Neuss: Jugendbefragung – Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Mit einer stadt­wei­ten Jugendbefragung ist in Neuss die Planung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Bereich der erwei­ter­ten Innenstadt in den Fokus genom­men worden.

Im Auftrag des Jugendhilfeausschusses hat das Ju­gendamt im Mai und Juni des letz­ten Jahres etwa zehn Prozent aller zehn bis 18jährigen Neusser Kinder und Jugendlichen befragt.

Die Ziele der Befragung waren dem Anspruch auf Partizipation jun­ger Menschen gerecht wer­den, die Lebenssituation der Kin­der und Jugendlichen zu erfas­sen und die aktu­el­len Angebote und Inhalte auf die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen hin zu über­prü­fen. Die Erkenntnisse der Jugendbefragung sol­len nun bei zukünf­ti­gen Planungen und Schwerpunkten in kinder- und jugend­spe­zi­fi­schen Angelegenheiten in Neuss mit berücksich­tigt werden.

Neben Umfragen direkt auf Schulhöfen eini­ger Neusser Schu­len wurde eine Online-​Umfrage geschal­tet. Auf Grund die­ser zwei unter­schied­li­chen Methoden ist es gelun­gen, mehr als zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis 18 Jahren für die Befragung zu gewin­nen. Rund 75 Prozent die­ser Befragten äußer­ten sich zufrie­den mit dem Wohnort Neuss und leben gerne hier und nur 17 Prozent sind unzufrie­den. Die täg­li­che Nutzung von jun­gen Medien ist domi­nie­rend und häu­fi­ger als „Freunde tref­fen“ oder „Sport machen“. Ein Großteil der Befragten hat trotz zuneh­men­der Ganztagesbetreuung werk­tags bis zu vier Stunden und an den Wochenen­den über fünf Stunden Freizeit zur Verfügung. Besonders in die­ser Zeit erhof­fen sie sich attrak­tive Freizeitangebote und damit soziale Kontakte zu Gleichaltrigen und Gleichgesinnten. Zu den ers­ten Ergebnissen gehört auch, dass sowohl unter der Woche als auch am Wochenende jeweils zum Nachmittag und Abend hin mehr Angebote gewünscht wer­den. Immer mehr Kinder und Jugendliche nut­zen die Möglichkeit einer offe­nen Ganztagsschule, daher ist der Bedarf an Angeboten am frü­hen Abend erkenn­bar gestiegen.

Die Neusser Jugendeinrichtungen sind bekannt: 88 Prozent der Befragten ken­nen min­des­tens eine der 17 Jugendeinrich­tungen in Neuss. Dies hat ein rela­tiv regel­mä­ßi­ges Aufsuchen und Nutzen die­ser Einrichtungen und deren Angebote zur Folge. Bei eini­gen Themen wird deut­lich mehr Unterstützung von den Kindern und Jugendlichen gewünscht. Die jun­gen Me­dien, die Freizeitgestaltung und die regel­mä­ßi­gen Bedürfnisse sind nicht bil­lig. Daher über­rascht der Wunsch nach höhe­ren Einnahmen und der der Wunsch nach Unterstützung bei der Suche eines Nebenjobs nicht. Auch in den Schulferien wer­den vor allem Ganztagsangebote gewünscht. Auch bei die­sem Punkt wur­den einige Vorschläge gemacht, bei­spiels­weise wur­den sich ver­schie­dene Varianten von sport­li­chen Aktivitäten gewünscht, Gründung von Vereinen, beson­ders Mädchenver­eine, „Spielplätze“ für Jugendliche oder auch just-​for-​fun-​Ange­bote wie Selbstverteidigungskurse.

Diese wich­ti­gen Rückmeldungen der Kinder und Jugendlichen wer­den der­zeit aus­ge­wer­tet und bewer­tet um sie zukünf­tig be­rücksichtigen zu kön­nen. Gleichzeitig sol­len sie mit den Er­kenntnissen und Erfahrungen der Neusser Fachkräfte der Ju­gendarbeit abge­gli­chen wer­den. Auch wird geschaut, ob und gege­be­nen­falls wie sich die Ergebnisse der Neusser Jugend­befragung von ande­ren Städten unter­schei­den und wo die Neusser Besonderheiten sind. Durch eine wis­sen­schaft­li­che Begleitung des Instituts für sozi­al­raum­ori­en­tierte Praxisfor­schung und Entwicklung (ISPE e.V.) sol­len – auch unter Be­rücksichtigung der Zielsetzungen einer moder­nen Jugendarbeit – fun­dierte Empfehlungen zur wei­te­ren Umsetzung erar­bei­tet wer­den. Hieran wer­den die Fachkräfte in einem Workshop be­teiligt und das Paket dem Jugendhilfeausschuss im Sommer 2015 vor­ge­legt und zur jugend­po­li­ti­schen Beratung und Ent­scheidungsfindung vorgestellt.

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