Neuss: Standorte für zuge­wie­sene Flüchtlinge – Kein Stadtteil wird ausgenommen

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Neuss – Vor weni­gen Wochen hat die Stadt Neuss 27 Standorte für Unterkünfte für die ihr zuge­wie­se­nen Flüchtlinge bekannt gegeben.

Zwischenzeitlich sind zahl­rei­che Fragen an Politik und Verwal­tung her­an­ge­tra­gen wor­den. Diese ver­sucht die Verwaltung gemein­sam ins­be­son­dere mit den Kommunalpolitikern der be­troffenen Wahlkreise zu beantworten.

Zur schnel­le­ren Kommu­nikation ist auch eine Internet-​Seite „Flüchtlinge in Neuss” ein­gerichtet wor­den, um mög­lichst zügig und breit die Informatio­nen zu ver­brei­ten. „Uns ist sehr wohl bewusst, dass gerade die Ungewissheit und das Unbekannte Ängste aus­löst. Wir versu­chen des­halb, mit höchs­tem Engagement unse­res Personals alle uns bekann­ten Informationen zur wei­te­ren Entwicklung zu kom­mu­ni­zie­ren”, so Sozialdezernent Stefan Hahn.

Die Kehr­seite der sehr früh­zei­ti­gen Information sei aller­dings, dass nicht zu jedem Standort bereits alle Fragen zur Zufriedenheit der Anwohner beant­wor­tet wer­den kön­nen. Es bleibt dabei, dass erst dann eine Bürgerinformation im Stadtteil erfolgt, wenn nen­nenswerte Informationen vor­lie­gen und zwar einige Wochen, bevor tat­säch­lich mit einem Baubeginn zu rech­nen ist.”

Die Verwaltung wird auch in den kom­men­den Wochen nicht an Versammlung teil­neh­men, die von ein­zel­nen Bürgerinnen und Bürgern (meis­tens Anlieger der betrof­fe­nen Standortgrund­stücke) unab­ge­spro­chen initi­iert und ter­mi­niert wer­den. Es be­steht jedoch das Angebot (aus dem Rathaus) tele­fo­nisch, per Email oder auch in einem per­sön­li­chen Gespräch im Rathaus nach Terminvereinbarung den Bürgerinnen und Bürgern ge­wünschte Informationen zukom­men zu lassen.

Bis auf die nach­fol­gend soge­nann­ten „Blitzstandorte”, auf de­nen noch in 2015 Provisorien errich­tet wer­den, kann nicht ge­sagt wer­den, wann, in wel­cher Größe, in wel­cher Bauweise und für wel­chen Zeitraum Standorte als Flüchtlingsunterkünfte ge­nutzt wer­den kön­nen. Blitzstandorte sind die Parkplätze Süd­bad und Nordbad. Über einen wei­te­ren Blitzstandort ist man im Gespräch mit den Augustinuskliniken. Außerdem wur­den an der Düsseldorfer Straße im Barbaraviertel Mehrfamilienhäuser an­gemietet, die per­spek­ti­visch mit Flüchtlingen belegt wer­den sollen.

Am Südbad und im Barbaraviertel wur­den bereits Bür­gerversammlungen durch­ge­führt. Eine Info-​Veranstaltung am Nordbad wird in Kürze statt­fin­den. Die bis­he­ri­gen Informations­veranstaltungen ver­lie­fen sehr sach­lich, auch weil bereits kon­krete Informationen zu Zeitpunkt der Errichtung und Größe der Einrichtung mit­ge­teilt wer­den konn­ten. „Es macht zuver­sicht­lich, dass der über­wie­gende Teil der Bevölkerung die Notwendigkeit der Hilfe für die uns anver­trau­ten Flüchtlinge erkennt.”, so Hahn.

Hinsichtlich der ande­ren Standorte wer­den im Moment Mach­barkeitsstudien zur Vorbereitung eines Bauantrages erar­bei­tet. „Das ein­zige was gesagt wer­den kann ist, dass die Lage sich nicht ent­spannt. Die Bundesbehörden gehen mitt­ler­weile von bis zu 450.000 Flüchtlingen aus, die in die­sem Jahr nach Deutschland und zum Teil eben auch nach Neuss kom­men wer­den. Es muss davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass alle Standorte in den nächs­ten drei Jahren akti­viert wer­den müssen.

Sehr kri­tisch sieht die Verwaltung die in den ver­gan­ge­nen Wo­chen ent­stan­de­nen Aktivitäten in den Stadtteilen Stadionviertel und Selikum. Vor allem Anwohner der dor­ti­gen Standortgrund­stücke initi­ier­ten Bürgerversammlungen, die sich äußerst kri­tisch zu „Ihrem” Standort äußern. „Die Stadt Neuss wird mit größ­ter Entschlossenheit das von nahezu allen Stadtverordne­ten getra­gene Konzept einer gleich­mä­ßi­gen Verteilung auf alle Stadtteile umset­zen. Kein Stadtteil wird aus­ge­nom­men”, so Hahn.

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