Neuss: Neugestaltung Ausländerbehörde und Bürgeramt

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Baudezernent Christoph Hölters und Bürger- und Ordnungsdezernent Stefan Hahn haben jetzt die Pläne zur Neugestaltung der Ausländerbehörde und die Umbaumaßnahmen am Bürgeramt vorgestellt.

Auch ohne Berücksichtigung der aktu­el­len Flüchtlingssituation wächst die Anzahl der Neusser Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund ste­tig. Derzeit ist Deutschland das zweit­stärkste Einwanderungsland der Welt. Um den Neubürgerinnen und Neubürgern den Weg zu den Publikumsämtern im Rathaus zu erleich­tern, soll das Auslän­deramt räum­lich enger an das Bürgeramt ange­bun­den wer­den und zu einer Willkommensbehörde umge­baut werden.

Die Neusser Ausländerbehörde ver­steht sich mit rund 10.000 Bürgerkontakten im Jahr eher als Einwanderungsbehörde. Als Fachbereich im Bürger- und Ordnungsamt ist sie ver­ant­wort­lich für die Regelung von Einreise‑, Aufenthalts- und Beschäfti­gungsrechten sowie die sprach­li­che Integration von Einwan­derern. Im Sinne der Willkommenskultur zieht die Ausländer­behörde in die Etage über dem Bürgeramt und ist vom Foyer aus direkt über die Treppe gegen­über der Infotheke zu errei­chen. Dies bedeu­tet, dass die Büros die bis­lang auf drei ver­schie­de­nen Ebenen ver­teilt waren, auf eine Ebene unmit­tel­bar über dem Kernbürgeramt zusam­men­zie­hen. Ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger kön­nen so bei­spiels­weise nach Erledigung einer mel­de­recht­li­chen Angelegenheit im Bürgeramt auf kur­zem Wege unver­züg­lich die Ausländerbehörde erreichen.

Darüber hin­aus sind wei­tere Maßnahmen geplant, die eine Verbesserung der Dienstleistung für die ein­ge­wan­der­ten Neu­bürgerinnen und ‑bür­ger umfas­sen. So ent­steht ein Anmelde- und Servicecenter, das Entrée wird freund­lich gestal­tet und es wird direkte Ansprechpartner für spe­zi­elle Aufgabenbereiche, wie Hochqualifizierte, Blue Card oder Unternehmer, geben. Das Terminangebot wird über ein Onlineportal ver­bes­sert, die elek­tro­ni­sche Aktenführung ein­ge­führt und die Ausländer­behörde wird sich noch stär­ker mit ande­ren Migrationsdiensten wie dem Migrations-​Erstberatungsdienst vernetzt.

Neben den Änderungen in der Ausländerbehörde sind weitrei­chende bau­li­che Umgestaltungen im Kernbürgeramt geplant. In sei­ner heu­ti­gen Ausprägung ging das Bürgeramt 1998 in Be­trieb. Im Sinne des Servicegedankens bie­tet die Stadt hier ein umfas­sen­des Beratungsangebot an einer zen­tra­len Stelle an. 70 Prozent aller Bürgerkontakte fin­den im Kernbürgeramt statt. Bereits vor fünf Jahren wurde dort die 2,5 Millionste Besucherin emp­fan­gen und bera­ten. Inzwischen hat sich die Situation rund um das Kernbürgeramt viel­schich­tig geän­dert. Gesetzliche Neu­regelungen, wie die Einführung des Kinderreisepasses oder fäl­schungssichere Ausweise, füh­ren zu einem wei­te­ren Anstieg der Besucher und der Verweildauer des Publikums.

Ziel der Umbaumaßnahme ist die Optimierung der Arbeitsab­läufe. Dazu wer­den drei Bereiche geschaf­fen, die räum­lich von­einander getrennt wer­den: Ein Infobereich, ein Aufrufbereich sowie der eigent­li­che Beratungsbereich.

Gleich wenn der Bürger das Rathaus von der Passage aus be­tritt, kommt er in den Infobereich. Neben einer Empfangs- und Servicetheke für die Erstberatung und Orientierung ent­ste­hen gegen­über der Infotheke neben der Treppe, die zu den neuen Beratungsräumen des Ausländerbereiches führt, Flächen mit Informationsschriften wie Flyern, Zeitungen und Plakaten, sowie Sitzgelegenheiten und Schreibmöglichkeiten zum Ausfüllen von Formularen. Vom Infobereich aus geht der Besucher durch eine Automatiktüre in den Aufrufbereich. In die­ser Wartezone wird es zukünf­tig neben Sitzgelegenheiten ein Kinderspielangebot und eine neue Aufrufanlage geben. Durch die­sen räum­lich abge­trennten Wartebereich soll es im drit­ten Abschnitt, dem eigentli­chen Beratungsbereich mit den Servicepunkten an den Mitar­beiterschreibtischen, künf­tig erheb­lich ruhi­ger wer­den. Die Neuordnung ver­rin­gert die Lärmbelastung für Kunden und Mit­arbeiter und ver­bes­sert die Akustik.

Der der­zei­tige Vorentwurf des Gebäudemanagement beinhal­tet die Planung für die räum­li­che und brand­schutz­tech­ni­sche Tren­nung mit neuen Zwischentüren und Trennwänden. Das Er­scheinungsbild wird mit einer neuen Möblierung des Wartebe­reichs, einem neuen Teppichboden und dem Anstrich der Wände und Decken freund­li­cher gestal­tet. Hinzu kommt die Er­neuerung des innen­lie­gende Blend- und Sonnenschutzes. Das Gebäudemanagement plant der­zeit die Anpassung und teil­weise Erneuerung der Gebäudetechnik mit Lichtplanung, An­passung der Lüftung, Beheizung und Klimatisierung. Bisher sind im Wirtschaftsplan 360.000 Euro für die Kosten der Roh­bau- und Ausbaugewerke, ein­schließ­lich der Ingenieur-​Leistun­gen, vor­ge­se­hen. Hinzu kom­men noch die Kosten für die Ge­bäudetechnik. Der Umbau des Kernbürgeramtes soll ab der sit­zungsfreien Zeit im Sommer 2016 durch­ge­führt wer­den, da in der Ferienzeit der Andrang erfah­rungs­ge­mäß gerin­ger ist. Wäh­rend der Bauzeit wer­den die umzu­bau­en­den Räume geschlos­sen. Ein Ausweichprovisorium ent­we­der in den untergeordne­ten Sitzungssälen oder in einer Pavillonanlage wird recht­zei­tig vor­ge­stellt und eingerichtet.

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