Jüchen: Chemikalien wer­den abtrans­por­tiert – Firmeninhaber: Aktionen völ­lig über­zo­gen – Video

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Robert Schilken, Herausgeber



Jüchen-Waat – Am heutigen Vormittag, den 12.05.2015 gegen 09:00 Uhr, wurden der Inhalt von zwei mit chemikalischen Gebinden beladenen Überseecontainer auf einem Firmengelände in Jüchen-Waat, auf Anordnung des Rhein-Kreis Neuss, abtransportiert.

Die Gebinde, die vorab als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft waren, werden durch Mitarbeiter des lokalen Entsorgers in entsprechend geeignete Einheiten verpackt und durch eine Fachfirma zur Zwischenlagerung abtransportiert. Diese Aktion kann sich noch über mehrere Tage hinziehen.

Aufgrund vom Anwohnerbeschwerden erfolgte am 08.04.2015 ein ABC-Land Einsatz der Jüchener Feuerwehr. Wir berichteten ausführlich über diesen Einsatz. Schon zu diesem Zeitpunkt bezeichnete der Besitzer der Chemikalien den Einsatz von Feuerwehr und Polizei als ".. ungerechtfertigt und völlig überzogen".

Hierzu bleibt zu erwähnen, dass bei dem Feuerwehreinsatz die vorgefundenen chemischen Substanzen als "nicht gesundheitsgefährdend" eingestuft wurden. Ob die Lagerung jedoch vorschriftsmäßig und in dieser Art gestattet war, blieb unbeantwortet und war auch nicht Gegenstand des Einsatzes.

2015-05-12-Jue_chemikalien_031Im Kreis hieß es jetzt dazu: "Die Chemikalienlagerung in den beiden Überseecontainern ist nach Bauplanungs- und Bauordnungsrecht am Standort nicht zulässig. Auch sind Ausstattung und Beschaffenheit der Container für die vorgefundene Lagerung nicht geeignet."

Entsprechend wurde dem Firmeninhaber eine Frist zur Räumung des Lagers genannt. Nachdem einvernehmliche Gespräche mit dem Firmeninhaber gescheitert sind, hat die Untere Bauaufsicht die Ersatzvornahme angeordnet. Das bedeutet:

"Ersatzvornahme ist allgemein die Vornahme einer geschuldeten Handlung anstelle des Handlungspflichtigen auf dessen Kosten. Sie ist ein Mittel zur Vollstreckung gerichtlicher oder behördlicher Anordnungen. Bei der Ersatzvornahme wird ein Dritter vom Vollstreckungsorgan beauftragt, die geschuldete Handlung auf Kosten des Verpflichteten an dessen Stelle vorzunehmen." Quelle: Wikipedia

Der Firmeninhaber äußerte sich dazu im Gespräch mit dem Herausgeber von Klartext-NE.de, Robert Schilken.

"Ich bin Chemiker und die gelagerten Stoffe bilden meine Geschäftsgrundlage und Einkommenssicherung. Es befinden sich sehr hochwertige und teure Substanzen im Lager. Wenn diese jetzt vernichtet werden, wird mir die Existenzgrundlage entzogen."

Er räumte jedoch auch ein, dass die Lagerung nicht für alle Stoffe optimal gewährleistet sei: "Ein paar Gebinde hätte ich besser unterbringen sollen". Diese und weitere Äußerungen lassen eine Einsicht erkennen. Nur über den Umfang der angelaufenen Räumung kann der nur "mit dem Kopf schütteln". "Es ist doch nichts gefährliches dabei", fügte er noch hinzu.

Offensichtlich wird diese Ansicht von Kreisverwaltung und Verwaltungsgericht Düsseldorf nicht geteilt. Es bleibt abzuwarten wie sich dieser Vorgang weiter entwickelt. Eine "Existenzvernichtung" liegt bestimmt nicht im Interesse der Beteiligten.

 

 [youtube]https://youtu.be/PoJth7oi4q0[/youtube]

(4 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)

1 Kommentar

  1. Na ja, wie ille­gal das sein soll, sei dahin­ge­stellt, in einem Artikel steht, daß kein Stoff die Menge von 2kg über­schrei­tet, da wäre kein Chemikalienlager erfor­der­lich und die beson­de­ren Vorschriften wür­den nicht gelten
    http://​www​.dguv​.de/​m​e​d​i​e​n​/​l​a​n​d​e​s​v​e​r​b​a​e​n​d​e​/​d​e​/​v​e​r​a​n​s​t​a​l​t​u​n​g​/​t​d​a​/​2​0​1​3​/​d​o​c​u​m​e​n​t​s​/​1​4​_​b​e​n​d​e​r​.​pdf
    Klingt nach blin­dem Aktionismus.

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