Dormagen: Stadtteilgespräch – Bezirksregierung sieht sie­ben Hektar Bauland im Nordosten vor

Dormagen-Rheinfeld –Mehr als 50 Rheinfelder Bürger kamen am Mittwochabend trotz schönsten Frühlingswetters ins Feuerwehrgerätehaus, um mit der Stadtverwaltung über die bauliche Entwicklung und die Verkehrssituation in ihrem Ort zu diskutieren.

Zum Stadtteilgespräch hatte Bürgermeister Erik Lierenfeld eingeladen. Über die Entwicklungsperspektiven, die der neue Regionalplanentwurf für Rheinfeld bietet, berichtete Städtebaufachbereichsleiter Gregor Nachtwey. Die Bezirksregierung sieht hier noch weiteren Bedarf an Wohnbauflächen und hat dafür sieben Hektar im Nordosten des Stadtteils vorgesehen.

Die Stadtverwaltung regte allerdings einen anderen Zuschnitt der Fläche an, damit die künftigen Baugrundstücke besser parzelliert werden können. Bei den Bürgern stieß dies auf Zustimmung.

Bereits heute sind in Rheinfeld auch bauliche Entwicklungsmöglichkeiten neben dem Schützenplatz und auf einer bisher landwirtschaftlichen Fläche nördlich des Ortes vorhanden. Zwei Doppelhäuser und ein Einzelhaus sollen zudem auf dem ehemaligen Spielplatz an der Memeler Straße entstehen. Nach Anregungen aus der Bürgerschaft hat die Verwaltung dort die ursprünglichen Pläne für eine größere Bebauung angepasst. Beim Stadtteilgespräch gab es darüber hinaus den Vorschlag, auch die Pläne aus den 70-er Jahren für eine Bebauung der langen Gärten an der Rheinfelder Straße noch einmal aufzugreifen.

Foto: Stadt
Foto: Stadt

Intensiv wurde an dem Abend über die Verkehrssituation diskutiert. Kritik gab es an der Ampelschaltung auf der Kreuzung B 9/Europastraße. Auch der Leiter der Technischen Betriebe Dormagen, Gottfried Koch, bestätigte den Eindruck, dass sich die Ampelschaltung dort seit dem Bau des neuen Radweges verschlechtert hat und sich der Verkehr von Dormagen nach Rheinfeld dadurch stärker staut. „Wir kümmern uns darum beim zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW“, versprach er.

Um den Rückstau während der Hauptverkehrszeiten an der Ampelkreuzung Walhovener Straße/B 9 zu entschärfen, denken die Technischen Betriebe dort über einen freien Rechtsabbieger nach. „Dabei darf aber nicht die Sicherheit der Radfahrer gefährdet werden“, so Koch. Den bereits seit langem bestehenden Wunsch, das Tempolimit auf der B 9 in Höhe der Walhovener Straße von 70 auf 50 Stundenkilometer zu reduzieren, wird die Verwaltung bei Straßen NRW ebenfalls noch einmal vortragen.

Ein weiteres Thema des Stadtteilgesprächs war die Rheinwassertransportleitung, mit der im Zeitraum ab etwa 2030 der Tagebau Garzweiler verfüllt werden soll. Hier gibt es eine Trassenvariante südlich von Worringen, priorisiert wird derzeit aber eine Trasse über das Dormagener Stadtgebiet mit drei möglichen Rheinanschlüssen zwischen Zons und Rheinfeld. Die Entscheidungen über dieses Projekt fallen im Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung Köln. „Bis Juni 2016 soll für die unterirdische Transportleitung eine Umweltverträglichkeitsprüfung erarbeitet werden“, erläuterte Fachbereichsleiter Nachtwey. Danach startet das öffentliche Beteiligungsverfahren, bei dem auch die Bürger ihre Anregungen und Bedenken einbringen können. Im Jahr 2025 soll der Bau der zweirohrigen Pipeline beginnen.

Zum Schluss des Forums stellte sich auch der neu gewählte Deichgräf Reinhard Hauschild den Fragen der Anwesenden. Nach rund zwei Stunden intensiver Diskussion beendete der Bürgermeister die Veranstaltung mit einem besonderen Dankeschön an den Löschzugführer Erik Heinen und die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die sich um die Bewirtung kümmerten.

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