Meerbusch: Neuer „TiM-​Fördertopf” soll Kindern aus ein­kom­mens­schwa­chen Familien im Alltag helfen

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Kindern aus ein­kom­mens­schwa­chen Familien soll in Meerbusch noch unbü­ro­kra­ti­scher und lebens­nä­her gehol­fen werden.

Teilhabe in Meerbusch”, kurz TiM, heißt das Konzept, mit dem sich die Stadt erfolg­reich für die Teilnahme am Förderprogramm „Teilhabe ermög­li­chen – Kommunale Netzwerke gegen Kinderarmut” bewor­ben hat. Träger des Programms ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR).

TiM ist der Arbeitstitel einer gesamt­städ­ti­schen Strategie, die Kinder von der Schwangerschaftsberatung der Mutter über den städ­ti­schen Baby-​Besuchsdienst, frühe Hilfen zwi­schen 0 und 3 Jahren, über Kita, Grundschule und Ganztagsbetreuung bis hin zur wei­ter­füh­ren­den Schule beglei­tet und fördert.

Familienbildungsangebote – zum Beispiel im AWO-​Mütterzentrum in Büderich – und Erziehungsberatung beglei­ten die­sen Weg. Gynäkologen und Hebammen, Kinderärzte, Erzieherinnen, Lehrer, Ganztagsbetreuer und Sozialarbeiter der städ­ti­schen Jugendhilfe set­zen das Konzept per­so­nell um. „Auf diese Weise wol­len wir die Lebensbedingungen von Kindern und Familien kon­ti­nu­ier­lich im Blick behal­ten und – wenn mög­lich – posi­tiv ver­än­dern”, so Bettina Scholten, stell­ver­tre­tende Leiterin des Fachbereichs Soziale Hilfen und Jugend im Rathaus. Armutsprävention nen­nen die Fachleute die Strategie, die Kinder vor den Auswirkungen der elter­li­chen Armut schüt­zen soll. „Eltern wer­den infor­miert, bera­ten, beglei­tet und wei­ter­ge­bil­det – Kinder wer­den betreut, beglei­tet, beschützt und geschult”, so Bettina Scholten.

Klassische Förderwege für finanz­schwa­che Familien auf gesetz­li­cher Grundlage gab es in Meerbusch frei­lich auch schon vor­her. Rund 1.300 Meerbuscher Kinder haben der­zeit Anspruch auf Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz. 392 Kinder leben in Familien, die auf­grund ihres gerin­gen Einkommens von den Kita-​Beiträgen befreit sind. Doch trotz aller Fördermöglichkeiten gibt es in Härtefällen noch Finanzierungslücken, die armen Kindern die Teilhabe an einem nor­ma­len Alltagsleben mit bes­ser situ­ier­ten Altersgenossen ver­sper­ren. „Selbst wenn wir einem Kind die Mitgliedsbeiträge für den Sportverein erstat­ten, fehlt oft noch das Geld für ein paar Fußballschuhe, für die Sporttasche oder das Vereinstrikot”, weiß Susanne Rieth vom städ­ti­schen Jugendamt.

Geld aus dem TiM-​Fördertopf soll hier hel­fen. Bis zu 250 Euro pro Kind und Jahr kön­nen ein­kom­mens­schwa­che Eltern zweck­ge­bun­den für klei­nere Anschaffungen bean­tra­gen. 5.000 Euro stellt die Bürgerstiftung „Wir für Meerbusch” für die­sen Zweck zur Verfügung. Die Verwendung des Geldes muss aller­dings per Beleg nach­ge­wie­sen wer­den. Auf der Internetseite der Bürgerstiftung (www​.wir​-fuer​-meer​busch​.de) sind die zu beach­ten­den Förderrichtlinien und ein Antragsformular hin­ter­legt. „Das gesamte Prozedere ist sehr unbü­ro­kra­tisch, die Beantragung der Mittel ist unkom­pli­ziert”, betont Bettina Scholten.

Das TiM-​Konzept ist lang­fris­tig ange­legt. Bestehende Angebote und Initiativen für Kinder sol­len zu einem gesamt­städ­ti­schen Meerbuscher Netzwerk zusam­men­ge­führt und den Bedürftigen bes­ser bekannt gemacht wer­den. Die Ziele sind bereits fixiert und poli­tisch beschlos­sen: „Das gesamt­städ­ti­sche Netzwerk soll ein gelin­gen­des, gutes Kinderleben in Meerbusch garan­tie­ren”, heißt es im TiM-​Konzept. Für alle bedürf­ti­gen Familien sol­len Unterstützungsangebote bereit ste­hen. Bettina Scholten fasst das Oberziel grif­fig zusam­men: „Alle Kinder – gleich aus wel­cher Schicht – sol­len in Meerbusch gut auf­wach­sen. Daran wol­len wir alle gemein­sam arbeiten.” 

(1 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)