Rhein-​Kreis Neuss: „Gesund genie­ßen” – Projektschulen erhiel­ten ihre Teilnahmeurkunden

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Rhein-​Kreis Neuss – Eine Studie der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach hatte 2012 erge­ben, dass das Essen in deut­schen Schulen zu 90 Prozent man­gel­haft war. 

Dabei sind große Defizite in der Hygiene, der Qualifizierung der Mitarbeiter sowie der Ausgewogenheit der Speisepläne fest­ge­stellt wor­den. Besonders wurde jedoch die Qualität des Essens kri­ti­siert. Auf Antrag der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/​Die Grünen star­tete der Rhein-​Kreis Neuss daher im Mai 2012 das Projekt „Gesund genie­ßen” zur Optimierung der Mittagsverpflegung in wei­ter­füh­ren­den Schulen. Jetzt beka­men die Teilnehmer ihre Urkunden überreicht.

Bereits 2006 hatte der Kreistag das Aktionsprogramm „Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter” ver­ab­schie­det. Darin spielt das Handlungsfeld „Ernährung” eine wich­tige Rolle. 2008 orga­ni­sierte das Gesundheitsamt eine Konferenz zu die­sem Thema, bei der umfas­sende Empfehlungen für Kindertagesstätten und Schulen erar­bei­tet wur­den. Im Bereich der Tagesstätten und Primarschulen konn­ten seit­dem grö­ßere Fortschritte gemacht wer­den, bei den wei­ter­füh­ren­den Schulen ist aber wei­ter ein grö­ße­rer Handlungsbedarf erkennbar.

Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky (Mitte) lobte in Meerbusch die Vertreter der fünf Schulen, die am Projekt "Gesund genießen" teilgenommen hatten. Foto: S.Büntig/ Rhein-Kreis Neuss
Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky (Mitte) lobte in Meerbusch die Vertreter der fünf Schulen, die am Projekt „Gesund genie­ßen” teil­ge­nom­men hat­ten. Foto: S.Büntig/ Rhein-​Kreis Neuss

In Kooperation mit dem ESG-​Institut für Ernährung aus Essen unter­stützte das Kreisgesundheitsamt des­halb zwei­ein­halb Jahre lang fünf Schulen im Kreisgebiet bei der Umsetzung einer gesun­den Mittagsverpflegung. Aus den Bewerbern wur­den das Meerbusch-​Gymnasium in Strümp, das Gymnasium Norf, die Sebastianusschule für geis­tig Behinderte in Holzbüttgen, das Nelly-​Sachs-​Gymnasium in Neuss sowie die Neusser Privatschule aus­ge­wählt. Das Projekt zielte dar­auf ab, die bis­he­ri­gen Verpflegungspläne auf den Prüfstand zu stellen.

Damit sollte auch die Akzeptanz des Essens bei den Schülern stei­gen, die häu­fig lie­ber Mitgebrachtes ver­zeh­ren oder umlie­gende Fast-​Food-​Angebote wahrnehmen.

Ein wei­te­res wich­ti­ges Ziel war die Gestaltung einer guten und gesun­den Esskultur, die einen rei­bungs­lo­sen Ablauf bei der Essensausgabe und anspre­chende Räumlichkeiten vor­sieht. An allen Schulen wur­den Ist-​Analysen, Nährwert-​Analysen und meh­rere Beratungsgespräche durch­ge­führt. Außerdem gab es drei Projekttreffen mit fach­li­chem Ratschlägen und letzt­lich indi­vi­du­elle Maßnahmen in den ein­zel­nen Schulen.

Beim Abschlusstreffen im Meerbusch-​Gymnasium prä­sen­tier­ten die Projektschulen nun ihre erfolg­rei­chen Maßnahmen. So rich­tete das Nelly-​Sachs-​Gymnasium eine Arbeitsgemeinschaft „Gesunde Ernährung” für das erste Halbjahr 2014/​2015 ein. 30 Schülerinnen und Schüler der 6., 7., 8. und 9. Klassen erhiel­ten ein­mal wöchent­lich Unterricht zum Thema und konn­ten das Erlernte anschlie­ßend in die Praxis umset­zen: Gemeinsam koch­ten sie die gesun­den Speisen nach.

Die Sebastianusschule ver­an­stal­tete einen „Veggie-​Day” unter dem Motto „Heute hat Fleisch schul­frei”. Zwei Klassen berei­te­ten mit Unterstützung einer ESG-​Ernährungsfachkraft und der betreu­en­den Lehrkräfte ein gesun­des Menü für 100 Schülerinnen und Schüler zu. An der Neusser Privatschule fan­den meh­rere Projekttage zu Themen wie „Ernährungsbasics”, „Fast Food” und „Aktuelle Ernährungstrends” statt. Sowohl Jugendliche als auch Projektverantwortliche und Lehrkräfte nah­men daran begeis­tert teil.
Die Techniker Krankenkasse för­derte das Projekt mit 9000 Euro. Der Rhein-​Kreis Neuss stellte zusätz­lich 10 000 Euro zur Verfügung.

Bei der Übergabe der Teilnehmeurkunden lobte Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky das Engagement der Schulen, wies aber auch auf die Nachhaltigkeit des Vorhabens hin: „Das Projekt sollte vor allem einen Anstoß für die Auseinandersetzung mit die­sem schwie­ri­gen Handlungsfeld geben. Jede teil­neh­mende Schule wurde ganz indi­vi­du­ell, das heißt ihren Bedürfnissen ent­spre­chend, unter­stützt. Es liegt nun an den Schulen, die begon­ne­nen Maßnahmen in den Alltag zu inte­grie­ren. Um lang­fris­tig Erfolge zu erzie­len, ist es unum­gäng­lich, diese in Eigenregie fortzuführen”. 

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