Verdächtiges Ansprechen von Kindern – Aufmerksamkeit aber keine Panikmache ist hilfreich

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss (ots) – Mit unse­rer Presseveröffentlichung vom 25.08.2015 berich­te­ten wir über einen Sachverhalt in Meerbusch. Am Badener Weg war ein Mädchen von einem unbe­kann­ten Mann am Arm ergrif­fen worden. 

Zwei Zeugen hat­ten gese­hen, wie das Kind mit dem Unbekannten und einer eben­falls unbe­kann­ten Frau Richtung Bushaltestelle ging. Nach Intervention einer Zeugin konnte die 7‑Jährige wie­der an die Eltern über­ge­ben wer­den. Die Hintergründe die­ses Sachverhaltes sind bis­lang unklar. Mehreren Ermittlungsansätzen wurde nach­ge­gan­gen, führ­ten aber bis­her nicht zur Identifikation des betei­lig­ten Paares. Die Ermittlungen dau­ern an. M

it der Veröffentlichung die­ser Meldung war der Kreispolizeibehörde aus vie­len Erfahrungen aus der zurück­lie­gen­den Zeit klar, dass es in den nächs­ten Tagen wei­tere Schilderungen geben wird, die das ver­däch­tige Ansprechen von Kindern zum Inhalt haben wer­den. So geschah es dann auch. Insbesondere in Kaarst, Meerbusch und im Neusser Norden berich­te­ten Kinder über für sie ver­däch­ti­ges Verhalten von Erwachsenen, die sie ange­spro­chen haben.

Ein Mädchen aus Meerbusch stand in einer Bushaltestelle und sah einen „böse grin­sen­den Mann” auf sich zukom­men. Schreiend lief das Kind nach Hause und brach dort zusam­men. Vorher konnte sie noch ein Kennzeichen eines Autos ange­ben, aus dem der Mann gestie­gen war. Die Polizei nahm mit dem Halter Kontakt auf und ermit­telte, dass die­ser „Verdächtige” ein Zeitungsauslieferer war, der die Pakete mit den Druckerzeugnissen in der Bushaltestelle abge­legt hatte.

Die Polizei kann die Sorgen der Eltern sehr gut nach­voll­zie­hen und geht jedem Hinweis mit gro­ßer Sorgfalt nach. Aus lang­jäh­ri­gen Erfahrungen wis­sen die Ordnungshüter aber auch, dass glück­li­cher­weise in den aller­meis­ten Fällen, dem geäu­ßer­ten Verdacht ein harm­lo­ser Sachverhalt zu Grunde liegt.

In allen der Polizei bis­her bekann­ten Fällen, gibt es keine kon­kre­ten Hinweise auf ein straf­recht­li­ches Verhalten oder auf eine kon­krete Gefährdung für Kinder.

Nach den bis­he­ri­gen Ermittlungen kommt die Polizei zu fol­gen­der Einschätzung: Aufgrund der Vielzahl der mit­ge­teil­ten Vorfällen über das ver­däch­tige Ansprechen von Kindern, mit viel­fa­cher Nutzung von Facebook und Co, gibt es sowohl unter den Eltern als auch an den Schulen und Kindergärten eine Unruhe, die sich täg­lich poten­ziert und auf angren­zende Gebiete über­schwappt. Etliche Eltern sind des­halb in größ­ter Sorge.

Hierzu besteht kein Anlass!!!!!

Durch die vie­len Gespräche mit den Kindern in Schulen, mit den Eltern aber auch unter­ein­an­der sind die Schülerinnen und Schüler höchst sen­si­bi­li­siert und erle­ben Alltagssituationen als ver­meint­lich gefährlich.

Alle Streifen der Polizei im Rhein-​Kreis Neuss, Streifenwagenbesatzungen, Bezirksbeamte und zivile Einsatzkräfte, sind für die Sorgen und Nöte von Eltern und Kindern sen­si­bi­li­siert. Richtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern immer wie­der über die wich­tigs­ten Verhaltensregeln auch auf dem Schulweg spre­chen. Zur Information fügen wir diese Tipps bei.

Liebe Eltern, obwohl der weit­aus über­wie­gende Teil von Übergriffen auf Kinder im sozia­len oder fami­liä­ren Umfeld des Kindes statt­fin­det, soll­ten Sie Ihre Kinder auch dar­über infor­mie­ren, wie sie sich auf dem Schulweg, oder in der Freizeit ver­hal­ten sol­len, wenn sie ohne elter­li­che Aufsicht unter­wegs sind:

  • Gehe mit Freunden oder Klassenkameraden zusam­men – gemein­sam seid Ihr stark und die Wege sind sicherer !
  • Benutze mög­lichst immer die glei­chen Wege – so kennst Du Dich gut aus und weißt, wo Du im Notfall Hilfe fin­den kannst!
  • Sage laut und deut­lich was Du nicht willst – habe auch Erwachsenen gegen­über Mut zu sagen „Lassen Sie mich in Ruhe!”
  • Tritt auf kei­nen Fall an Fahrzeuge heran – Fragen von Autofahrern kön­nen von Erwachsenen beant­wor­tet werden!
  • Mach auf dich auf­merk­sam, wenn Du Dich bedroht fühlst – schrei laut und gehe direkt zu ande­ren Personen, um Dir Hilfe zu holen!
  • Weglaufen ist nicht feige – wenn Du Dich abwen­dest und gehst, schaffst Du Abstand!
  • Wenn kein ande­rer Erwachsener in der Nähe ist, sprich Kinder an! Schrei laut um Hilfe!
  • Du kannst in Notfällen jeder­zeit über Handy oder aus einer Telefonzelle den Polizeinotruf 110 anru­fen. Das geht auch ohne Handykarte oder Münzen.
  • Wenn Dir auf dem Schulweg etwas ver­däch­tig vor­ge­kom­men ist, soll­test Du es sofort Deinen Lehrern und Deinen Eltern erzählen!
  • Überlege mit Deinen Eltern, in wel­chem Geschäft Du auf Deinem Schulweg Hilfe im Notfall fin­den kannst!
  • Halte Dich an Absprachen mit Deinen Eltern und sei mög­lichst pünkt­lich, damit Deine Eltern wis­sen, dass sie sich auf Dich ver­las­sen kön­nen und sich keine unnö­ti­gen Sorgen machen.

Noch ein Tipp zum Schluss:
Vereinbaren Sie mit ande­ren Eltern genau, wer Ihr Kind aus Schule oder Kindergarten abho­len darf. Ihr Kind sollte wis­sen, dass es nur mit die­sem – mög­lichst klei­nen – Personenkreis mit­ge­hen oder mit­fah­ren darf – ohne Ausnahme.

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