Neuss: Flüchtlingsunterbringung – Erste Standorte wer­den aktiviert

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Neuss hat sich frü­her als viele andere Städte auf die mög­li­che Zuweisung von Flüchtlingen vorbereitet.

Dazu hatte die Stadt bereits im April 27 dezen­trale Standorte aus­ge­wählt, die bau­recht­lich geprüft, der Bevölkerung kom­mu­ni­ziert und in ers­ten Bürgerversammlungen den Menschen in den Stadtteilen vor­ge­stellt wur­den. Schon im Frühjahr sind die ers­ten Container zur Unterbringung von Flüchtlingen von der Stadt bestellt worden.

Wie der Lieferant der Container gerade mit­teilte, wer­den die bestell­ten Container zur Zeit am Standort Nordbad auf­ge­stellt, so daß sie Anfang Oktober plan­mä­ßig genutzt wer­den kön­nen. Auch für die Standorte auf dem Südbad-​Parkplatz und in Allerheiligen hat die Stadt inzwi­schen die Bestellung der Container in die Wege gelei­tet. Wegen der zwi­schen­zeit­lich gro­ßen Nachfrage im gesam­ten Bundesgebiet lie­gen die Lieferzeiten für Container aller­dings im Moment bei über sie­ben Monaten.

Die Zahl von Menschen, die beson­ders über das öst­li­che Mittelmeer in Richtung Deutschland flie­hen, hat sich in den letz­ten Tagen erheb­lich ver­grö­ßert. Dadurch ist eine völ­lig neue Situation ent­stan­den. So infor­mierte die Bezirksregierung Arnsberg die Stadt Ende letz­ter Woche dar­über, dass sie in den nächs­ten Wochen mit einer weit über den bis­her ange­kün­dig­ten Zuweisungszahlen lie­gen­den Anzahl an Flüchtlingen zu rech­nen habe. Die kon­ti­nu­ier­li­che Erhöhung der Zuweisungszahlen könne ab Oktober bei bis zu 200 Flüchtlingen pro Woche liegen.

Um eine so große Zahl von Menschen unter­zu­brin­gen, erar­bei­tet die Stadt nun mit Hochdruck einen Krisenplan. Dieser sieht auch die kurz­fris­tige Einrichtung von Notunterkünften vor. Zur Zeit wer­den ver­schie­dene Immobilien in Augenschein genom­men und bau­recht­lich und feu­er­wehr­tech­nisch geprüft, ob sie als Notunterkunft geeig­net sind. Zu den geprüf­ten Objekten zäh­len auch die Sporthalle in Allerheiligen, die leer­ste­hende Schule am Wildpark und die Mehrzweckhalle in Holzheim. Die Eissporthalle hat sich auf­grund der schwie­ri­gen Beheizungssituation als weni­ger geeig­net erwie­sen. Geprüft wird zur Zeit auch die Möglichkeit, ob die in Neuss ankom­men­den Menschen auf Hotelschiffen unter­ge­bracht wer­den können.

Bürgermeister Herbert Napp: „Die Verwaltung hatte mit Unterstützung des Rates größte Anstrengungen unter­nom­men, um die­ses Szenario in Neuss zu ver­mei­den. Angesichts der über­aus star­ken Dynamik in der Entwicklung der Flüchtlingszahlen seit Juli 2015 müs­sen wir aber jetzt in einen kon­trol­lier­ten Krisenmodus umschalten.”

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