Neuss: Jugendbefragung – Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen

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Neuss – Mit einer stadtweiten Jugendbefragung ist in Neuss die Planung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Bereich der erweiterten Innenstadt in den Fokus genommen worden.

Im Auftrag des Jugendhilfeausschusses hat das Ju­gendamt im Mai und Juni des letzten Jahres etwa zehn Prozent aller zehn bis 18jährigen Neusser Kinder und Jugendlichen befragt.

Die Ziele der Befragung waren dem Anspruch auf Partizipation junger Menschen gerecht werden, die Lebenssituation der Kin­der und Jugendlichen zu erfassen und die aktuellen Angebote und Inhalte auf die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen hin zu überprüfen. Die Erkenntnisse der Jugendbefragung sollen nun bei zukünftigen Planungen und Schwerpunkten in kinder- und jugendspezifischen Angelegenheiten in Neuss mit berücksich­tigt werden.

Neben Umfragen direkt auf Schulhöfen einiger Neusser Schu­len wurde eine Online-Umfrage geschaltet. Auf Grund dieser zwei unterschiedlichen Methoden ist es gelungen, mehr als zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis 18 Jahren für die Befragung zu gewinnen. Rund 75 Prozent dieser Befragten äußerten sich zufrieden mit dem Wohnort Neuss und leben gerne hier und nur 17 Prozent sind unzufrie­den. Die tägliche Nutzung von jungen Medien ist dominierend und häufiger als „Freunde treffen“ oder „Sport machen“. Ein Großteil der Befragten hat trotz zunehmender Ganztagesbetreuung werktags bis zu vier Stunden und an den Wochenen­den über fünf Stunden Freizeit zur Verfügung. Besonders in dieser Zeit erhoffen sie sich attraktive Freizeitangebote und damit soziale Kontakte zu Gleichaltrigen und Gleichgesinnten. Zu den ersten Ergebnissen gehört auch, dass sowohl unter der Woche als auch am Wochenende jeweils zum Nachmittag und Abend hin mehr Angebote gewünscht werden. Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen die Möglichkeit einer offenen Ganztagsschule, daher ist der Bedarf an Angeboten am frühen Abend erkennbar gestiegen.

Die Neusser Jugendeinrichtungen sind bekannt: 88 Prozent der Befragten kennen mindestens eine der 17 Jugendeinrich­tungen in Neuss. Dies hat ein relativ regelmäßiges Aufsuchen und Nutzen dieser Einrichtungen und deren Angebote zur Folge. Bei einigen Themen wird deutlich mehr Unterstützung von den Kindern und Jugendlichen gewünscht. Die jungen Me­dien, die Freizeitgestaltung und die regelmäßigen Bedürfnisse sind nicht billig. Daher überrascht der Wunsch nach höheren Einnahmen und der der Wunsch nach Unterstützung bei der Suche eines Nebenjobs nicht. Auch in den Schulferien werden vor allem Ganztagsangebote gewünscht. Auch bei diesem Punkt wurden einige Vorschläge gemacht, beispielsweise wur­den sich verschiedene Varianten von sportlichen Aktivitäten gewünscht, Gründung von Vereinen, besonders Mädchenver­eine, „Spielplätze“ für Jugendliche oder auch just-for-fun-Ange­bote wie Selbstverteidigungskurse.

Diese wichtigen Rückmeldungen der Kinder und Jugendlichen werden derzeit ausgewertet und bewertet um sie zukünftig be­rücksichtigen zu können. Gleichzeitig sollen sie mit den Er­kenntnissen und Erfahrungen der Neusser Fachkräfte der Ju­gendarbeit abgeglichen werden. Auch wird geschaut, ob und gegebenenfalls wie sich die Ergebnisse der Neusser Jugend­befragung von anderen Städten unterscheiden und wo die Neusser Besonderheiten sind. Durch eine wissenschaftliche Begleitung des Instituts für sozialraumorientierte Praxisfor­schung und Entwicklung (ISPE e.V.) sollen - auch unter Be­rücksichtigung der Zielsetzungen einer modernen Jugendarbeit - fundierte Empfehlungen zur weiteren Umsetzung erarbeitet werden. Hieran werden die Fachkräfte in einem Workshop be­teiligt und das Paket dem Jugendhilfeausschuss im Sommer 2015 vorgelegt und zur jugendpolitischen Beratung und Ent­scheidungsfindung vorgestellt.

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