Rhein-​Kreis Neuss: Vernetzte Hilfe – Hilfsbereitschaft gegen­über Flüchtlingen noch bes­ser orga­ni­sie­ren

Rhein-Kreis Neuss/ Neuss – Voraussichtlich werden circa 1.500 Menschen im Jahr 2015 im Rhein-Kreis Neuss Zuflucht suchen, weil sie in ihren Heimatländern bedroht und verfolgt wurden. Das ist eine enorme Zahl.

Nicht minder enorm ist allerdings auch die Hilfsbereitschaft, die die Flüchtlinge erfahren. Viele Ehrenamtler helfen ihnen, sich in dem fremden Land, in der fremden Sprache und den fremden Gepflogenheiten zurechtzufinden. Die Zeit und das Engagement, das sie einbringen, sind buchstäblich unbezahlbar und eine unverzichtbare Ergänzung zu den professionellen Hilfsangeboten, wie sie zum Beispiel der Caritas Fachdienst für Integration und Migration (FIM) vorhält.

Da gibt es Kleiderkammern, Lebensmittelausgaben und Sprachkurse für Flüchtlinge, Hausaufgabenhilfe und Schulpatenschaften für Flüchtlingskinder, Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen – das Spektrum der ehrenamtlichen Hilfen ist so breit wie die Spanne der Herkunftsländer.

Das kann dazu führen, dass gut gemeinte Hilfe aufgrund von Überschneidungen oder mangelnder Effizienz verpufft oder zumindest nicht ihre optimale Wirkung entfalten kann. Mancherorts versinken zum Beispiel Ehrenamtler in Kleiderspenden, weil es im Umkreis von zwei Kilometern drei Sammelstellen gibt. Gleichzeitig fehlt es im gleichen Bereich womöglich an Sprachförderangeboten, während an anderer Stelle zu viele Lebensmittelspenden auflaufen, aber zu wenig Kleiderspenden.

Foto: Caritas
Foto: Caritas

Hier setzt das neue Aufgabengebiet von Dorota Hegerath an. Die FIM-Mitarbeiterin übernahm seit dem 01. April die Koordinierung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe im Rhein-Kreis Neuss. Zu Anfang ist es erforderlich eine Bestandsaufnahme aller ehrenamtlichen Flüchtlingshilfen zu erstellen. Angesichts der Vielfalt der Angebote ist das eine zeitraubende und aufwändige Aufgabe – aber eine, die dazu beitragen kann, die Hilfe zielgenauer und effizienter zu gestalten. So können Überschneidungen vermieden und Kapazitäten von Ehrenamtlern sinnvoll genutzt werden. Auch steht die Caritas-Mitarbeiterin als Beraterin für Menschen zu Verfügung, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren wollen, aber noch nach dem passenden Einsatzbereich suchen. Hier ist geplant, einen Katalog zu entwickeln, der mögliche Projekte und Betätigungsfelder in der Flüchtlingshilfe auflistet. So können Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, das für sie passende Einsatzgebiet finden. Fortbildungen für Ehrenamtler sind ebenfalls angedacht.

Ein entscheidender Aspekt ist Kommunikation. Daher möchte Dorota Hegerath zum einen vor Ort Präsenz zeigen und zum anderen wird eine Internet-Plattform eingerichtet, um Synergieeffekte zu nutzen und die Vernetzung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe zu fördern. Auch fehlt es im Rhein-Kreis bisher an einem übergeordneten Gremium für den Austausch zwischen den ehrenamtlichen Helfern und Projekten. Hier sei die Einrichtung eines Runden Tisches eine denkbare Möglichkeit.

Sehr deutlich betont die neue Koordinatorin, dass sie nicht den Alleinvertretungsanspruch für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe im Rhein-Kreis erhebt. Ganz im Gegenteil: „Ich bin nur ein zusätzliches Rädchen im großen Motor der Flüchtlingshilfe in unserer Region.“ Die Caritas-Mitarbeiterin versteht sich als Dienstleisterin, die die Zusammenarbeit mit den Pfarren und den Initiativen vor Ort sowie den Städten und Gemeinden sucht und fördern möchte.

Informationen:

  • Dorota Hegerath
  • Tel. 02131/269319
  • mobil 0172/6108695
  • dorota.hegerath@caritas-neuss.de
(4 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)