Dormagen: Römisches Kastell Durnomagus soll Weltkulturerbe werden

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Ein anti­kes Stück Weltkulturerbe in Dormagen – „das wäre rie­sig“, meint Bürgermeister Erik Lierenfeld. 

Elektrisiert ist auch die Stadtverwaltung von den län­der­über­grei­fen­den Plänen, den gesam­ten nie­der­ger­ma­ni­schen Limes von Remagen bis zur Nordseeküste von der Unesco als beson­ders schüt­zens­wert aner­ken­nen zu las­sen. 2019 soll der Antrag für 385 Kilometer lan­gen Grenzabschnitt zwi­schen dem eins­ti­gen römi­schen Reich und Germanien gestellt werden.

Er umfasst 30 his­to­risch wert­volle Stätten. Eine davon ist das römi­sche Kastell Durnomagus mit­ten in der City. Noch heute sind vor dem Historischen Rathaus die anti­ken Überreste zu sehen. Künftig wären sie Weltkulturerbe – wie der Kölner Dom, die Akropolis oder Pompeji. „Das würde die Identifikation mit Dormagen wei­ter stär­ken und ist eine enorme Chance auch für unser Stadtmarketing“, so Lierenfeld. Experten räu­men dem Antrag gute Chance ein, da der Hadrianswall in Großbritannien oder der obergermanisch-​rätische Limes in Deutschland eben­falls schon als Weltkulturerbe aner­kannt sind.

Stolz weist die Stadt Dormagen heute bereits auf ihre römi­sche Vergangenheit hin – so zum Beispiel mit einer archäo­lo­gi­schen Ausstellung im Historischen Rathaus oder der Stadtführung „Via Colonia per pedes“. Das eins­tige Hilfstruppenlager Durnomagus ent­stand im ers­ten nach­christ­li­chen Jahrhundert. Es lag genau mit­ten zwi­schen den bei­den Römerstädten Köln und Neuss und diente den Truppen unter ande­rem als Rast auf dem Zwei-Tages-Marsch.

Außerdem bestand eine bedeu­tende Militärziegelei in der Nähe des heu­ti­gen Freibads RömerTherme. In Nievenheim exis­tierte eine Villa rustica, die der Versorgung der in Dormagen sta­tio­nier­ten Reitereinheit mit Lebensmitteln und Pferden diente. In der Zeit zwi­schen 393 und 402 wur­den die Truppen schließ­lich zum Schutze Roms aus der Provinz Germania supe­rior abgezogen.

Wenn der Antrag auf das Weltkulturerbe durch­kommt, wer­den wir uns noch inten­si­ver mit der römi­schen Vergangenheit aus­ein­an­der­set­zen und Fundstätten wie etwa auch den Römerkeller sicher noch bes­ser erleb­bar machen“, kün­digt die städ­ti­sche Kulturdezernentin Tanja Gaspers an. Am gest­ri­gen Donnerstag wurde in Bonn zunächst ein­mal eine Kooperation zwi­schen den Bundesländern Nordrhein-​Westfalen und Rheinland-​Pfalz sowie den Niederlanden bei dem Unesco-​Antrag ver­ein­bart. Bis 2019 sol­len die erfor­der­li­chen Vorbereitungen in allen betrof­fe­nen Städten und Gemeinden stattfinden.

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