Dormagen: Lernpaten ste­hen Schülern ehren­amt­lich zur Seite – Zeugnisfrust mindern

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Dormagen – Am heu­ti­gen Freitag (30. Januar) gibt es die Halbjahrszeugnisse – und damit nicht nur Jubel, son­dern auch Tränen bei vie­len Kindern und Jugendlichen. „Wenn es in der Schule nicht rich­tig läuft, ist das aber noch lange kein Grund zur Panik“, sagt der Geschäftsführer des Dormagener Sozialdienstes, Gerd Trzeszkowski. 

Lehrer und wei­tere Fachkräfte über­le­gen in jedem Einzelfall, wie den Kindern gehol­fen wer­den kann. Dabei ste­hen in Dormagen auch 16 ehren­amt­li­che Lernbegleiter zur Verfügung. Sie unter­stüt­zen bei Hausaufgaben in Mathe, Deutsch oder Englisch und küm­mern sich gemein­sam mit den Schülern darum, vor­han­dene Lücken im Lernstoff aufzuarbeiten.

Bereits seit acht Jahren exis­tiert die­ses Bürgerprojekt des gemein­nüt­zi­gen Sozialdienstes. Es rich­tet sich vor allem an sozial benach­tei­ligte Kinder. „Wir sind sehr dank­bar, dass sich hier­für immer wie­der Ehrenamtliche bereit­stel­len“, so Trzeszkowski.

Eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Sekundarschule und dem Lernpatenprojekt unterzeichneten jetzt Schulleiterin Bettina Mazurek und Elisabeth Gartz als Geschäftsführerin des Dormagener Sozialdienstes (im Vordergrund). Mit ihnen freuten sich die Lernpaten Birgit Brill (links), Wolfganz Stünzi (1. von rechts), Andrea Loerfs (2. von rechts), Karl-Heinz Conrady (3. von rechts), Christiane Greiling (4. von rechts), die stellvertretende Schulleiterin Andrea Knöfel (2. von links) und Projektleiterin Gudrun Freitag. Foto: Stadt
Eine Kooperationsvereinbarung zwi­schen der Sekundarschule und dem Lernpatenprojekt unter­zeich­ne­ten jetzt Schulleiterin Bettina Mazurek und Elisabeth Gartz als Geschäftsführerin des Dormagener Sozialdienstes (im Vordergrund). Mit ihnen freu­ten sich die Lernpaten Birgit Brill (links), Wolfganz Stünzi (1. von rechts), Andrea Loerfs (2. von rechts), Karl-​Heinz Conrady (3. von rechts), Christiane Greiling (4. von rechts), die stell­ver­tre­tende Schulleiterin Andrea Knöfel (2. von links) und Projektleiterin Gudrun Freitag. Foto: Stadt

Auch an der neuen Sekundarschule Dormagen haben die Lernbegleiter inzwi­schen ihre Arbeit auf­ge­nom­men. „Die bis­he­rige Konzeption haben wir dabei erwei­tert“, sagt Schulleiterin Bettina Mazurek. So beglei­ten die Lernpaten ihre Schützlinge nicht nur daheim bei den Aufgaben, son­dern wer­den auch aktiv in den Schulalltag einbezogen.

Das gibt ihnen einen noch bes­se­ren Einblick in die Situation der Kinder und stärkt zugleich die Möglichkeit, von Beginn an ein gutes Vertrauensverhältnis auf­zu­bauen“, erläu­tert Gudrun Freitag, zustän­dige Projektleiterin beim Sozialdienst. Nur wenn die „Chemie“ zwi­schen den Kindern und den Erwachsenen stimmt, kann die Lernbegleitung letzt­lich erfolg­reich sein. „Oft wer­den die Coaches auch als ein­fühl­same Mutmacher für die Kinder benö­tigt“, berich­tet die Projektleiterin.

Doch nicht nur die Kinder und Jugendlichen pro­fi­tie­ren von die­sem Projekt. Auch die Lernpaten schöp­fen viel­fach fri­sche Energie dar­aus. „Ich emp­finde die Zusammenarbeit mit den Kindern als gro­ßes Geschenk“, sagt etwa Birgit Brill. Die 64-​jährige Dormagenerin war bis zu ihrer Pensionierung selbst Gymnasiallehrerin und freut sich nun, ihre beruf­li­chen Fähigkeiten wei­ter ein­brin­gen zu kön­nen. „Der große Vorteil dabei ist, dass man auch etwas für sei­nen eige­nen Kopf tut“, meint Christiane Greiling. Erst kürz­lich hat die 67-​jährige Diplom-​Bibliothekarin bei­spiels­weise mit ihrer Schülerin ein Referat über Diphterie vor­be­rei­tet. Während sie ihr Wissen tra­di­tio­nell aus dem Brockhaus schöpfte, recher­chierte die Schülerin flei­ßig im Internet. „Jetzt habe ich von ihr sogar gelernt, wie man Nachrichten über Apps schreibt“, schmun­zelt die Patin.

Noch ein­mal Englisch-​Vokabeln ler­nen oder sich mit mathe­ma­ti­schen Formeln aus­ein­an­der­set­zen musste dage­gen Karl-​Heinz Conrady. „Das macht gro­ßen Spaß, denn so werde ich ja auch noch ein­mal gefor­dert“, sagt der 70-​jährige Diplom-​Kaufmann. Nicht nur Wissen ver­mit­teln, son­dern zugleich „soziale Unterstützung“ leis­ten will Alexandra Loerfs. Die 46-​jährige Dormagenerin hat zuvor bereits ehren­amt­lich Nachhilfe gege­ben. „Ich war zu Beginn die­ser Tätigkeit sehr skep­tisch“, räumt Wolfgang Stünzi, 68, offen ein. Jetzt emp­fin­det der frü­here Unternehmensberater seine Arbeit als Lernbegleiter wich­tig: „Denn viele Kinder an der Schulen sind ein­fach enorm benachteiligt.“

Ziel des Patenprojekts ist, so früh wie mög­lich mit den Hilfen zu begin­nen, damit schu­li­sche Defizite und der Frust über schlechte Noten bei den Kindern nicht allzu sehr wach­sen. „Auch an den Grundschulen wol­len wir darum in Zukunft noch stär­ker mit der Unterstützung ein­set­zen“, erklärt Elisabeth Gartz als Mitgeschäftsführerin des Sozialdienstes. Freude herrschte jetzt erst ein­mal über die neue Kooperation mit der Sekundarschule, die in einer ver­trag­li­chen Vereinbarung zwi­schen der Schulleitung und dem Sozialdienst besie­gelt wurde.

Wer eben­falls Interesse, als Lernbegleiter Schülern zu hel­fen, kann sich bei Gudrun Freitag mel­den (Telefon 02133/257–391, E‑Mail: gudrun.freitag@dormagener.sozialdienst.de).

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