Dormagen: Stadt möchte Flüchtlinge in alle Stadtteile integrieren

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Im gest­ri­gen Hauptausschuss legte die Verwaltung ein umfang­rei­ches Zahlenwerk und eine Perspektivplanung zum Umgang mit den Flüchtlingen in Dormagen vor. 

Im Kern geht es darum, wie die zu erwar­tende Anzahl an fest zuge­wie­se­nen Flüchtlingen gerecht und sozial ver­träg­lich im Stadtgebiet ver­teilt wer­den kön­nen, ohne zum Beispiel auf wei­tere Turnhallen zurück­grei­fen zu müssen.

Die Verwaltung hat dazu drei Szenarien erstellt. Ausgegangen wird von einem soge­nann­ten „Best Case“ und einem „Worst Case“. Das dritte Planbeispiel bewegt sich in der Mitte der bei­den Beispiele.

Bürgermeister Erik Lierenfeld erläu­terte den anwe­sen­den Ratsmitgliedern die bei­den Annahmen. So sieht der Best Case vor, dass Dormagen 50 Personen im Monat zuge­wie­sen wer­den und zehn Menschen Dormagen in die­sem Zeitraum auch wie­der ver­las­sen. Dies würde bedeu­ten, dass die Stadt bis Ende 2016 rund 1.380 Menschen unter­brin­gen muss. Dazu zäh­len auch die Menschen, die im Rahmen der Notunterkünfte (Erstaufnahme) vom Land zuge­wie­sen wer­den. Das sind der­zeit rund 350 Personen.

Der Worst Case sieht vor, dass rund 150 Menschen im Monat nach Dormagen zuge­wie­sen wer­den aber wei­ter­hin nur zehn Menschen Dormagen im sel­ben Zeitraum auch wie­der ver­las­sen. Dies würde bedeu­ten, dass die Stadt bis Dezember 2016 fast 2.800 Menschen unter­brin­gen muss. Die Verwaltung geht eben­falls davon aus, dass die bei­den Notunterkünfte an der Beethovenstraße und Am Wäldchen auch über das von der Bezirksregierung Düsseldorf ange­for­derte Datum (29. Februar 2016) hin­aus betrie­ben werden.

Grafik: StadtUm die zuge­wie­se­nen Menschen, die zuletzt meist aus Kriegsgebieten im Nahen Osten oder Afghanistan kom­men, sozial ver­träg­lich unter­zu­brin­gen, sieht die Verwaltung vor, alle Stadtteile mit ein­zu­be­zie­hen. Die Verwaltung hat dazu eine Lagekarte mit mög­li­chen Standorten im Stadtgebiet erstellt und auf­ge­zeigt, wie eine Verteilung aus­se­hen kann. Hier sind zunächst sofort umsetz­bare als auch per­spek­ti­vi­sche Standorte zu sehen. Angedacht ist die Anmietung bei­spiels­weise von Holzfertighäusern, die preis­wert einen guten Wohnstandart sichern und spä­ter schnell ver­la­gert und unter ande­rem als Bürger- und Seniorenbegegnungsstätten oder sozia­len Wohnungsbau umge­wan­delt wer­den können.

Ansprechen möchte die Verwaltung aber auch Vermieter, die Wohnraum zur Verfügung stel­len wol­len. Vorrangig sol­len Familien dort ein­zie­hen. 17 Wohnungen hat die Verwaltung aus die­sem Grund bereits in der Anmietung.

Neben Familien und Einzelpersonen rech­net die Verwaltung aber auch mit 22 unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Flüchtlingen. Diese wer­den geson­dert in einem Hotel in der Innenstadt unter­ge­bracht und durch Sozialarbeiter und das Jugendamt beson­ders betreut.

Um all diese Aufgaben zu bewäl­ti­gen und die bis­lang meh­rere tau­send zusätz­li­chen Arbeitsstunden in der Verwaltung wie­der abzu­bauen, beab­sich­tigt der Bürgermeister die Einstellung von wei­te­ren Kräften.

Geprüft wer­den muss laut dem Ersten Beigeordneten Robert Krumbein auch die Infrastruktur, wie Kindergarten, Schulen und Vereinen. „Hier müs­sen wir gege­be­nen­falls nach­bes­sern, dies zeit­nah pla­nen und umsetzen.

Für die Kämmerin Tanja Gaspers hal­ten sich die finan­zi­el­len Aufwendungen für diese Aufgaben für die Stadt in annehm­ba­ren Grenzen. „Wir rech­nen mit einer hohen Refinanzierungsquote durch Land und Bund nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz.“

Weitere Infos & Karten fin­den Sie hier (pdf)

(1 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)