Rhein-​Kreis Neuss: Vernetzte Hilfe – Hilfsbereitschaft gegen­über Flüchtlingen noch bes­ser organisieren

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss/​Neuss – Voraussichtlich wer­den circa 1.500 Menschen im Jahr 2015 im Rhein-​Kreis Neuss Zuflucht suchen, weil sie in ihren Heimatländern bedroht und ver­folgt wur­den. Das ist eine enorme Zahl. 

Nicht min­der enorm ist aller­dings auch die Hilfsbereitschaft, die die Flüchtlinge erfah­ren. Viele Ehrenamtler hel­fen ihnen, sich in dem frem­den Land, in der frem­den Sprache und den frem­den Gepflogenheiten zurecht­zu­fin­den. Die Zeit und das Engagement, das sie ein­brin­gen, sind buch­stäb­lich unbe­zahl­bar und eine unver­zicht­bare Ergänzung zu den pro­fes­sio­nel­len Hilfsangeboten, wie sie zum Beispiel der Caritas Fachdienst für Integration und Migration (FIM) vorhält.

Da gibt es Kleiderkammern, Lebensmittelausgaben und Sprachkurse für Flüchtlinge, Hausaufgabenhilfe und Schulpatenschaften für Flüchtlingskinder, Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen – das Spektrum der ehren­amt­li­chen Hilfen ist so breit wie die Spanne der Herkunftsländer.

Das kann dazu füh­ren, dass gut gemeinte Hilfe auf­grund von Überschneidungen oder man­geln­der Effizienz ver­pufft oder zumin­dest nicht ihre opti­male Wirkung ent­fal­ten kann. Mancherorts ver­sin­ken zum Beispiel Ehrenamtler in Kleiderspenden, weil es im Umkreis von zwei Kilometern drei Sammelstellen gibt. Gleichzeitig fehlt es im glei­chen Bereich womög­lich an Sprachförderangeboten, wäh­rend an ande­rer Stelle zu viele Lebensmittelspenden auf­lau­fen, aber zu wenig Kleiderspenden.

Foto: Caritas
Foto: Caritas

Hier setzt das neue Aufgabengebiet von Dorota Hegerath an. Die FIM-​Mitarbeiterin über­nahm seit dem 01. April die Koordinierung der ehren­amt­li­chen Flüchtlingshilfe im Rhein-​Kreis Neuss. Zu Anfang ist es erfor­der­lich eine Bestandsaufnahme aller ehren­amt­li­chen Flüchtlingshilfen zu erstel­len. Angesichts der Vielfalt der Angebote ist das eine zeit­rau­bende und auf­wän­dige Aufgabe – aber eine, die dazu bei­tra­gen kann, die Hilfe ziel­ge­nauer und effi­zi­en­ter zu gestal­ten. So kön­nen Überschneidungen ver­mie­den und Kapazitäten von Ehrenamtlern sinn­voll genutzt wer­den. Auch steht die Caritas-​Mitarbeiterin als Beraterin für Menschen zu Verfügung, die sich ehren­amt­lich für Flüchtlinge enga­gie­ren wol­len, aber noch nach dem pas­sen­den Einsatzbereich suchen. Hier ist geplant, einen Katalog zu ent­wi­ckeln, der mög­li­che Projekte und Betätigungsfelder in der Flüchtlingshilfe auf­lis­tet. So kön­nen Menschen, die sich ehren­amt­lich enga­gie­ren möch­ten, das für sie pas­sende Einsatzgebiet fin­den. Fortbildungen für Ehrenamtler sind eben­falls angedacht.

Ein ent­schei­den­der Aspekt ist Kommunikation. Daher möchte Dorota Hegerath zum einen vor Ort Präsenz zei­gen und zum ande­ren wird eine Internet-​Plattform ein­ge­rich­tet, um Synergieeffekte zu nut­zen und die Vernetzung der ehren­amt­li­chen Flüchtlingshilfe zu för­dern. Auch fehlt es im Rhein-​Kreis bis­her an einem über­ge­ord­ne­ten Gremium für den Austausch zwi­schen den ehren­amt­li­chen Helfern und Projekten. Hier sei die Einrichtung eines Runden Tisches eine denk­bare Möglichkeit.

Sehr deut­lich betont die neue Koordinatorin, dass sie nicht den Alleinvertretungsanspruch für die ehren­amt­li­che Flüchtlingshilfe im Rhein-​Kreis erhebt. Ganz im Gegenteil: „Ich bin nur ein zusätz­li­ches Rädchen im gro­ßen Motor der Flüchtlingshilfe in unse­rer Region.“ Die Caritas-​Mitarbeiterin ver­steht sich als Dienstleisterin, die die Zusammenarbeit mit den Pfarren und den Initiativen vor Ort sowie den Städten und Gemeinden sucht und för­dern möchte.

Informationen:

  • Dorota Hegerath
  • Tel. 02131/​269319
  • mobil 0172/​6108695
  • dorota.hegerath@caritas-neuss.de
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