Rhein-​Kreis Neuss: Flüchtlinge sol­len schnel­ler in Arbeitsmarkt ver­mit­telt werden

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Rhein-​Kreis Neuss – Der Rhein-​Kreis Neuss, die Agentur für Arbeit Mönchengladbach und andere Institutionen bün­deln ihre Kräfte, um Flüchtlinge schnel­ler in Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln.

Bei einem Spitzentreffen im Kreishaus Grevenbroich wur­den auf Einladung von Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke zahl­rei­che Vereinbarungen getrof­fen. „Von der Integration in den Arbeitsmarkt haben alle Beteiligten Vorteil und Gewinn – die Kommunen, die Wirtschaft, die Gesellschaft und nicht zuletzt die betrof­fe­nen Flüchtlinge selbst”, so Petrauschke. Angela Schoofs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, sprach von „einem Schulterschluss, der das Verfahren für ein gelin­gen­des Ankommen beschleunigt”.

Petrauschke, Schoofs, Kreisdirektor Dirk Brügge, Arbeitsagentur-​Geschäftsführer Wolfgang Draeger, Jobcenter-​Geschäftsführerin Wendeline Gilles und Sigrid Wolf vom Deutschen Gewerkschafts-​Bund einig­ten sich mit den Vertretern der kreis­an­ge­hö­ri­gen Kommunen und ande­rer Institutionen auf die kon­krete Vorgehensweise. Die kreis­an­ge­hö­ri­gen Städte und Gemeinden mel­den zum 1. September die Zahl der dau­er­haft zuge­wie­se­nen Flüchtlinge zwi­schen 15 und 64 Jahren, und zwar zunächst aus Herkunftsländern mit hoher Bleibeperspektive. Dabei han­delt es sich ins­be­son­dere um Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea.

Die Kommunen nen­nen der Arbeitsagentur jeweils einen kon­kre­ten Ansprechpartner und erfas­sen Daten und Kompetenzen der Flüchtlinge über das soge­nannte „Düsseldorfer Raster”. Erfasst wer­den darin unter ande­rem Name, Geburtsort, Nationalität, Aufenthaltsstatus und Bleiberechtsprognose sowie vor allem die beruf­li­chen Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Kommunen lei­ten die Daten direkt an die Agentur für Arbeit wei­ter. Sofern erfor­der­lich, unter­stützt die Beschäftigungsförderungsgesellschaft des Rhein-​Kreises Neuss die Erarbeitung des „Düsseldorfer Rasters” und stellt Dolmetscher.

Es fin­den Gruppeninformationen statt, die die Agentur für Arbeit in Abstimmung mit den Kommunen ab dem 24. September im Zwei-​Wochen-​Rhythmus vor Ort aus­rich­tet. Eingeladen wer­den die Teilnehmer durch die Städte und Gemeinden mit Unterstützung des Rhein-​Kreises Neuss. Nach den Gruppeninformationen fin­den indi­vi­du­elle Beratungen und Betreuungen statt.

Die Industrie- und Handelskammer sowie die Kreishandwerkerschaft neh­men an einer gemein­sa­men Veranstaltung am 29. Oktober teil und prä­sen­tie­ren ihre Möglichkeiten, um Flüchtlinge in Ausbildung oder Arbeit zu ver­mit­teln. Zuvor wer­den Kammer, Handwerkerschaft und andere Unternehmerverbände gemein­sam mit der Arbeitsagentur kon­krete Absprachen über sol­che Berufsfelder tref­fen, die einen hohen Fachkräftebedarf auf­wei­sen. Gleichzeitig wer­den die Unternehmen gebe­ten, in die­sen Berufsfeldern Praktika sowie Ausbildungs- und Arbeitsstellen zur Verfügung zu stellen.

Konkret zu ein­an­der fin­den Flüchtlinge und Betriebe über assis­tierte Arbeitsvermittlungen, die vom gemein­sa­men Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter durch­ge­führt wer­den. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die im Bereich „Beschäftigung” tätig sind bezie­hungs­weise dazu gewon­nen wer­den sol­len, wer­den über die Beschäftigungsförderungsgesellschaft des Rhein-​Kreises Neuss koordiniert.

Solange keine andere Regelung getrof­fen ist, wird der Rhein-​Kreis Neuss Deutschkurse für den genann­ten Personenkreis anbie­ten. Hierzu wer­den Volkshochschulen und andere Träger ange­spro­chen. Die Kosten dafür von rund 100 000 Euro in die­sem Jahr trägt der Rhein-​Kreis Neuss, wie es im Sozialausschuss hieß. Erster Stellvertretender Landrat Dr. Hans-​Ulrich Klose, der Vorsitzende des Gremiums, lobte „das rasche und kon­struk­tive Handeln des Kreises” ausdrücklich. 

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