Neuss: 25 Jahre Feuerwehrfreundschaft Neuss – Pskow

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Alles begann im Dezember 1990 mit der Bitte des dama­li­gen Bürgermeisters Bertold Reinartz, der den Feuerwehrchef Peter Hermes beauf­tragte, eine Feuerwehrmannschaft zu fin­den, um Hilfsgüter in die neue Partnerstadt Pskow in Russland zu bringen. 

Ein paar Wagemutige mach­ten sich auf den Weg ohne Navi und ohne Telefonverbindung. In Pskow ange­kom­men, wur­den die Hilfsgüter mit­hilfe des Militärs ent­la­den und an Bedürftige ver­teilt. Gleichzeitig bemühte man sich, einen Kontakt zur Pskower Feuerwehr herzustellen.

Foto: FW Neuss
Foto: FW Neuss

Das erste Treffen bei­der Feuerwehren ver­lief sehr har­mo­nisch und man fand sehr schnell eine gemein­same Gesprächsbasis. Schon damals ver­sprach man sich, die Kontakte nicht abbre­chen zu las­sen, und die­ses Versprechen ist nun­mehr 25 Jahre ein­ge­hal­ten worden.

Es folg­ten im Laufe der Jahre noch zahl­rei­che Hilfstransporte, bei denen die neu gewon­ne­nen Freunde der Pskower Feuerwehr tat­kräf­tig unter­stützt wur­den. Es blieb nicht nur bei der huma­ni­tä­ren Hilfe, son­dern auch die fach­spe­zi­fi­schen Feuerwehrbelange wur­den aus­führ­lich bespro­chen und ein reger Austausch auf bei­den Seiten wurde geführt.

Beide Feuerwehren waren sich schnell einig, ein Gemeinschaftsprojekt in Pskow ins Leben zu rufen. Dieses wurde gefun­den im Engagement für das Waisenhaus der Stadt Pskow (heute Schulinternat Nr. 1), das als drin­gend unter­stüt­zungs­be­dürf­tig ein­ge­stuft wurde.

In den fol­gen­den Jahren fuh­ren Neusser Feuerwehrleute wäh­rend ihres Urlaubs nach Pskow und reno­vier­ten alle sani­tä­ren Anlagen im Wohnbereich. Dabei wur­den beim ers­ten Transport alle Materialien mit­ge­nom­men, danach wur­den diese vor Ort gekauft. Es folg­ten Projekte wie unter ande­rem die Einrichtung einer Nähstube, einer Schreinerei, einer Wäscherei, einer Ausbildungswohnung, eines Computerraums und eines Sportraum für Krankengymnastik. Auch die Außenfassade des Gebäudes konnte reno­viert wer­den. Alle Arbeiten wur­den gemein­sam mit den Pskower Feuerwehrleuten durch­ge­führt, was zur Förderung der Freundschaft bei­getra­gen hat – und nicht zuletzt gemein­same Aktivitäten mit den Kindern tru­gen zur Verbundenheit bei­der Gruppen bei.

Aber auch die pri­va­ten Freundschaften unter den Feuerwehrangehörigen inten­si­vier­ten sich, zahl­rei­che Ausflüge, Boots- und Eisangeltouren blei­ben unver­ges­sen. Diese Freundschaften haben bis heute Bestand und wer­den durch regel­mä­ßige Besuche gepflegt.

Diese lang­jäh­rige Partnerschaft fand ihre Würdigung am 25. April die­sen Jahres, als die Stadt Neuss zur Jubiläumsfeier anläss­lich des 25-​jährigen Bestehens der Partnerschaft zwi­schen den Städten Pskow und Neuss ins his­to­ri­sche Zeughaus ein­lud, zu der eine Delegation aus Feuerwehrangehörigen und der Leiterin des Schulinternates aus Pskow anreisten.

Die Delegation wurde bei Ankunft in Neuss durch den Leiter der Feuerwehr, Joachim Elblinger, emp­fan­gen. Er erhielt ein Präsent aus den Händen des Delegationsleiters und ehe­ma­li­gen Leiters der Feuerwehr Pskow. Es folgte eine Besichtigung der Feuerwache Neuss und eine Präsentation der neu­es­ten Feuerwehrtechnik. Das 25-​jährige Bestehen der Feuerwehrpartnerschaft wurde in einer inter­nen Feier gewür­digt, es wurde sym­bo­lisch eine Torte mit den bei­den Feuerwehrwappen und dem gemein­sa­men Wappen ange­schnit­ten. Ein inter­es­san­tes und abwechs­lungs­rei­ches Programm run­dete den sie­ben­tä­gi­gen Aufenthalt der rus­si­schen Delegation ab. Beide Seiten freuen sich schon auf den Gegenbesuch in Pskow im Herbst die­ses Jahres.

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