Neuss: Stadt behält kein „Taschengeld“ von Flüchtlingen ein

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Entgegen der Berichterstattung in ein­zel­nen Medien zieht die Stadt Neuss Flüchtlingen kein Geld für Strom von ihrem Taschengeld ab. Ähnlich wie die Harz IV Regelsätze set­zen sich auch die Re­gelsätze im Asylbewerberleistungsgesetz zusammen. 

Der Ge­samtregelsatz für einen allein­ste­hen­den voll­jäh­ri­gen Hilfe­empfänger beträgt aktu­ell 359 Euro. Die Summe für das „Taschengeld“ für per­sön­li­che Bedarfe 143,- Euro, für das so­genannte phy­si­sche Existenzminimum 216,- Euro. Hierzu zäh­len u.a. die Bereiche Ernährung, Bekleidung, Gesundheits­pflege, Wohnen/​Energie und Wohnungsinstandsetzung.

Im Bereich Wohnen/​Energie sind die Aufwendungen für Strom ent­hal­ten. Jeder Hilfeempfänger – auch der im SGB II/​XII – hat aus die­sen Mitteln seine Stromkosten zu tra­gen. Wenn nun jemand in einer städ­ti­schen Gemeinschaftsunterkunft für Asyl­bewerber lebt, ent­ste­hen den Bewohnern keine Stromkosten – die wer­den in vol­ler Höhe durch die Stadt gezahlt. Da dem Hilfeempfänger keine Kosten ent­ste­hen, wer­den die Strom­anteile nicht aus­ge­zahlt. Bei Leistungsempfängern in pri­va­ten Wohnungen wer­den diese Regelsatzanteile selbst­ver­ständ­lich ausgezahlt.

Die Empörung in der Berichterstattung ist völ­lig deplat­ziert – um­gekehrt wäre es doch nicht ver­mit­tel­bar, wenn ein Leistungs­empfänger in einer eige­nen Wohnung sei­nen Strom (aus sei­nem Regelsatz) selbst zah­len muss, wäh­rend ein Leistungs­empfänger in einer Gemeinschaftsunterkunft sei­nen Energie­anteil zusätz­lich bezahlt bekommt, obwohl ihm hier­für gar keine Kosten entstehen.

(1 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)