Jüchen: Ökologische Ausgleichsflächen – Rückzugsräume für die Natur am Siedlungsrad

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Robert Schilken, Herausgeber



Jüchen – Die Gemeinde Jüchen hat im Rahmen ihrer Bauleitplanung öko­lo­gi­sche Ausgleichsflächen ange­legt, die sich zu Lebensräumen für ein­hei­mi­sche Tier- und Pflanzenarten ent­wi­ckelt haben. 

Im Bereich der Umsiedlungsorte und Neubaugebiete ent­stand in den letz­ten Jahren ein Mosaik aus Gebüschen, Gehölzstreifen, Einzelbäumen, Alleen und Wiesenflächen.

Diese Flächen wur­den nicht nach gar­ten­ge­stal­te­ri­schen, son­dern nach land­schafts­pfle­ge­ri­schen Gesichtspunkten geplant und wer­den weit­ge­hend exten­siv unter­hal­ten. Konkret bedeu­tet dies: Wiesen wer­den in der Regel nur zwei­mal im Jahr gemäht, in beson­ders wuchs­star­ken Vegetationsperioden kann aber auch ein drit­ter Schnitt erfor­der­lich sein.

Gehölze wer­den nur dort zurück­ge­schnit­ten, wo Überwuchs die Benutzung von Wegen oder angren­zen­den Privatgrundstücken beein­träch­tigt. Durch ein sol­ches Pflegekonzept wird die Artenvielfalt nach­weis­lich geför­dert und dem Artenrückgang in unse­rer inten­siv genutz­ten Kulturlandschaft entgegengewirkt. 

Leider ist man­cher­orts fest­zu­stel­len, dass Anwohner, deren pri­vate Gärten direkt an sol­che Ausgleichsflächen angren­zen, ohne Absprache mit der Gemeinde Jüchen Nutzungen und Pflegemaßnahmen vor­neh­men, die nicht im Einklang mit den Festsetzungen der Bebauungspläne stehen.

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss hat sich jüngst mit die­ser Thematik befasst und die Verwaltung beauf­tragt, Nutzungen und Maßnahmen, die die Entwicklung der öko­lo­gi­schen Ausgleichsflächen beein­träch­ti­gen und den Bestimmungen der Bebauungspläne wider­spre­chen, zu unterbinden.

Die Gemeinde Jüchen weist dar­auf hin, dass nur fol­gende Maßnahmen ohne Abstimmung zuläs­sig sind:

  • Mahd von Rasenflächen in einer maxi­ma­len Breite von 2 m in maxi­mal 14-​täglichem Turnus hin­ter der eige­nen Grundstücksgrenze
  • Rückschnitt von Überhang bis zur eige­nen Grundstücksgrenze
  • Maßnahmen des Natur- und Artenschutzes (z.B. Aufhängen oder Aufstellen von Nisthilfen)

Folgende Maßnahmen sind eben­falls zuläs­sig, müs­sen aber mit der Gemeinde abge­stimmt werden:

  • Einsaat von Wildblumenwiesen mit regio­na­lem Saatgut
  • Anpflanzung von stand­ort­ge­rech­ten Laubgehölzen

Grundsätzlich nicht zuläs­sig sind fol­gende Maßnahmen und Nutzungen:

  • Anlegung von Komposthaufen
  • Lagerung von Brennholz, Baustoffen und Erdaushub
  • Entfernung oder Auf-​den-​Stock-​Setzen von Gehölzen
  • Entfernung der Grasnarbe
  • Ablagerung von Rasenschnitt aus pri­va­ten Gärten
  • Anpflanzung von nicht stand­ort­ge­rech­ten Gehölzen, ins­be­son­dere Nadelgehölzen
  • Einfriedungen und Plattierungen
  • Abgrabungen
  • Anlegung von Nutzgärten
  • Einsatz von Herbiziden
  • Befahren mit Fahrzeugen aller Art
  • Aufstellung von Spielgeräten

Anwohner von Grundstücken in Nachbarschaft von Ausgleichsflächen wer­den gebe­ten, sol­che unzu­läs­si­gen Nutzungen zu been­den. In den nächs­ten Wochen wird die Gemeinde alle ent­spre­chen­den Grenzbereiche dar­auf­hin über­prü­fen. In Fällen, wo wei­ter­hin Zuwiderhandlungen, ins­be­son­dere Sachbeschädigungen erfol­gen, behält sich die Gemeinde recht­li­che Schritte vor.

Für Rückfragen steht Stefan Weyerstrass vom Amt für Stadtentwicklung unter der Tel-​Nr. 02165/​915‑6106 zur Verfügung.

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