Archäologie in Rommerskirchen

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Robert Schilken, Herausgeber



Rommerskirchen – Zum Tag der Offenen Tür im Rathaus am 20. Juni 2015 stellte auch ein Ausgrabungsunternehmen aus Köln ihre Aktivitäten in Rommerskirchen vor. 

Dafür ent­stand ein Plakat, auf dem die archäo­lo­gi­schen Grabungen im Gemeindegebiet seit 1987 dar­ge­stellt sind und das nun einen Platz im Rathaus erhal­ten soll.

Seit 2003 hat allein die Fa. Ibeling ins­ge­samt 15 archäo­lo­gi­sche Grabungen und Sondagen in Rommerskirchen und den ver­schie­de­nen Ortsteilen durch­ge­führt. Die meis­ten Maßnahmen waren durch die Gemeinde beauf­tragt und betra­fen die Erschließung von Neubaugebieten und Straßenflächen.

Foto: Gemeinde

Aber auch wäh­rend des Neubaus der B59n und beim Bau des Regenrückhaltebeckens am Rosenweg war die Firma aktiv. Zur Zeit wird auf dem Erschließungsgebiet am Steinbrücker Hof gear­bei­tet.” so Bürgermeister Dr. Martin Mertens

Weitere archäo­lo­gi­sche Grabungen der jün­ge­ren Zeit sind vom Land und ande­ren archäo­lo­gi­schen Fachfirmen durch­ge­führt werden.

Die gra­fi­sche Darstellung auf dem Plakat zeigt deut­lich, wie groß die Flächen sind, die archäo­lo­gisch unter­sucht wur­den. Dies hängt eng damit zusam­men, dass das ste­tige Wachstum der Gemeinde immer mehr Fläche in Anspruch nahm, auf der dann Ausgrabungen stattfanden.

Auf nahezu allen unter­such­ten Flächen befan­den sind aus­ge­dehnte vor­ge­schicht­li­che Fundbereiche, die bele­gen, dass und wie hier seit Jahrtausenden und Jahrhunderten Menschen leb­ten. Die Region ist immer ein belieb­ter Siedlungsplatz gewe­sen – der frucht­bare Boden und der Gillbach boten und bie­ten ideale Bedingungen für mensch­li­ches Leben.

Zwei Epochen ste­chen dabei beson­ders hervor:

Zu römi­scher Zeit war das Land dicht besie­delt und in zahl­rei­che land­wirt­schaft­li­che Güter auf­ge­teilt. Auf jedem Gut befand sich eine villa rustica (das Hauptgebäude) sowie zahl­rei­che Nebengebäude. Diese Betriebe sicher­ten die Versorgung der Menschen am Rhein, in der auf­blü­hen­den Stadt Köln, den Militärlagern in Bonn, Dormagen, Neuss und Xanten, sowie den dazu­ge­hö­ri­gen und im Umfeld lie­gen­den Zivilsiedlungen. Die Gegend um Rommerskirchen lag dabei sehr ver­kehrs­güns­tig an den römi­schen Verbindungsstraßen von Köln nach Venlo und von Neuss/​Dormagen nach Thorr.

Durch die Ausgrabungen der letz­ten Jahren wur­den meh­rere vil­lae rusti­cae oder Teile von land­wirt­schaft­li­chen Gütern auf­ge­deckt, außer­dem viele zu sol­chen Anlagen gehö­rige Gräber mit zum Teil sehr schö­nen Grabbeigaben. Auf zwei Flächen wur­den auch spät­rö­mi­sche Fluchtburgen fest­ge­stellt, die zur Sicherheit der Einwohner vor ger­ma­ni­schen Überfällen ange­legt wurden.

Die zweite mar­kante Epoche ist das Frühe und Hohe Mittelalter. Durch die voll­stän­dige Erfassung eines mero­win­gi­schen Friedhofs sowie eine direkt dane­ben lie­gende Siedlung aus der Zeit kurz nach dem Ende der römi­schen Epoche ist nach­ge­wie­sen, dass nicht nur heute noch bestehende, son­dern auch inzwi­schen auf­ge­ge­bene Dörfer entstanden.

Dass Rommerskirchen und seine vor­ge­schicht­li­chen Siedlungen mit den vie­len bemer­kens­wer­ten Funden und Erkenntnissen über­haupt so umfas­send bekannt sind, ist beson­ders der jah­re­lan­gen und inten­si­ven Sammeltätigkeit von Dr. Johanna Brandt und Manfred Hundt, der seit 45 Jahren ehren­amt­li­cher Beauftragter für die Bodendenkmalpflege in Rommerskirchen wirkt, zu ver­dan­ken. Insbesondere Manfred Hundt hat im gesam­ten Gemeindegebiet viele Fundstellen ent­deckt und den zustän­di­gen Behörden als ehren­amt­li­cher Mitarbeiter zur Kenntnis gebracht.

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