Meerbusch: Fluglärm-​Kommission erteilt Erweiterung der Betriebsgenehmigung eine Absage

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Mit deut­li­cher Mehrheit hat sich die Fluglärmkommission des Flughafens Düsseldorf heute (Montag) gegen den Antrag des Flughafens auf eine neu­er­li­che Erweiterung der Betriebsgenehmigung ausgesprochen. 

Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage hatte für die Stadt Meerbusch den Antrag ein­ge­bracht, die Erweiterung abzu­leh­nen. Mit zwei Drittel der in der Kommission ver­tre­te­nen Anrainerkommunen im Rücken gelang es, den Antrag durch­zu­brin­gen. „Das ist ein star­kes Votum und ein deut­li­ches Signal an das Ministerium, dass ein wei­te­res Wachstum des Flughafens auf Kosten der Anwohner mit uns nicht zu machen ist”, freut sich Angelika Mielke-Westerlage.

Hintergrund: Die Fluglärmkommission ist zwar kein Entscheidungsgremium mit Weisungsbefugnis für den Flughafen, die dort gefass­ten Beschlüsse haben aber durch­aus poli­ti­sche Signalwirkung. Genehmigungsbehörde für die vom Flughafen gewünschte erwei­terte Betriebsgenehmigung ist das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-​Westfalen. In der Fluglärmkommission sind neben Meerbusch die Städte Düsseldorf, Duisburg, Essen, Heiligenhaus, Kaarst, Korschenbroich, Moers, Mülheim, Neuss, Willich und Ratingen ver­tre­ten. Hinzu kom­men der Verein „Bürger gegen Fluglärm”, der Flughafen selbst sowie die Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin. Die Kommission tagt nichtöffentlich.

Der Rat der Stadt Meerbusch hatte bereits in sei­ner Sitzung am 26. Februar ein­stim­mig ent­schie­den, den geän­der­ten Antrag des Flughafens zur Kapazitätserweiterung mit allem Nachdruck abzu­leh­nen. Der Airport möchte statt wie bis­her 45 künf­tig 60 Flugbewegungen pro Stunde im Parallelbahnbetrieb abwi­ckeln. „Die Belastung der Meerbuscher Bevölkerung ist schon jetzt unzu­mut­bar. Eine neu­er­li­che Erweiterung würde zu einer wei­te­ren Steigerung füh­ren”, heißt es in der Stellungnahme des Rates.

Wir sind uns der wirt­schaft­li­chen Bedeutung des Flughafens für die Region selbst­ver­ständ­lich bewusst”, so Mielke-​Westerlage. „Wir wis­sen auch, dass das Mobilitätsbedürfnis der befrie­digt wer­den muss. Aber schon heute sind Nachtruhe und Lebensqualität durch den Fluglärm immens beein­träch­tigt.” Auch die nega­ti­ven Auswirkungen des Lärms auf die mensch­li­che Gesundheit seien inak­zep­ta­bel. Auf die Forderung nach lärm­min­dern­den Maßnahmen gehe der Flughafenantrag nach wie vor nicht ein. Statt des­sen sei damit zu rech­nen, dass die Verspätungen und damit die Nachtflüge erheb­lich zuneh­men wer­den, wenn die Betriebsgenehmigung aus­ge­wei­tet würde.

Ein Schwerpunkt der Meerbuscher Bemühungen liegt nach wie vor auf der Wahrung der Nachtruhe. Im Jahr 2014 lan­de­ten auf dem Düsseldorfer Flughafen über 10.000 Maschinen nach 22 Uhr. Nach 23 Uhr waren es über 1.200. Mielke-​Westerlage will sich des­halb dafür ein­set­zen, das die jetzt noch gel­tende „Homebase-​Carrier-​Regelung” und die „Off-​Block-​Regelung” abge­schafft wer­den. Die „Homebase-​Carrier-​Regelung” gewährt den acht am Flughafen ansäs­si­gen Fluggesellschaften unter ande­rem auch Landungen nach 23 Uhr. Nach der „Off-​Block-​Regelung” gel­ten Maschinen als gestar­tet, die an ihrem Startflughafen die Türen geschlos­sen und das Gate ver­las­sen haben. Der tat­säch­li­che Start aber zieht sich in vie­len Fällen wegen Staus an der Startbahn oder Einschränkungen im Luftraum noch erheb­lich hin. Das wie­derum führt unwei­ger­lich zu ver­spä­te­ten Landungen am Zielort.

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