dich­tet. Da der Stoff trotz sei­ner Ungiftigkeit leicht nar­ko­ti­sie­rend und atem­wegs­rei­zend wir­ken kann wurde das Betriebsgelände geräumt. Einsatzkräfte im Nahbereich des aus­ge­lau­fe­nen Stoffes tru­gen daher Atemschutz.

Das beschä­digte Fass wurde schließ­lich von einem Trupp unter Chemikalienschutzanzug in einen soge­nann­ten Havariebehälter – ein sta­bi­les Metallüberfass – ver­bracht. Dieser ermög­licht einen einen siche­ren Abtransport durch einen Entsorger. Ausgetretene Stoffmengen wur­den mit einem spe­zi­el­len Bindemittel auf­ge­nom­men. Zwei Personen wur­den auf­grund leich­ter Atemwegsreizungen vom Rettungsdienst ambu­lant behandelt.

Einen der­ar­ti­gen Einsatz beglei­tend fin­den stete Messungen statt, die eine Gefahreneinschätzung für Einsatzkräfte und Anwohner ermög­li­chen. Der soge­nannte Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Dimethylether wurde im Einsatzverlauf in der nahen Umgebung des Aufliegers zu maxi­mal einem Drittel erreicht.

2015-11-04_Dor_fw-abc_001Jener Wert beschreibt per Definition den Grenzwert, der einem Menschen bei einer Aussetzung in die­sem Stoff an fünf Tagen in der Woche zu je acht Stunden keine chro­ni­sche Schädigung ver­ur­sacht. Aufgrund des Eigenschutzes wer­den die Einsatzkräfte in der Regel den­noch mit dem größt­mög­li­chen Schutz aus­ge­stat­tet. Eine Gefahr für die umlie­gende Bevölkerung bestand nicht.

Hand in Hand arbei­te­ten Freiwillige und Berufsfeuerwehr zum Schutz des Bürgers. Vor Ort waren die Löschzüge aus Nievenheim, Delhoven, Gohr, Zons, Stürzelberg und Rheinfeld sowie die Berufsfeuerwehr. Der Löschzug Straberg besetzte für die Dauer des Einsatzes die Hauptfeuerwache an der Kieler Straße. Unterstützt wurde der Einsatz durch TUIS-​Spezialkräfte der Werkfeuerwehr Currenta sowie des ABC-​Erkunders (Messwagen) aus Kaarst. Auch Kreisbrandmeister Norbert Lange über­zeugte sich vor Ort von der Arbeit der Feuerwehr Dormagen.
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Für Dormagen im Einsatz:
A‑Dienst der Berufsfeuerwehr
B‑Dienst der Berufsfeuerwehr
C‑Dienst der Berufsfeuerwehr
LZ 31 /​Berufsfeuerwehr
LZ 32 /​Nievenheim
LZ 34 /​Delhoven
LZ 35 /​Straberg (Wachbesetzung
LZ 36 /​Gohr
LZ 37 /​Zons
LZ 39 /​Mitte
Werkfeuerwehr Currenta
Feuerwehr Kaarst (ABC-​Erkunder)
Rettungsdienst
Polizei

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