Dormagen: Undichtes Fass in Speditionsbetrieb – ABC-​Alarm für Feuerwehr

Dormagen-Delrath – (FW Dormagen) Durch einen Unfall kam es gestern auf dem Gelände eines Speditionsbetriebes in der Delrather Edisonstraße zum Austritt von Gefahrgut:

Ein Gabelstapler hatte bei Verladearbeiten ein 200 l-Fass angestochen. Infolge lief nahezu der gesamte Fassinhalt, bestehend aus Dimethylether, auf die Ladefläche des Aufliegers.

Fotos(2): FW Dormagen
Fotos(2): FW Dormagen

Dimethylether wird in flüssiger Form als Lösemittel eingesetzt. Der Stoff ist zwar ungiftig, an sich aber brennbar und bildet beim Verdampfen ein hochentzündliches Gas. Die spezielle Einsatztaktik der Feuerwehr sah daher vor, den Gefahrenbereich auf dem Betriebsgelände in einem 50 m-Radius zunächst abzusperren und Löschmaßnahmen vorzubereiten. Vorsorglich wurden Kanaleinläufe auf dem Betriebsgelände abgedichtet. Da der Stoff trotz seiner Ungiftigkeit leicht narkotisierend und atemwegsreizend wirken kann wurde das Betriebsgelände geräumt. Einsatzkräfte im Nahbereich des ausgelaufenen Stoffes trugen daher Atemschutz.

Das beschädigte Fass wurde schließlich von einem Trupp unter Chemikalienschutzanzug in einen sogenannten Havariebehälter - ein stabiles Metallüberfass - verbracht. Dieser ermöglicht einen einen sicheren Abtransport durch einen Entsorger. Ausgetretene Stoffmengen wurden mit einem speziellen Bindemittel aufgenommen. Zwei Personen wurden aufgrund leichter Atemwegsreizungen vom Rettungsdienst ambulant behandelt.

Einen derartigen Einsatz begleitend finden stete Messungen statt, die eine Gefahreneinschätzung für Einsatzkräfte und Anwohner ermöglichen. Der sogenannte Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Dimethylether wurde im Einsatzverlauf in der nahen Umgebung des Aufliegers zu maximal einem Drittel erreicht.

2015-11-04_Dor_fw-abc_001Jener Wert beschreibt per Definition den Grenzwert, der einem Menschen bei einer Aussetzung in diesem Stoff an fünf Tagen in der Woche zu je acht Stunden keine chronische Schädigung verursacht. Aufgrund des Eigenschutzes werden die Einsatzkräfte in der Regel dennoch mit dem größtmöglichen Schutz ausgestattet. Eine Gefahr für die umliegende Bevölkerung bestand nicht.

Hand in Hand arbeiteten Freiwillige und Berufsfeuerwehr zum Schutz des Bürgers. Vor Ort waren die Löschzüge aus Nievenheim, Delhoven, Gohr, Zons, Stürzelberg und Rheinfeld sowie die Berufsfeuerwehr. Der Löschzug Straberg besetzte für die Dauer des Einsatzes die Hauptfeuerwache an der Kieler Straße. Unterstützt wurde der Einsatz durch TUIS-Spezialkräfte der Werkfeuerwehr Currenta sowie des ABC-Erkunders (Messwagen) aus Kaarst. Auch Kreisbrandmeister Norbert Lange überzeugte sich vor Ort von der Arbeit der Feuerwehr Dormagen.
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Für Dormagen im Einsatz:
A-Dienst der Berufsfeuerwehr
B-Dienst der Berufsfeuerwehr
C-Dienst der Berufsfeuerwehr
LZ 31 / Berufsfeuerwehr
LZ 32 / Nievenheim
LZ 34 / Delhoven
LZ 35 / Straberg (Wachbesetzung
LZ 36 / Gohr
LZ 37 / Zons
LZ 39 / Mitte
Werkfeuerwehr Currenta
Feuerwehr Kaarst (ABC-Erkunder)
Rettungsdienst
Polizei

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