Kreisumweltamt warnt: Wildes Baden in Baggerseen kann lebens­ge­fähr­lich sein

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Sommerliche Temperaturen locken zum Bad ins kühle Nass. Doch das erfri­schende Vergnügen birgt an Baggerseen, die nicht als Badeseen betrie­ben wer­den, große Gefahren. 

Außerdem ist es ver­bo­ten. Darauf weist das Umweltamt des Rhein-​Kreises Neuss hin.

Grundsätzlich ist Baden nur erlaubt, wo Betreuung gege­ben ist – im Rhein-​Kreis Neuss also in den Freibädern sowie in den Freizeitanlagen Kaarster und Straberg-​Nievenheimer See. Für alle ande­ren Baggerseen gilt Badeverbot. In den Grundwasser-​Seen herr­schen gerade im Sommer zum Teil große Temperaturunterschiede zwi­schen war­mem Oberflächen- und kal­tem Tiefenwasser, die auch beim geüb­tes­ten Schwimmer zum Kälteschock mit Herzversagen füh­ren können.

Aber auch an den Rändern von Sand- und Kiesgruben und nahe den stei­len Abbauwänden ist beson­dere Vorsicht gebo­ten. Vor allem an Seen, an denen noch gear­bei­tet wird, besteht akute Absturzgefahr. Durch die lockere Lagerung und das Gemisch von Sand und Kies kön­nen schon durch leichte Erschütterungen meh­rere Kubikmeter Sand ins Rutschen kom­men. Wer in so eine Lawine gerät, wird schnell ver­schüt­tet und kann sich meist nicht mehr selbst befreien. Auch Untiefen unter­halb der Wasseroberfläche, Stromkabel und tech­ni­sches Gerät sind für den Laien nicht immer erkenn­bar. Darüber hin­aus, so das Kreisumweltamt, begeht Hausfriedensbruch, wer sol­che Betriebsflächen unbe­fugt betritt.

Besonders tückisch sind so genannte Schwemmsandfächer, die Badende und Sonnenanbeter auf­grund ihrer idyl­li­schen, strand­ähn­li­chen Optik anspre­chen, aber keine stand­si­chere Fläche sind. Sie ent­ste­hen durch das Rückspülen nicht ver­wert­ba­rer Feinsande. Geht ein Mensch dar­über, sinkt er nach eini­gen Schritten unwei­ger­lich ein. In Sekundenschnelle sacken die Sandkörner ab und die Sandpackung wirkt wie ein Schraubstock. So hat sich das Kreisumweltamt wegen die­ser beson­de­ren Gefahr dazu ent­schlos­sen, die Neuanlage oder Vergrößerung von Schwemmsandfächern künf­tig nicht mehr zuzulassen.

Wer sich über die vie­len Möglichkeiten zum unbe­schwer­ten und auch lega­len Badegenuss in Nordrhein-​Westfalen infor­mie­ren möchte, wird auf der Strandkarte des Landesumweltamts im Internet fün­dig: www​.bade​ge​wa​es​ser​.nrw​.de.

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